Das Hochwasser schlug im Neubaugebiet in Heppingens Osten mit brachialer Gewalt zu – bei einer Infoveranstaltung war die Zukunft des Gebietes ein Hauptthema

Heppingen nach der Flut: „Alle Träume wurden weggespült

23.10.2021 - 13:09

Heppingen. Derzeit tourt eine Expertengruppe durch die Stadtteile der Kreisstadt. Der Auftrag der Fachleute von Land, SGD Nord und ISB: Transparente Informationen über den zukünftigen Wohnstandort Ahrtal, Hochwasserschutz und Fördermöglichkeiten aus erster Hand liefern. Auch in Heppingen wurde nun eine solche Infoveranstaltung durchgeführt. Mangels Alternative fand die in der Pfarrkirche St. Martin statt. Wer keinen Platz bekam, konnte die Referate über Lautsprecher vor der ehrwürdigen Kirche an der Landskroner Straße verfolgen. Nach den etwa eineinhalbstündigen Ausführungen der Fachleute stand das traurige Schicksal der Menschen im Neubaugebiet im Osten des Ortsteils im Mittelpunkt der Bürgerfragerunde, die sich stets an die Referate anschloss. Die Wassermassen schlugen hier am 15. Juli mit erbarmungsloser Kraft zu. Die einst modernen Einfamilienhäuser sind entweder komplett zerstört oder enorm beschädigt. Das Wasser stand meterhoch und erreichte die ersten Stockwerke der Gebäude. Doch eines wurde während der Versammlung deutlich: Viele Bewohner der Wilhelm-Söller-Straße und Am alten Brunnen wollen gerne bleiben und aufbauen. Ortsvorsteher Klaus Kniel bestätigte den Trend. In Zukunft gelte es jedoch seitens der Stadt zu prüfen, das „Ob“ und „Wie“ zu klären. Die Anwohner brachten ihre Verzweiflung deutlich zum Ausdruck. „Alle meine Träume wurden fortgespült,“ sagte ein Hausbesitzer des Neubaugebietes. Und weiter: „Wir haben uns dieses Haus für das Alter gebaut.“ Diese Idee hätte nun keine Bedeutung mehr. Schließlich stände nicht fest, ob es an diesem Standort wieder weitergeht. Der Ton mancher Bürger wurde im Verlaufe des Abends schärfer. Es wurde vermutet, das Hausbauer wissentlich in ein Hochwassergebiet gelockt wurden. Joachim Gerke von der SGD Nord gab den Vorwurf weiter an die Stadt und somit an den ebenfalls anwesenden Bürgermeister Guido Orthen. Denn: „Die Ausweisung von Baugebieten ist die Aufgabe der kommunalen Entscheidungsträger“, so Gerke. Dass hier bewusst die Flutgefahr verschwiegen wurde, wurde von Orthen entschieden zurückgewiesen. „Das Baugebiet wurde nach bestem Wissen und Gewissen ausgewiesen“, so der Bürgermeister. Ein Ausmaß eines Hochwassers wie im Juli habe niemand vorhersehen können. Dies bestätigten auch Günter Kern, der Sonderbeauftragte der Landesregierung zum Wiederaufbau des Ahrtals, und Hans-Hartmann Munk, stellvertretender Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft im Klimaministerium. Letzterer ging auch auf die baulichen Hochschutzmaßnamen um Heppingen und dem Ahrtal im Gesamten ein. „Es gibt keine technische Möglichkeit, das Ahrtal vor einer Flut wie dieser zu schützten“, sagte Munk, der so um Verständnis für die besondere Aufbausituation warb – auch im Neubaugebiet von Heppingen. ROB

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Stellenmarkt
Weitere Berichte

Keine Klarheit um die Frage des Standorts des neuen Feuerwehrhauses in Sinzig

Feuerwehrleute brauchen weiterhin Geduld

Sinzig. Eine Mammutaufgabe hatten die Mitglieder des Sinziger Stadtrates am vergangenen Donnerstag zu bewältigen: Nicht weniger als 26 Punkte standen auf der Tagesordnung der letzten Ratssitzung vor der Kommunalwahl. Trotz aller Bemühungen der Stadtverwaltung um ein straffes Sitzungsmanagement zog sich die Sitzung bis in die späten Abendstunden hin. Erst nach 22 Uhr war Schluss. mehr...

SPD Arzheim

Kleinod muss erhalten werden

Arzheim. Bereits Mitte März hatten sich die drei Sozialdemokraten Dr. Andreas Metzing (Vorsitzender des Ortsvereins Arzheim und Ortsvorsteherkandidat), Marion Lipinski-Naumann (Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion) und Fritz Naumann (Mitglied des städtischen Denkmalpflegebeirates) ein Gesamtbild über den Zustand der 1846 eingeweihten Arzheimer Kapelle gemacht. Die Kapelle, die bis heute für kleinere Andachten genutzt wird, dient auch als Denkmalstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege. mehr...

Regional+
 

Einwohnerversammlung

Roßbacher Bürger wurden informiert

Roßbach. Gibt es noch eine Informationsversammlung mit der Deutschen Glasfaser, wie sieht die weitere Nutzung des „Alten Friedhof“ aus, gewährt die Verbandsgemeinde Zuschüsse an Private für Investitionen in alternative Energien? Diese und andere Fragen wurden bei einer Einwohnerversammlung der Gemeinde Roßbach Bürgermeister Hans-Werner Breithausen und Ortsbürgermeister Thomas Boden in der „Wiedhalle“ gestellt. mehr...

Erfolgreiche Teilnahme der WKA Koblenz bei den German Classics Championships 2024

Gold und Silber geholt

Koblenz. Bei den diesjährigen German Classics Championships der WMAO in Rüsselsheim waren die Taekwondo Kämpfer der WKA-Koblenz (Willems Kampfkunst Akademie e.V. sehr erfolgreich! Bestens von ihrem Trainer Bernie Willems 8.Dan (Taekwondo Bundestrainer) wurden die Sportler auf diese Meisterschaft vorbereitet. Die Wettkampfklassen wurden in Alters, Geschlecht und im Kickboxen Gewichtsklassen eingeteilt. mehr...

Anzeige
 
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte
Reizgas-Attacke: Verursacher gesucht

Bundespolizei Trier sucht Zeugen

Reizgas-Attacke: Verursacher gesucht

Remagen. Am 27. Mai 2024 gegen 14.25 Uhr wurden mehrere Reisende in einer Regionalbahn (RB 24526) von Remagen nach Bonn vermutlich durch Reizgas verletzt. Insgesamt acht Zuginsassen klagten über Atembeschwerden und mussten ärztlich versorgt werden. mehr...

Bürgerinitiative Energiewende Neuwied

Stadtwerke stärken! Nur wie?

Neuwied. Mit dem geplanten Ausbau erneuerbarer Energien übernehmen die SWN zunehmend neue Betätigungsfelder. Derzeit steht der Ausbau der Windenergie im Vordergrund und verschlingt Ressourcen, die vorher nicht bereitgestellt werden mussten. mehr...

L 52 zwischen Polch
und Mayen saniert

Update Maifelder Landesstraßen

L 52 zwischen Polch und Mayen saniert

VG Maifeld. Der nächste Schritt im Programm der Sanierung der Landesstraßen ist vollzogen und der Streckenabschnitt der L 52 zwischen Polch und der Mayen ist wieder freigegeben. Bürgermeister Maximilian Mumm zeigt sich zufrieden mit der Abarbeitung des aus 2019 stammenden Sanierungsplanes. mehr...

Offene Maifeldmeisterschaften
im Badminton

TG 1888 Polch e.V.

Offene Maifeldmeisterschaften im Badminton

Polch. „Ein großes Ereignis wirft seinen Schatten voraus“. Am 6. und 7. Juli 2024 richtet die TG Polch zum zweiten Mal den Maifeld-Cup, die offenen Maifeldmeisterschaften im Badminton, in der Maifeldhalle in Polch aus. mehr...

10. Meistertitel
für Maike Salewski

TG Bendorf-Weitersburg

10. Meistertitel für Maike Salewski

Bendorf-Weitersburg. Mit einem Sieg, einem 6. und einem 11. Platz kehrten die Senioren- Turnerinnen der TG Bendorf-Weitersburg von den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Iffezheim zurück. mehr...

Glorreicher Auftakt

Glorreicher Auftakt

Bölingen. Bei dem ersten Meisterschaftswochenende des Rheinischen Schützenbundes (RSB) konnten sich die Schützen des GSSV Bölingen unter Beweis stellen. Gleich sechs Medaillenplätze gingen an die Bölinger Schützen mehr...

LESETIPPS
GelesenNeueste
Kommentare
juergen mueller:
Danke, Herr Missbach. Wer sich für einen mähfreien Mai stark macht, dem gebe ich gerne anschließend Gelegenheit, bei uns "1 500 qm" Rasenfläche per Freischneider zu bearbeiten. Meldungen nehme ich gerne entgegen....
juergen mueller:
Da müssen wir alle doch richtig froh sein, dass es Sie gibt, Herr Samed, jemand, der uns "Doofe" über das GG/unsere Verfassung aufklärt. ...
Amir Samed:
Die Bürger dürfen sich klar gegen die Verfassung äußern, das unterliegt der Meinungsfreiheit. Denn Bürger sind, im Gegensatz zu den Verfassungsorganen (Legislative, Judikative und Executive), nicht Verfassungsverpflichtete. Die Verfassung bindet diese Verfassungsorgane, zum Schutz der Bürger vor einem...
juergen mueller:
Das Grundgesetz war ursprünglich als Provisorium geplant (Änderungen vorbehalten), sollte eine provisorische Ordnung sein, welche für die Übergangszeit bis zur Wiederherstellung der deutschen Einheit gelten sollte. WICHTIG zu WISSEN, Herr SAMED ist, dass die Bundesrepublik erst ein Staat "im Werden"...
J. Holstein:
Tja.. ...natürlich möchte Herr Deres das nicht zum Wahlkampfthema machen... er tut es aber ja ganz offensichtlich, indem er diese Mitteilung an die Presse gibt! Ein Schelm, der Böses dabei denkt und ein trauriges Bild eines Politikers, des so offensichtlich potentielle Wähler belügt. Zum Glück...
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 

Firma eintragen und Reichweite erhöhen!
Service