Politik | 09.10.2021

Zentrales Element des Katastrophenschutzes: Kreistag Ahrweiler vergibt Auftrag für rund 2 Millionen Euro

Kreis Ahrweiler will 80 Warnsirenen installieren

Bis Ende November sollen 80 elektronische Alarmsirenen entlang der Ahr installiert werden

Symbolbild. Foto: ROB

Kreis Ahrweiler. Den Aufbau eines elektronischen Sirenenwarnnetzes für die Gemeinden entlang der Ahr beschloss der Kreistag Ahrweiler einstimmig in seiner jüngsten Sitzung. Die Kosten von rund zwei Millionen Euro werden zu 100 Prozent vom Land getragen, berichtete der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies (CDU), der den dauerhaft erkrankten Landrat Dr. Jürgen Pföhler (CDU) vertritt. Die Sirenen könnten schon Ende November installiert sein, wenn alles glatt laufe. Zugleich soll die Kreisverwaltung prüfen, was es kosten würde, auch den Rest des Kreises mit elektronischen Sirenen auszustatten, und ob es dafür Fördergelder gebe.

Die Flutkatastrophe habe gezeigt, dass die Warnung der Bevölkerung ein zentrales Element des Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes sei, erklärte Gies. Dabei gelte die Warnung mittels Sirenen immer noch als die einfachste, aber auch und gerade im ländlichen Raum wirksamste Variante, da sie einen gewissen „Weckeffekt“ mit sich bringe. Entlang der Ahr zwischen Adenau und Sinzig gebe es jedoch grundsätzlich nur Motorsirenen, die lediglich das Signal zur Alarmierung der Feuerwehr auslösen könnten. Sie würden mit Strom betrieben, verfügten allerdings nicht über einem Notstromversorgung oder eine Batteriepufferung. Durch die Flut seien zudem einige Sirenenstandorte komplett weggespült worden, und in einzelnen Teilorten gebe es überhaupt keine Sirene, weil dort keine Feuerwehreinheit vorhanden sei, die alarmiert werden könne.

Warnmöglichkeit per Sirene schaffen

Mit Blick auf den bevorstehenden Winter und damit einhergehend mögliche Hochwasser an der Ahr und ihren Zuflüssen soll nun möglichst schnell eine Warnmöglichkeit per Sirene geschaffen werden, darin waren sich die Fraktionen im Kreistag einig. Zumal mit den Sirenen auch vor anderen gefährlichen Situationen, wie etwa Großbränden, Rheinhochwasser oder Gefahrstoffunfällen gewarnt werden könne. Zunächst habe der Bereich der Ahr oberste Priorität, dennoch solle der restliche Landkreis nicht aus den Augen verloren werden.

Man gehe davon aus, dass für den Bereich des Ahrtals rund 80 neue Sirenenanlagen benötigt würden, die auf elektronischer Basis arbeiten. Darunter auch Ersatz für 22 Sirenenanlagen, die vom Hochwasser zerstört worden waren. Die elektronischen Sirenen seien für den Fall eines Stromausfalls durch einen Akku abgepuffert und könnten zudem auch Sprachdurchsagen aussenden. „Somit könnten nach Aussenden des Warnsignals auch weitere Handlungsanleitungen zum Verhalten oder empfohlene Maßnahmen an die Bevölkerung übermittelt werden“, erläuterte Gies.

Laufende Projekte werden dafür zurückgestellt

Die Kreisverwaltung habe mehrere Angebote eingeholt und sei dabei zu der Entscheidung gekommen, den Auftrag an die Firma Helin GmbH (Hagen) zu vergeben. Die haben sich nämlich dazu bereit erklärt, ab der kommenden Woche bereits erste Planungsmaßnahmen im Ahrtal aufzunehmen und alle anderen bereits laufenden Aufträge für dieses Projekt zurückzustellen. Die Firma garantiere eine sehr schnelle Fertigung der erforderlichen Komponenten und werde parallel dazu schon jetzt mit den Ortsbesichtigungen starten. Bei den Tiefbauarbeiten könne das Unternehmen auf Mitarbeiter seiner Niederlassung Essen zurückgreifen, und bei den Fundamenten für die Mastsirenen gebe es ein System mit Fertigfundamenten. Abgesehen davon sei die Firma Helin bereits im Kreis bekannt, habe sie doch die Planungen für neue Sirenennetze in der Stadt Remagen und der Verbandsgemeinde Bad Breisig vorgenommen sowie mobile Sirenen geliefert.

Die Kosten in Höhe von 2 Millionen Euro werde das Land zumindest im von der Flut betroffenen Bereich der Ahr zu 100 Prozent fördern, berichtete Gies. Das Geld hierfür komme aus dem Topf des Bundesförderprogramms für ein neues Sirenennetz sowie aus Landesmitteln. Zustimmung gab es für den Vorschlag von Karl-Heinz Sundheimer (CDU), die Verwaltung möge prüfen, wie viel es kostet, auch den restlichen Kreis mit elektronischen Sirenen auszustatten, und ob es dafür Fördermöglichkeiten gebe. JOST

Symbolbild. Foto: ROB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Koblenzer Bürger: Die Forderung der FDP, die Baumschutzsatzung abzuschaffen, ist ein längst überfälliger Schritt gegen staatliche Überregulierung. Es ist widersprüchlich, Hauseigentümer auf dem eigenen Grund und Boden...
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, haben wir in aktueller Sache in Neuwied gesehen. Hier wurden an einer Schule im Rahmen einer Umgestaltung 3 einhundert Jahre alte nachweislich gesunde...
  • Boomerang : Seit 2011 eine Frau durch einen herabstürzenden Ast in d Rheinanlagen ums Leben kam will keiner mehr für die Sicherheit verantwortlich sein. Mit alten Bäumen ist es wie mit alten Menschen, die können weg und machen nur Arbeit.
  • Bernd Hilger: Und wann wird sie für den Verkehr freigegeben ?
Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Essen auf Rädern
Imageanzeige
Planungsbüro Blechschmidt wird zu TGAPlAN Münch GmbH
Planungsbüro Blechschmidt wird zu TGAPLAN Münch GmbH
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Februar 2026
Planungsbüro Blechschmidt wird zu TGAPLAN Münch GmbH
Planungsbüro Blechschmidt wird zu TGAPlAN Münch GmbH
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Anzeige HEMS
Empfohlene Artikel

Kreis Mayen-Koblenz. 43 Bürgerinnen und Bürger aus den Verbandsgemeinden Maifeld, Rhein-Mosel und Vordereifel sowie der Stadt Mayen folgten in der vergangenen Woche der Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Torsten Welling zu einer Besucherfahrt in den rheinland-pfälzischen Landtag nach Mainz. Ziel der Fahrt war es, politische Abläufe vor Ort erlebbar zu machen und den direkten Austausch zwischen Bevölkerung und Landespolitik zu fördern.

Weiterlesen

Erpel. Am 4. März war die rheinland-pfälzische Staatsministerin Doris Ahnen zu Gast im Bürgersaal in Erpel. Eingeladen hatte die SPD im Gemeindeverband Unkel zu einem Gesprächsabend rund um das Thema sozialer Wohnungsbau in der VG Unkel. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler plant zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr in den kommenden Wochen Geschwindigkeitskontrollen an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet.

Weiterlesen

Allgemeine Berichte

Projekttag am Campus Remagen

Remagen. Am 27.02.2026 fand der Abschluss der Ada-Lovelace-AG am Campus Remagen der Hochschule Koblenz statt. Das Ada-Lovelace-Projekt fördert Mädchen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und bietet ihnen die Möglichkeit, technisches Wissen praktisch zu erlernen.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Dauerauftrag 2025
Planungsbüro Blechschmidt wird zu TGAPlAN Münch GmbH
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0123#
Imageanzeige
Anzeige Der neue BMW iX3 - Angebotsanzeige
MAYA 2026
Mayener Ausbildungsmesse
Zukunft trifft Tradition KW 10
Innovatives rund um Andernach