Allgemeine Berichte | 08.10.2021, 14:09 Uhr

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer war im Ahrtal unterwegs

Ahrtalbahn soll zum Jahresende einspurig verkehren

In Altenahr informierte Bürgermeisterin Cornelia Weigand Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (Mitte) über das Ausmaß der Flut-Zerstörungen ihrer Verbandsgemeinde. Foto: DU

In Altenahr informierte Bürgermeisterin Cornelia Weigand Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (Mitte) über das Ausmaß der Flut-Zerstörungen ihrer Verbandsgemeinde. Foto: DU

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Bad Neuenahr-Ahrweiler. Viele Bundes- und Landespolitiker waren nach der Flutkatastrophe im Ahrtal, um sich vor Ort ein Bild zu machen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die gleich zweimal zu Gast war, Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) oder der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck. Da die Themen Verkehr und Infrastruktur durch die Folgen des Hochwassers besonders wichtig sind, war jetzt auch Andreas Scheuer (CSU), Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur in der Kreisstadt sowie in der Verbandsgemeinde Altenahr, besuchte Flut-beschädigte Verkehrspunkte und tauschte sich mit lokalen Politikern aus.

Infrastrukturelle Schadenssumme von rund 2,5 Milliarden Euro

Am Heimersheimer Bahnhof traf der Minister unter anderem auf Bürgermeister Guido Orthen, der das Ausmaß der Zerstörung im Stadtgebiet von Bad Neuenahr-Ahrweiler, aber auch die Fortschritte beim Wiederaufbau deutlich machte, eine weitere Station war die Landgrafenbrücke. „Wir haben hier ein Schadensbild von ungefähr 85 bis 90 Prozent. Bei der Bahn rechnen wir mit einer Schadenssumme von rund 1,4 Milliarden Euro, bei den Straßen mit 500 bis 700 Millionen Euro. Hinzu kommen ebenfalls 300 bis 500 Millionen Euro bei der Infrastruktur, die die Bundesländer betrifft. Also für den Bereich Infrastruktur insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro. Wir haben das sofort so positioniert, dass Aufbauhilfe und Infrastrukturmaßnahmen laufen – im Interesse des Bundes, aber vor allem als Hilfe für die Regionen. Da darf es kein ‚Nein‘ geben, es muss danach ja auch eine verbesserte Infrastruktur geben. Zudem werden wir noch längere Zeit zu kämpfen haben mit den langfristigen Wirkungen dieser Flutkatastrophe“, so Scheuer, der betonte, dass auch für die nächste Bundesregierung das Ahrtal ein wichtiges Thema bleiben werde.

Strom-Oberleitungen unddigitale Stellwerke geplant

„Bessere Infrastruktur“ – hier nannte Andreas Scheuer als Beispiel neue Brücken mit weniger und schlankeren Pfeilern, die bei Sturzfluten mehr Wasser durchlassen. Auch der Wiederaufbau der ebenfalls teils sehr schwer beschädigten Ahrtalbahn stand beim Minister-Besuch im Fokus. Da die Ahrtalbahn bislang nicht elektrifiziert war, denke man, so Scheuer, über den Bau von Strom-Oberleitungen nach. Geplant ist auch die Installation digitaler Stellwerke. Zwischen Remagen und Walporzheim soll eine Teilstrecke bereits zum Jahresende wieder eingleisig in Betrieb genommen werden. Darüber, wann die restlichen, rund 30 Ahrtalbahn-Kilometer zwischen Walporzheim und Ahrbrück wieder befahrbar sein werden, konnte SPNV-Nord Verbandsdirektor Thorsten Müller keine präzise Prognose abgegeben – die Zerstörungen in diesem Bereich sind einfach zu massiv. Der in der Region stark thematisierte Ausbau der Ahrtalbahn bis Adenau habe derzeit indes nicht die oberste Priorität.

In Altenahr informierte Bürgermeisterin Cornelia Weigand Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (Mitte) über das Ausmaß der Flut-Zerstörungen ihrer Verbandsgemeinde. Foto: DU

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