Rheinbrohler Weihnachtskrippe auch in diesem Jahr ganz besonders
Weihnachtsgeschehen nach Dernau verlegt
Rheinbrohl. Die Rheinbrohler Krippenbauer in der Pfarrkirche Sankt Suitbertus haben sich auch in diesem Jahr wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Nach dem im vergangenen Jahr ein Flüchtlingslager dargestellt wurde, hat man in diesem Jahr das Weihnachtsgeschehen nach Dernau verlegt und somit in das Gebiet der diesjährigen Flutkatastrophe vom 14. Juli.
Dabei gibt es zu Dernau auch eine eigene Geschichte, was die Rheinbrohler Krippe betrifft. Denn ihre Figuren wurden im Wesentlichen 1896 angeschafft, was sich anhand noch erhaltener Rechnungen belegen lässt. Der Kamelführer und das Kamel kamen jedoch 1938 hinzu, als in der Dernauer Pfarrkirche Sankt Johannes eine ähnliche Krippe aufgelöst wurde.
„Davon erfuhr der damaligen Rheinbrohler Kaplan Schweißtal. Da dieser das Motorrad des Metzgermeisters Roth benutzen durfte, fuhr er damit nach Dernau und transportierte beide Figuren nach Rheinbrohl“, schildert Krippenbauer Ewald Schneider, der auch Ansprechpartner für Führungen an der Krippe ist.
„Coronabedingt konnte die große Wurzelkrippe in diesem Jahr erneut nicht aufgebaut werden. Deshalb haben wir Krippenbauer diese Figurengeschichte sowie die tragischen Ereignisse vom 14. Juli zum Anlass genommen und Bethlehem nach Dernau an der Ahr verlegt.“ Ein Krippenstall aus Holz und Stroh beherbergt die Heilige Familie und die weiteren 125-jährigen Jubiläumskrippenfiguren. Es gibt einen Weinberg, den „Dernauer Pfarrwingert“ sowie angedeutet den Verlauf der angestiegenen Ahr.
Mit den Bildern auf Plakatwänden an der Krippe sowie am Ausgang der Kirche soll noch einmal auf die schrecklichen Ereignisse hingewiesen werden. „Wir bitten die dort stehenden Spendenbehälter reichlich zu füllen. Wir werden alle eingehenden Spenden zu 100 Prozent nach Dernau weiterleiten“.
Die Krippe kann nach jedem Gottesdienst, sowie samstags- und sonntagsnachmittags von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Coronakonform mit Kontaktdatenerfassung und nach der 2G Regelung. Zusätzliche Termine für Familien oder kleinere Gruppen können mit Ewald Schneider unter Tel. (0 26
35) 43 30 vereinbart werden. Die Krippe ist traditionell bis zum 2. Februar („Mariä Lichtmess“) aufgebaut.
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