Klimaschutz- und Umweltministerin Katrin Eder: „Nach der Soforthilfe kommt der nachhaltige Wiederaufbau“

Förderbescheid über 1,145 Millionen Euro in VG Altenahr übergeben

Förderbescheid über 1,145 Millionen Euro in VG Altenahr übergeben

Rech im Juni 2022. Foto: ROB

10.06.2022 - 16:17

VG Altenahr. „Das verheerende Hochwasser am 14./15. Juli vergangenen Jahres hat Leid und Zerstörung über das Ahrtal gebracht. Der Wiederaufbau ist bis heute eine Mammutaufgabe, bei der Landesregierung, SGD Nord und Kommunen intensiv zusammengearbeitet haben, um Soforthilfe zu leisten, aber auch um nachhaltige Klimaschutz-Strategien zu entwickeln. Die Kläranlagen und Kanalsysteme wurden in der Flutnacht beispielsweise nahezu vollkommen zerstört. Um die Abwasserreinigung wieder zu gewährleisten, mussten sechs temporäre, also provisorische Kläranlagen, errichtet und in Betrieb genommen werden. Dadurch wurde die Gewässerbelastung der Ahr erheblich reduziert. In Zukunft wird die Abwasserreinigung zentral und nach neuesten Umweltstandards in den Kläranlagen Dümpelfeld und Sinzig erfolgen. Hier setzt die Region Maßstäbe. Zugleich freue ich mich, heute einen Förderbescheid von 1,145 Millionen Euro aus dem Aufbaufonds zu überreichen, der hilft, gerade die provisorischen Lösungen finanziell zu stemmen“, erklärte Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder in der Verbandsgemeinde Altenahr. Sie überreichte den Bescheid an den Ersten Beigeordneten Georg Knieps.

Ministerin Eder besuchte die neueste der provisorischen Kläranlagen, eine mobile Anlage in Altenahr. Die Übergangskläranlage Altenahr wurde für eine Abwassermenge von 3 bis 4 l/s sowie eine Belastung von 700 Einwohnerwerten (EW) konzipiert. Auf ihr wird zukünftig das Abwasser der Ortsgemeinde Altenahr und – nach Abschluss der Kanalreparaturen – des Ortsteils Altenburg gereinigt. Die Anlage ist mit einem Vorlagebehälter und vier Sequencing-Batch-Reaktoren (SBR) ausgerüstet. In den SBR erfolgt die biologische Abwasserreinigung. Belüftungs-, Absetz-, Klarwasserabzugs- und Schlammrückführungsphasen wiederholen sich zyklisch.

Katrin Eder betonte, wie froh sie über die angestrebten Dauerlösungen in der Abwasserbeseitigung sei. In der Kläranlage Dümpelfeld (Verbandsgemeinde Adenau) wird beispielsweise auf ein Faulungssystem umgestellt. „Ich habe mich sehr gefreut, dass die künftige Ausrichtung der Abwasserbeseitigung hin zu den Kläranlagen Dümpelfeld und zum Abwasserzweckverband Untere Ahr, also der Kläranlage Sinzig, zeitnah in den kommunalen Gremien beschlossen wurde“, erklärte die Ministerin. „Die Fachleute im Umwelt- und Klimaschutzministerium haben hier tatkräftig unterstützt.“


Hintergrund


Die VG Altenahr gehört zu den besonders stark von der Flutkatastrophe betroffenen Verbandsgemeinden. Alleine im Bereich der kommunalen Infrastruktur belaufen sich nach derzeitigem Stand die 667 Maßnahmen der Verbandsgemeinde, des Abwasserwerks Mittelahr und aller Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde auf insgesamt 1,4 Milliarden Euro. Für den das MKUEM betreffenden Teil der kommunalen Infrastruktur betrifft dies:

- Teilprogramm Wasser/Abwasser: 68 Maßnahmen, rund 211 Millionen Euro

- Teilprogramm Hochwasser/Gewässerinfrastruktur, 43 Maßnahmen, rund 410 Millionen Euro

Pressemitteilung Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz

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Stadtbäume hatten noch nie eine Lobby. Wenn erforderlich, müssen sie stadtplanerischen Anforderungen weichen. Das ist so u. wird auch immer so sein. Und eine Baumschutzsatzung ändert daran auch nichts bis auf die Tatsache, dass Hauseigentümer mit Garten auf ihrem eigenen Grund u. Boden in Sachen BAUM...
juergen mueller:
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