Wirtschaft | 28.02.2024, 15:58 Uhr

Deutsche Steinzeug insolvent: Sanierung soll 1000 Arbeitsplätze erhalten

Das Werk der Deutsche Steinzeug in Sinzig.  Foto: ROB
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Alfter/Sinzig. Die Deutsche Steinzeug Cremer Breuer AG, weltweit bekannter und führender deutscher Hersteller im Bereich Architektur- und Schwimmbadkeramik, stellt sich und ihre Tochter Agrob Buchtal GmbH neu auf. Die Gesellschaften nutzen dazu jeweils eine Sanierung in Eigenverwaltung.

Der Vorstand der Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG und die Geschäftsführung der Tochter Agrob Buchtal GmbH mit Sitz in Alfter-Witterschlick (NRW) haben am 21. Februar 2024 beim zuständigen Amtsgericht in Bonn Anträge auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Diese hat das Gericht genehmigt. Der Prozess soll den Weg frei machen für einen Neustart, der die Erhaltung der Standorte und Sicherung der Arbeitsplätze zum Ziel hat. Die Geschäftsbetriebe und die Produktionen des Herstellers keramischer Lösungen laufen an allen vier Standorten in vollem Umfang weiter. Die internationalen Vertriebsorganisationen der Deutsche Steinzeug bleiben von dem Verfahren unberührt.

„Alle Aufträge werden wie geplant bearbeitet, produziert und ausgeliefert. Unsere Kunden erhalten weiterhin die qualitativ hochwertigen Produkte, die sie von uns kennen“, sagt Dieter Schäfer, CEO Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG. Zusammen mit den Vorständen für Vertrieb und Finanzen, Thomas Musial und Norbert Schäfer, informierte er am Mittwoch die rund 1000 Mitarbeitenden ausführlich in einer Belegschaftsversammlung über den aktuellen Stand.

Zügiger Abschluss angestrebt

Die Sanierung in Eigenverwaltung ist ein insolvenzrechtliches Verfahren, das das Unternehmen in eigener Regie durchführen kann. In diesem Prozess bleibt die Geschäftsführung voll handlungsfähig und kann uneingeschränkt agieren. Beaufsichtigt wird sie von einem vom Gericht bestellten Sachwalter. Ziel ist es, die beiden Sanierungsverfahren zügig mit je einem Sanierungsplan abzuschließen. Diese wird die Geschäftsleitung mit Unterstützung der auf Unternehmenssanierungen spezialisierten Kanzlei Schultze & Braun innerhalb der nächsten Wochen erarbeiten und dem Gericht vorlegen.

Die Ausgangslage

„Die Entscheidung für das insolvenzrechtliche Verfahren wurde nach sorgfältiger Prüfung und unter Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen getroffen“, erklärt Schäfer. „Den Ausschlag für die finanzielle Schieflage gab die Veränderung der Tilgungsveranlagung laufender Kredite. Der von Schäfer geplante und final vorbereitete Zufluss finanzieller Mittel, den das herausfordernde Marktumfeld im Bau- und Immobilienbereich erforderte, wurde durch diese Wende unmöglich. „Wir haben schon früh damit begonnen, unsere Produktionskapazitäten und -prozesse an den ausbleibenden Markt anzupassen. Die Veränderung unserer Kredite hat den notwendigen und bereits final vorbereiteten ergänzenden Liquiditätsfluss aber verhindert“, so Schäfer.

„Wir verstehen uns als `keramische Lösungsanbieter´ für unsere Kunden. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, und unsere Erfahrung, aber auch unsere Innovationskraft werden uns dabei helfen, diese Problemphase für unsere Unternehmen zu meistern. Nach Bewältigung der Flutkrise im Ahrtal, zwei anstrengenden Pandemiejahren, der Energiekrise durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, jetzt also Neustart für die Deutsche Steinzeug. Unser Geschäftsmodell ist grundsätzlich intakt. Wir wollen die Maßnahmen fortführen, die wir bereits initiiert haben und sie zu einem erfolgreichen Abschluss bringen. Wir sind zuversichtlich, dass uns das gelingt“, fasst Dieter Schäfer zusammen.Pressemitteilung

Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG

Das Werk der Deutsche Steinzeug in Sinzig. Foto: ROB

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