Das Gelände der Hundesportfreunde Untere Ahr ist völlig zerstört

Zu wenige Helfer: Sinziger Verein fühlt sich verloren

31.08.2021 - 09:42

Sinzig. Das Vereinsgelände der „Hundesportfreunde Untere Ahr Sinzig“ liegt an einem Ort in Sinzig, das in keinem Fall als „exponierte Lage“ zu bezeichnen wäre. Dort am Ende des Grünen Weges, genau zwischen der Unterführung und der Kläranlage trainieren die Hundesportler mit ihren vierbeinigen Schülern die richtigen Manieren und Sportarten wie Agility, Obedience oder Flyball, die meist nur Eingeweihten ein Begriff sind. Doch: Die Vereinsmitglieder lieben ihr Schlupfloch abseits vom Trubel. Vor 30 Jahren. hat der Verein dort ein Domizil gefunden. Jetzt bleiben nur noch Erinnerungen. Das Hochwasser schlug hier mit aller Härte zu. Das Vereinsheim ist völlig zerstört, ganze fünf Meter wurde das Holzhaus mit Pokalen und Hundesportgeräten vom Wasser mitgeführt. Vom eingrenzenden Zaun ist nur nach das grüne Törchen übrig. Zu nahe kommen darf man nicht – der Weg dorthin ist komplett unterspült.


An einem Samstagmorgen werkeln dort ein paar Vereinsmitglieder in der Sonne. Das Gelände sieht nach wie vor wüst aus. Ebenso wie die Peripherie. Der Rest des Grünen Weges und wurde erst kürzlich von Schlamm und Schutt befreit. Nach einer ehrenamtlichen Aktion voller Tatendrang sieht es hier schon deutlich manierlicher aus. Doch beim HSF ist man ein paar Wochen hinterher. „Wir wissen nicht wie es weitergeht“, sagt Christiane Welter, die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Verein. Immerhin konnte man die Welpengruppe „nach privat“ ausgliedern. Nicht nur die Trümmer sorgen für eine mangelnde Perspektive. Die Flut hat Geld gekostet und dies in einem Ausmaß, der für einen kleinen Verein kaum zu stemmen ist. „In unserem Container sind knapp 4000 Euro abgesoffen“, rechnet Welter. Gelagert wurden dort TV-Geräte, Laptops, Papiere, Pokale – eigentlich alles. Der Schaden am gesamten Areal könnte sich durchaus auf 25.000 Euro belaufen. Die Vereinsmitglieder vermuten, dass die Fluten durch die kanalisierende Wirkung des Tunnels nebenan richtig an Fahrt aufgenommen habe. Zugegeben: Die Hundesportfreunde haben das Ausmaß der Katastrophe nicht vorhergesehen, wie so viele im Ahrtal. Welter sagt, man habe sich eine warnende Sirene gewünscht. Dann hätte „man ja noch etwas machen können“, vermutet sie. Nun fühlen sich die Hundesportler mit ihrer persönlichen Katastrophe allein gelassen. Im Rathaus hat sie um Hilfe gebeten. „Die Mitarbeiter waren sehr nett“, blickt Welter auf das Telefonat zurück. „Aber wirklich helfen konnte man uns nicht.“ Die Pressebeauftragte vermutet, dass „es einfach zu viele Baustellen auf einmal sind.“ Und per Zufall verirrt sich kaum jemand zum Gelände, es sei zu versteckt, denken sich die HSF-Mitglieder. Die oftmals im Ahrtal beschriebenen und tollen Begegnungen mit motivierten Helfern, die zufällig vorbeikommen und helfen, blieben hier am äußersten Ende Sinzigs bisher weitestgehend aus. Hilfe brauche man dennoch weiterhin. „Wir könnten hier noch ein paar nette Menschen gebrauchen, die mit uns anpacken“, sagt Welter.ROB

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