Allgemeine Berichte | 11.09.2021, 10:41 Uhr

Naturschutzbund meldet sich nach Shitstorm in Social Media zu Wort

Arbeit in Flutgebieten: NABU will Öffentlichkeit aufklären

Problem von Müll in den Auenlandschaften

Sicht von der Ahr auf die Baggertrasse nahe der neuen kaputten Brücke. Foto: Rea Brinkhoff

Region. Ein Shitstorm in den sozialen Medien hat den Naturschutzbund (NABU) aufgrund der aus seiner Sicht teilweise unrichtigen Berichterstattung veranlasst, eine Richtigstellung über die Arbeit der NABU-Gruppen in den Flutgebieten zu veröffentlichen.

„Die Behauptungen in den Social-Media und selbst im Generalanzeiger bzgl. der Umweltverbände sind einfach unfassbar. Viele NABU-Gruppen (z.B. Bonn, Ahrweiler, Koblenz) haben in den ersten Wochen unendlich viele Stunden damit verbracht, verschlammte Keller zu räumen, noch nutzbares Hab- und Gut vom Schlamm zu reinigen, die betroffenen 302 Mitglieder von Beiträgen freizustellen, bei der Essensversorgung und bei der Organisation von Großgeräten geholfen. Seit gut zweieinhalb Wochen versucht der NABU-Kreisverband Ahrweiler die zwischenzeitlich gesammelten Gefahrgutdepots im Naturschutzgebiet „Langfigtal“, durch Feuerwehr oder AWB entsorgen zu lassen. Insbesondere nachdem dort größere Baggereinsätze mitten im Tal festgestellt wurden, haben wir die SGD-Nord informiert, damit eben diese Gefahrstoffe nicht einfach im Naturschutzgebiet ausversehen untergebaggert werden. Dort ist ebenso eine Müllsammelaktion geplant wie in Lohrsdorf. Bevor wir jedoch eine derartige Aktion starten, muss das Gefahrgut, wie alte Kriegsmunition, volle Ölkanister, Gastank, Gasflaschen, Farb- und Lackspraydosen usw. aus dem Tal entfernt werden um die dort aufgrund der schweren Erreichbarkeit, sowieso schon erhöhten Gefahren für Helfer zu minimieren.

Nie haben wir gefordert, die Fauna-Flora-Habitat-Gebiete so zu belassen, wie sie sind. Allerdings legen wir größten Wert darauf, dass unsere helfenden Mitglieder bei ihren Arbeitseinsätzen keinen zusätzlichen Gefahren ausgesetzt werden. Scheinbar ist aber unsere Hilfe bei den Behörden gar nicht so sehr willkommen, denn mit dem Abtransport dieser Depots, deren Standorte alle durchgegeben wurden, tut man sich extrem schwer. Anstatt uns Müllsäcke und Handschuhe anzubieten, sollte man lieber unsere gesammelten Gefahrgutdepots auflösen, damit man mit mehr Manpower weitermachen kann. Die Massen an Unrat die dort im Tal liegen sind mit Müllsäcken alleine eh nicht händelbar. Eine Aktion dort würde voraussichtlich nach vorsichtiger Schätzung mindestens 2-3 Wochen dauern, wenn wir die Hilfe des Krisenstabs oder der AWB bekämen, die wir bräuchten.

Der Einsatz von schwerem Gerät sollte dort minimiert werden, um eine nachhaltige Bodenverdichtung der Auenböden zu verhindern. Nach dem Gefahrgutabtransport könnten mehrere Flachcontainer durch die AWB aufgestellt werden, unter Verwendung der angebotenen Spezialmüllsäcke lässt sich dann auch eine Mülltrennung von Plastik, Metall, Styropor und Hausmüll erreichen.

Da das Tal nur kletternder Weise über eine Felsnase erreichbar ist, und wir nicht über entsprechende Fahrzeuge verfügen, um wie die Bagger einfach quer durch die Ahr zu fahren, können wir dort nur manuell vor Ort tätig werden, den An- und Abtransport muss der Krisenstab organisieren. Dies schein allerdings schon beim Gefahrgut nicht zu klappen.

Warum hier beständig gegen die Umweltverbände gearbeitet wird, anstatt die gebotenen Hilfen anzunehmen und warum ursprünglich die Umweltverbände selbst aus der Zukunftskonferenz zum Wiederaufbau des Ahrtals herausgehalten werden sollten, ist für viele nur schwer zu verstehen. Die Einladungen der Umweltverbände (NABU und BUND) zur Zukunftskonferenz sind nur der Fürsprache des Präsidenten der Oberen Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD-Nord) Herrn Treis zu verdanken. Das die Kommunalpolitiker die Umweltverbände gerne heraushalten würden aus den Wiederaufbau ist nur allzugut nachzuvollziehen, hat der NABU doch in der Vergangenheit deutlich in seinen Stellungnahmen die Bebauung der Auen auf Grund der Hochwassergefahren abgelehnt.“

Pressemitteilung NABU

Gefahrgutdepot am alten Schwimmbad. Foto: Rea Brinkhoff

Gefahrgutdepot am alten Schwimmbad. Foto: Rea Brinkhoff Foto: ANDREA BRINKHOFF

Kriegsmunition im Langfigtal. Foto: Rea Brinkhoff

Kriegsmunition im Langfigtal. Foto: Rea Brinkhoff Foto: ANDREA BRINKHOFF

Gefahrgutdepot Fußgängerbrücke. Foto: Rea Brinkhoff

Gefahrgutdepot Fußgängerbrücke. Foto: Rea Brinkhoff

Eine eingebaggerte Tonne. Foto: Rea Brinkhoff

Eine eingebaggerte Tonne. Foto: Rea Brinkhoff

Sicht von der Ahr auf die Baggertrasse nahe der neuen kaputten Brücke. Foto: Rea Brinkhoff Foto: ANDREA BRINKHOFF

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Dauerauftrag Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Messezeitung "Rheinbacher Ausbildungsmesse"
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606   - Pellenzer Lehrstellenbörse 2026
Empfohlene Artikel
Im Rahmen der Veranstaltungsreiche „Medizin verstehen“ informiert Dr. Thomas Lepping (Chefarzt Akutgeriatrie und Frührehabilitation, li.) über typische Anzeichen, mögliche Auslöser sowie Vorbeugung und Behandlung von Delir-Zuständen.  Foto: Joachim Gies | Marienhaus
20

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Operation ist gut verlaufen, doch plötzlich ist die 90-jährige Patientin nicht mehr wiederzuerkennen: Sie ist unruhig, verweigert Medikamente und fragt nach ihrem bereits verstorbenen Ehemann. „Hinter der plötzlich auftretenden Verwirrtheit kann ein akutes Delir stecken“, erklärt Dr. Thomas Lepping, Chefarzt der Akutgeriatrie und Frührehabilitation am Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Weiterlesen

Das Band wird durchschnitten – die Wiederaufbaumaßnahmen in der Niederhut sind abgeschlossen.
35

Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Heute ist ein besonderer Tag für unsere Stadt, denn man kann mit Fug und Recht sagen, dass die Niederhutstraße eine Hauptschlagader von Ahrweiler ist. Ein wichtiges Zeichen für den Fortschritt unseres Wiederaufbaus, denn diese Straße ist weit mehr, als Asphalt, Pflaster und neue Leitungen. Sie ist ein Teil der Innenstadt Ahrweilers, ein Ort der Begegnung und des täglichen Lebens.

Weiterlesen

Gegen das Verschwindenlassen von Menschen, insbesondere in El Salvador und Nicaragua, richtete sich ein Infostand der Neuwieder Gruppe von Amnesty International.
23

Neuwied. Gegen das Verschwindenlassen von Menschen, insbesondere in El Salvador und Nicaragua, richtete sich ein Infostand, den die Neuwieder Gruppe von Amnesty International aufgebaut hatte. Die AI Aktivisten prangerten vor allen Dingen diese Menschenrechtsverletzung in Diktaturen an, und sendete eine Petition an die Regierungsstelle von El Salvator, zu deren Unterschrift aufgerufen wurde und viele Passanten diese Form des Protestes mit ihrer Unterschrift unterstützten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Pixabay.com
1418

Für rund zweieinhalb Stunden blieb es dunkel:

05.09.: Langer Stromausfall in Remagen und Sinzig

Sinzig/Remagen. Am Samstagabend kam es um 20.07 Uhr zu einem Kurzschluss im Bereich der Umspannanlage Sinzig. In der Folge fiel im Bereich von 31 Netzstationen der Strom aus. Betroffen waren Haushalte in Sinzig und Remagen.

Weiterlesen

Symbolbild.
1276

Nach dem Crash flüchtete der Verursacher zunächst zu Fuß von der Unfallstelle

07.09.: Kreis AW: Britischer Autofahrer missachtet Rechtsverkehr: Verletzte und Totalschaden nach Frontalkollision

Quiddelbach. Der Fahrer eines britischen Pkw befuhr am Freitagabend gegen 19:40 Uhr die B 257 von Quiddelbach kommend in Fahrtrichtung Müllenbach. Dabei nutzte er über einen längeren Zeitraum den linken Fahrstreifen. Ausgangs einer Linkskurve oberhalb von Quiddelbach kollidierte der schwarze Pkw frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug.

Weiterlesen

Nach der Flut bewiesen Gisela Dieringer und Brigitte Gafinen Durchhaltevermögen.
764

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Nach mehr als 150 Jahren endet eine außergewöhnliche Familien- und Unternehmensgeschichte: Das traditionsreiche Schuhhaus Rollmann in Bad Neuenahr schließt seine Türen. Damit verliert die Innenstadt ein Geschäft, das für Generationen von Kundinnen und Kunden weit mehr war als nur ein Ort zum Schuheinkaufen, sondern einen Platz für Begegnungen und Gespräche. Nun haben sich die...

Weiterlesen