Allgemeine Berichte | 17.08.2022, 13:31 Uhr

Initiative: „In Oberwinter werden Bahnreisende nicht ausreichend informiert.“

Beim Gleiswechsel geht die Puste aus

Nach dem barrierefreien Umbau tauchen nun weitere Probleme auf.  Foto:privat
459

Oberwinter. Die Bauarbeiten am Bahnhof Oberwinter sind fast beendet. Jetzt muss die nun barrierefreie Station ihre Praxistauglichkeit beweisen. Tatsache ist, dass immer öfter Eltern mit Kinderwagen und Menschen mit Rollatoren auf den neuen Rampen zu sehen sind. Früher haben sie wegen der steilen Treppen den Bahnhof eher gemieden. Überhaupt hat sich die Zahl der Fahrgäste nicht zuletzt durch das 9-Euro-Ticket deutlich erhöht. Dennoch ist besonders ein Missstand für die Initiative Bahnhof Oberwinter inakzeptabel.

An den Hauptzugängen der Bahnsteige hat die Bahn sowohl Lautsprecher wie auch elektronische Fahrgastinformationssysteme angebracht. Auf diesen Dynamischen Schriftanzeigern (DSA) kann man auf einem durchlaufenden Schriftband aktuelle Meldungen zu den Zügen und ihren Abfahrtzeiten lesen. Leider gibt es pro Bahnsteig nur jeweils eine Anzeige. Da die Bahnsteige aber über 220 Meter lang sind und die Fahrgäste sich bisweilen auf der gesamten Bahnsteiglänge verteilen, bekommt nicht jeder mit, wenn wichtige Informationen über Anzeige und Lautsprecher mitgeteilt werden. Auch online finden sich nicht immer Hinweise in Echtzeit.

Dazu Philipp Rosenthal, Berufspendler und Gründungsmitglied der Initiative: „Darüber könnte man hinwegsehen, wenn es nicht auch Situationen gäbe, bei denen die Fahrgäste ihren Zug verpassen. Nämlich immer dann, wenn es wie in diesem Sommer so häufig zu Gleiswechseln kommt.“ Bei einem Gleiswechsel fährt zum Beispiel die MittelrheinBahn (MRB) Richtung Köln nicht wie üblich an Gleis 2 ein sondern an Gleis 1. Dadurch ist es möglich, dass andere Züge die MRB in Oberwinter überholen. Für die Fahrgäste bedeutet das aber, dass sie möglichst schnell auf die andere Seite des Bahnhofs gelangen müssen. Wegen der durch die neuen Rampen nun deutlich verlängerten Laufwege ist das kaum zu schaffen.

Zweieinhalb Minuten für den Gleiswechsel

„Wir haben uns die Mühe gemacht, die Zeiten zu stoppen, die man benötigt, um auf die andere Seite zu kommen“, berichtet Ingo Konrads, der Pressesprecher der Initiative. „Die Fahrgäste auf Gleis 2 benötigen – sofern sie nicht gehbehindert sind und zügig laufen können – von Gleis 2 über die Treppen und Rampen zweieinhalb Minuten, um die MRB auf Gleis 1 zu erreichen. Gehbehinderte Menschen, die nicht so schnell unterwegs sind und nur die Rampen benutzen können, brauchen für die Strecke sogar knappe 5 Minuten. Das ist nicht zu schaffen, es sei denn, die Fahrgäste in der MRB verhinderten durch Blockieren der Türen die Abfahrt der MRB. Dies führt dann zu weiteren Verspätungen auf der ganzen Strecke.“

Zusätzliche Anzeiger sind nicht vorgesehen

Auf diese Thematik angesprochen erklärt die zuständige DB Station&Service AG, dass aufgrund bundeseinheitlicher Vorgaben die elektronischen Anzeigen und Lautsprecher stets am Hauptzugang zum Bahnsteig angebracht werden. Zusätzliche Anzeiger sind in der Regel nicht vorgesehen und werden auch nicht finanziert. Wenn aber eine Finanzierung in Höhe rund 50.000 bis 60.000 Euro pro Bahnsteig etwa durch das Land Rheinland-Pfalz sichergestellt würde, wäre die Anbringung weiterer Geräte natürlich möglich.

„Wir haben uns nun an den SPNV-Nord mit der Bitte gewandt, Landesmittel für weitere Anzeiger und Lautsprecher einzuwerben“, erklärt Philipp Rosenthal. Und Ingo Konrads ergänzt: „An diesem Beispiel wird einmal mehr deutlich, wie wenig die Planer bei der Bahn von der Kundenseite her denken. Denn für die Fahrgäste ist es enorm wichtig, zeitnah und präzise über Gleis-Änderungen oder Verspätungen informiert zu werden. Gerade jetzt, wo man sich am Bahnhof jedes Mal fragt, ob der Zug pünktlich kommt – oder ob er überhaupt kommt.“

Aber auch weitere Lautsprecher sind kein Allheilmittel. Nur zu häufig sind Durchsagen wegen des Lärms eines durchfahrenden Fern- oder Güterzuges nicht zu verstehen. Oder aber die Durchsagen sind rätselhaft und nur für Eingeweihte verständlich. „Wer weiß schon, dass der Zug Richtung Bonn ausfällt, wenn die Computerstimme meldet ‚MRB nach Köln heute nach Remagen.‘“ gibt Wolfgang Turowski, Vielfahrer auf der Strecke, zu bedenken.

Sehr ärgerlich für die Reisenden ist es auch zu hören, dass „die MRB nach Ingelheim ausfällt“ aber dann doch wenige Minuten später eine Alternative angekündigt wird mit den Worten „Ersatzzug mit Nummer Soundso nach Koblenz von Gleis…“ Ohne die Angabe des Gleises erstirbt die Durchsage, und die Fahrgäste bleiben ratlos zurück. „So kann man nicht mit uns umspringen“, empört sich Wolfgang Turowski. „Beim Thema Kundeninformation hat die Bahn noch viel Luft nach oben.“

Pressemitteilung

der Initiative Bahnhof Oberwinter

Nach dem barrierefreien Umbau tauchen nun weitere Probleme auf. Foto:privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Daueranzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Rund ums Haus
Rund ums Haus Daueranzeige
Zukunft trifft Tradition KW 42
Zukunft trifft Tradition KW 42
Allgemeine Anzeige Jubiläum 25 Jahre
Empfohlene Artikel
Durchtrennen gemeinsam das Eröffnungsband im Konrad-Adenauer-Gymnasium, von links: Bert Sluyter, Dirk Bahrouz, Bürgermeister Sven Schnieber, Notburga Kunert sowie die Technische Beigeordnete Bianca Lorenz und der Erste Beigeordnete Hans Dieter Wirtz. Fotos: Stadt Meckenheim
694

Meckenheim. Im Rahmen eines feierlichen Akts und im Beisein zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter der Politik, Verwaltung, Schulen und der am Bau beteiligten Unternehmen hat Bürgermeister Sven Schnieber die Neubauten am Schulcampus Meckenheim eingeweiht. In seiner Ansprache hob er die herausragende Bedeutung des Projektes hervor und dankte allen Akteurinnen und Akteuren für den gemeinsamen Erfolg.

Weiterlesen

achtung baustelle
831

Meckenheim. In Meckenheim wird die Verkehrsführung auf der A565, zwischen den Anschlussstellen Meckenheim-Merl und Bonn-Hardtberg, im Rahmen der laufenden Fahrbahnsanierung angepasst. Ab dem heutigen Freitag, dem 16. Oktober, steht im Baustellenbereich in Fahrtrichtung Koblenz nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung. Diese Maßnahme wird voraussichtlich bis zum 13. November andauern.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
129

Plaidt. Am 12.10.2026 gegen 16:10 Uhr ereignete sich ein Verkehrsunfall auf der Bundessstraße 9 in Fahrtrichtung Koblenz, im Bereich der Auffahrt von der B 256/Plaidt aus kommend. Ein derzeit nicht näher bekanntes Gespann, bestehend aus einem Zugfahrzeug und einem Anhänger, befuhr die besagte Auffahrt und verlor im Kurvenbereich Teile seiner unzureichend gesicherten Ladung in Form von zwei Betonblöcken.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Los gehts! Die Ehrenamtlichen des foodsharing-Bezirks Mayen machen sich auf, die übrigen Lebensmittel der Lukasmarktstände vor dem Wegwurf zu bewahren.
322

Mayen. Wenn die Lichter des traditionellen Lukasmarkts ausgehen und das Abschlussfeuerwerk verklungen ist, beginnt für ein ganz besonderes Team die wichtigste Schicht. Auch in diesem Jahr – und damit bereits im vierten Jahr in Folge – waren die Ehrenamtlichen von **foodsharing Mayen** am Sonntagabend im Einsatz, um übrig gebliebene Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren.

Von foodsharing Mayen Lebensmittelrettung aus Mayen

Weiterlesen

Die neue Ahrufermauer in Mayschoß nimmt Gestalt an
809

In Mayschoß läuft der Wiederaufbau der durch die Flutkatastrophe 2021 schwer beschädigten Ahrufermauer auf Hochtouren. Zwischen dem Waagplatz und der Winzergenossenschaft entsteht eine neue, hochwasserangepasste Ufermauer auf tief gegründeten Bohrpfählen. Die Fertigstellung ist bis Sommer 2027 vorgesehen.

Von Nicolas Bäcker aus Dernau

Weiterlesen

Walking Acts und Stelzenläufer ziehen durch die Straßen.
324

Mayen. Wenn Hexen durch die Straßen ziehen, geheimnisvolle Gestalten auftauchen und Kürbisse gruselige Gesichter bekommen, ist es wieder Zeit für das „Festival der Magie“ in Mayen. Am Samstag, 31. Oktober 2026, laden die Stadt Mayen, die MY-Gemeinschaft und die Brückengemeinschaft e.V. von 10 bis 16 Uhr zu einem erlebnisreichen Tag für die ganze Familie ein.

Von Pressestelle Stadt Mayen aus Mayen

Weiterlesen