Erfolgsformat „Wandern für den Wiederaufbau“ geht vom 23. April bis 29. Mai in die zweite Runde

„Ein Besuch im Ahrtal ist gelebte Solidarität“

Auch die Deutschen Weinmajestäten gingen auf die rund 15 Kilometer lange Strecke

25.04.2022 - 08:57

Ahrtal. Im vergangenen Herbst feierte „Wandern für den Wiederaufbau“ in der massiv von der Flutkatstrophe 2021 betroffenen Verbandsgemeinde Altenahr seine erfolgreiche Premiere – jetzt ging der beliebte Wanderevent in die zweite Runde. Die Veranstaltung ist dabei eine Symbiose aus vielen, für das Ahrtal positiven Faktoren. Auswärtige und einheimische Wanderfreunde besuchen die Gastronomie, den Handel, die Winzer und bereits wieder aktive Beherbergungsbetriebe und können sich zugleich von den verheerenden Schäden, aber auch von den Fortschritten des Neu- und Wiederaufbaus entlang des Rotweinwanderwegs ein Bild machen. Der offizielle Startschuss zu „Wandern für den Wiederaufbau 2.0“ fand im Mayschoßer Weingut „Deutzerhof“ statt – flankiert von jede Menge royalem Glanz. So waren nicht nur die amtierenden Weinköniginnen der Ahrwein-Orte, sondern auch die Deutsche Weinkönigin Sina Erdrich mit den Deutschen Weinprinzessinnen Linda Trarbach und Saskia Teucke nach Mayschoß gekommen.


Besucher nicht als „Katastrophen-Touristen“ wahrnehmen


Für die aus Dernau stammende Linda Trarbach ein absolutes Heimspiel. Sina Erdrich, Winzertochter aus dem badischen Durbach, brachte das Wesen von „Wandern für den Wiederaufbau“ auf den Punkt: „Diese so gastfreundliche, herzliche und schöne Region und das was hier passiert ist, sollte nicht vergessen werden. Zudem ist jetzt die Zeit gekommen, darauf hinzuweisen, dass sich das Ahrtal über Gäste und Besucher freut. Dass sich die Leute trauen, wieder hierhinzukommen. Weinbau und Tourismus, das hängt einfach zusammen. Es ist verständlichg, dass Menschen Respekt davor haben, ins Ahrtal zu reisen, weil sie befürchten als Katastrophen-Touristen wahrgenommen zu werden. Daher ist es jetzt unsere Aufgabe, den Menschen das Gegenteil zu vermitteln“, so Endrich, die mit ihren Prinzessinnen die gesamte, 15 Kilometer lange Wanderstrecke absolvierte um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Im Namen der beteiligten Verkehrsvereine begrüßte Rudolf Mies die Gäste. „Wir hoffen, dass uns viele Wein- und Wanderfreunde in der Zeit bis Ende Mai – aber auch darüber hinaus – besuchen. Mein Dank gilt dabei allen, die im Hintergrund unermüdlich daran gearbeitet haben, das diese Veranstaltung so überhaupt stattfinden kann“, so Mies, der für das Auftakt-Wochenende den Besuch von bis zu 8.000 Besuchern prognostizierte.


„Das Ahrtal ist mehr, als „nur“ die Flutkatastrophe“


Dem schloss sich die Staatssekretärin und Leiterin des Wiederaufbaustabes, Nicole Steingaß, nahtlos an: „Wandern für den Wiederaufbau soll zeigen, dass das Ahrtal mehr ist, als „nur“ die Flutkatstrophe, auch wenn die Folgen dieser Katastrophe immer noch zu sehen sind und noch für viele Jahre zu sehen sein werden. Es soll den Menschen Hoffnung geben, Gäste bringen, den Besuchern eine gute Zeit bereiten – auch den Helfern, die vielleicht ins Ahrtal zurückkehren.“ Landrätin Cornelia Weigand rückte die vielen unverwechselbaren Seiten des Ahrtals in den Fokus: „Diese Region steht für unglaublich viel Lebensfreude, für Freundschaft und Nähe. Gastfreundschaft, Tourismus und Genuss zeichnen das Ahrtal aus“, so Weigand. „Gerade in der Zeit des Wiederaufbaus sind wir auf Gäste angewiesen. Mit ‚Wandern für den Wiederaufbau‘ setzten die Verkehrsvereine aus Dernau, Mayschoß, Rech und Altenahr ein klares Zeichen für die Zukunft. Die Besucher unterstützen durch ihren Besuch unsere Betriebe, Gastronomie und Winzer. Der Besuch im Ahrtal ist gelebte Solidarität und hat seit der Flut eine ganz besondere Bedeutung für uns hier und darüber hinaus“, ergänzte Georg Knieps, Beigeordneter der Verbandsgemeinde Altenahr.

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K. Schmidt:
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K. Schmidt:
Manche Sätze davon könnten genauso aus einem Interview vor einem Jahr stammen. Wir brauchen Sonderlösungen, dies und das bremst... Das kann man natürlich nicht alles auf Frau Weigand schieben, was sich im letzten Jahr alles noch nicht getan hat, aber man kann schon feststellen: Viel handfestes, greif-...
Wilhelm Wundertsich:
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K. Schmidt:
Urlaub am Meer, Ausflüge in die Eifel, diverse Mittelgebirgsstandorte, ja selbst in Bayern trifft man als Tourist auf Windkraftanlagen. Aber in Ahrweiler wird der Tourismus zusammenbrechen, wenn der Strom zur Beleuchtung des Rotweines nicht einfach nur aus der Steckdose kommt, sondern auch sichtbar...
Sabine Weber-Graeff:
Die Bürger Ahrweilers haben den Bau,so glaube ich,noch garnicht auf dem Radar.Die Offenlegung der Pläne wurde taktisch geschickt in die Sommerferien gelegt,vermutlich um einer Vielzahl von Einwendungen entgegenzuwirken.Was diese Pläne für die touristische Infrastruktur hier bedeuten,läßt sich nur erahnen.Stammgäste...
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