Allgemeine Berichte | 03.06.2025, 12:18 Uhr

Maßnahme zum Schutz von Gesundheit und Umwelt

Stadt Bad Breisig führt Tempo 30 auf der B9 ein

Die B9 in Bad Breisig.  Foto: ROB
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Bad Breisig. Bad Breisig. Die Stadt Bad Breisig setzt einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger um: Auf der Bundesstraße 9 (B9) im Bereich der Ortsdurchfahrt wird künftig eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h gelten. Diese Maßnahme dient der Reduzierung von Lärm und Luftschadstoffen, folglich dem Schutz der Gesundheit sowie der Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Die Einführung der Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h basiert auf einem langjährigen Austausch zwischen der Verbandsgemeindeverwaltung, dem Landesbetrieb Mobilität, dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten sowie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD). Hintergrund sind u.a. die im Mai 2020, durch den LBM vorgenommene Schalltechnische Untersuchung sowie die besorgniserregenden Messergebnisse des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die jede für sich eine deutliche Überschreitung der zulässigen Lärmwerte und Stickstoffdioxid-Grenzwerte in der Innenstadt nachweisen – verursacht hauptsächlich durch das hohe Verkehrsaufkommen auf der B9.

Nach den vorliegenden Berechnungsergebnissen werden die Auslösewerte der Lärmsanierung am Tag an insgesamt 68 Gebäuden und in der Nacht an insgesamt 75 Gebäuden erreicht oder teils erheblich überschritten. Damit besteht aus Sicht der Behörden dringender Handlungsbedarf, um gesundheitliche Beeinträchtigungen der Anwohner zu vermeiden.

Bereits im Jahr 2019 wurde im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Jugend- und Kulturbahnhof Bad Breisig ein Verkehrsgutachten vorgestellt, das ebenfalls die Einführung von Tempo 30 empfahl – mit dem Ziel, die Verkehrsbelastung zu reduzieren, die Sicherheit zu erhöhen und den Verkehrsfluss zu verbessern.

Aufgrund eines Fraktionsantrags zur Prüfung entsprechender Maßnahmen, beauftragte der Stadtrat am 31.10.2019 die Verwaltung mit der Umsetzung. Nach einem umfassenden Prüfungs- und Anhörungsverfahren und der Zustimmung des LBM konnte die Straßenverkehrsbehörde der Verbandsgemeinde Bad Breisig nun die verkehrsbehördliche Anordnung zur innerörtlichen Geschwindigkeitsreduzierung von 50 km/h auf 30 km/h erlassen. Neben der Lärmpegel- und Schadstoffverbesserung erhofft sich die Straßenverkehrsbehörde der Verbandsgemeinde Bad Breisig auch die Minimierung von Unfallfolgen auf der, mit täglich rund 20.000 Fahrzeugen, stark frequentierten Bundesstraße 9.

Neben der zwischenzeitlich erfolgten Auftragung lärmreduzierenden Asphalts, der Einrichtung von Pförtnerlichtsignalanlagen, der Prüfung von Grünpfeilen bzw. Grünen Pfeilen sowie der Beantragung der Installation von Mautkontrollsäulen, welche leider vom zuständigen Bundesamt für Güterverkehr abgelehnt wurde, bildet die Geschwindigkeitsreduzierung einen wichtigen Bestandteil zur Verbesserung der Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger und Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.

Die Maßnahme wird in den kommenden Wochen durch die zuständige Masterstraßenmeisterei Sinzig umgesetzt. Die Stadt Bad Breisig bittet alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis und die konsequente Einhaltung der neuen Geschwindigkeitsregelung.

Neben der Umwelt- und Gesundheitsentlastung erhöht eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h auch die Verkehrssicherheit signifikant. Die menschliche Reaktionszeit beträgt im Durchschnitt eine Sekunde – bei 30 km/h legt ein Fahrzeug in dieser Zeit rund 8,3 Meter zurück, bei 50 km/h bereits knapp 14 Meter. Zudem ist die kinetische Energie bei 50 km/h fast dreimal so hoch wie bei 30 km/h – was den Bremsweg entsprechend verlängert.

Ferner kann durch eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h rechnerisch eine Pegelminderung von 2,5 dB(A) am Tag und 2,55 dB(A) in der Nacht erreicht werden.

Als Ziele dieser Maßnahme sind vor allem der Schutz der Anwohner vor gesundheitsschädlichem Verkehrslärm, die Verbesserung der Luftqualität im Kurort Bad Breisig, die Erhöhung der Verkehrssicherheit und Unfallprävention sowie die Stärkung der Attraktivität als lebenswerter Ort zu nennen.

Mit der Einführung von 30 km/h geht die Stadt Bad Breisig einen entscheidenden Schritt in Richtung nachhaltiger Stadtentwicklung und aktiver Gesundheitsvorsorge.

Die B9 in Bad Breisig. Foto: ROB

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