Allgemeine Berichte | 12.08.2021

Beerdigungen der Flutopfer beginnen

Würdige Bestattungen und intensive Trauerbegleitung

Bad Neuenahr-Ahrweiler. 141 Todesopfer sind nach Angaben des Koblenzer Polizeipräsidiums im Rahmen der Flutkatastrophe an der Ahr zu betrauern. Die ersten Beerdigungen finden in den kommenden Tagen statt. Diese nie dagewesene Situation im Ahrtal geht mit besonderen Herausforderungen für Bestattungsinstitute, Kommunen und Kirchen einher.

„Wir haben alle Angehörigen angerufen, auch jene, deren Verwandte innerhalb der vergangenen drei Wochen verstorben sind“, erklärt Dechant Jörg Meyrer. Als örtlich zuständige Seelsorgerinnen und Seelsorger suchen Meyrer und sein Pastoralteam den ersten Kontakt mit den betroffenen Familien. „Unser Team will den Angehörigen zuhören und da sein, wenn sie die Geschichte der Flutnacht oder der Tage des Bangens danach nochmal erzählen. Auch wenn wir nicht alle Beerdigungen selber halten können“. Die Bestattungen erfolgen mit der Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Bistum Trier. „Für diese Hilfe sind wir sehr dankbar“, sagt Meyrer.

Michaela Mannebach, Pastoralreferentin im Dekanat St. Goar, ist Teil des Koordinierungsbüros des Bistums Trier. Sie und die anderen Teammitglieder stimmen die Termine zwischen den Bestattungsinstituten und den Seelsorgerinnen und Seelsorgern aus dem gesamten Bistum ab, die sich für die Beerdigungen gemeldeten haben.

Dabei ist allen Verantwortlichen wichtig zu betonen, dass die jeweiligen Bestattungen in enger und sensibler Abstimmung mit den Angehörigen und vor allem würdig stattfinden werden. Eine intensive Trauerbegleitung wird von Seiten der Seelsorgenden angeboten.

Besondere Herausforderungen

„Einige haben gleich mehrere Angehörige verloren, und zwar oftmals verbunden mit sehr tragischen Geschichten“, weiß Heiko Marquardsen, Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler, um die besonderen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe. Er erklärt, dass die Situation sehr diffizil ist. „Viele Angehörige mussten länger warten, bis ihre verstorbenen Angehörigen identifiziert werden konnten“, berichtet er und fügt hinzu: „Das Verabschieden von Menschen, die im Hochwasser ums Leben kamen, ist kaum oder gar nicht möglich.“ Hinzu komme, dass „jeder in irgendeiner Weise hier betroffen ist“.

Eine Bestattung ist auf allen Friedhöfen in der Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler möglich, außer auf dem Friedhof am Ahrtor. Eine spätere Umbettung dorthin ist kostenlos möglich, versichert Marquardsen.

Weitere Informationen zur Hochwasserhilfe von Bistum Trier und Caritas und die Spendenkonten zur Unterstützung Betroffener der Hochwasserkatastrophe sind zu finden unter https://t1p.de/hochwasser-hilfe.

Pressemitteilung Bistum Trier

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige
"Harald Schweiss"
Titel-Anzeige
Stellenanzeige Reinigungskraft
Imageanzeige, 2. Anzeige "2+1" Aktion
Empfohlene Artikel
Foto: Emons Verlag
23

Ahrtal. Wo sollten Halbnackte den Ahrtaler Untergrund erkunden? Wo trafen Panzerpioniere auf die Mutter Gottes? Und wo gibt es nachts noch leckere Rotwein-Wurst? Das Ahrtal bietet spannende Geschichten, kuriose Typen, jede Menge Natur und viel Kulinarik. In dem Buch „111 Orte im Ahrtal die man gesehen haben muss“ können die Leserinnen und Leser das Tal von einer ganz neuen Seite kennen lernen.

Weiterlesen

Foto: Emons Verlag
27

Region. Wo fährt ein Wildschwein Fahrrad? Wo kann man beim Blick auf den Siegfall so richtig ausspannen? Und wo atmet man unter der Erde auf? Das Siegtal bietet spannende, geheimnisvolle und lustige Orte. Rund 155 Kilometer legt die Sieg von der Quelle im Rothaargebirge bis zu ihrer Mündung in den Rhein zurück. Die Landschaft entlang des Flusses ist facettenreich, abseits der Einzugsgebiet lieblich und still.

Weiterlesen

Foto: Bunter Kreis
301

Es ist der 14. Juli 2021, kurz vor Mitternacht, als dieser Satz fällt. Draußen steht das Wasser bereits im Erdgeschoss des Hauses. Drinnen ein Frühchen, medizinisch abhängig von Geräten, und eine Familie, die plötzlich keine Wahl mehr hat.

Weiterlesen

Weitere Artikel