Christoph Kreuzberg ist Diplom-Biologe im Ahrtal und mit dem der Aufbauarbeiten im Langfigtal nicht einverstanden

Langfigtal in Altenahr: Von „Aufräumwut“ und „Zerstörungsarbeiten“

13.02.2022 - 14:18

Altenahr. Der Treffpunkt war beeindruckend gewählt: Unter den senkrecht aufragenden Felsen mit einem Alter von 400 Millionen Jahren am Eingang des Langfigtals, das überregional für seine außergewöhnliche landschaftliche Schönheit bekannt ist, trafen sich etwa 40 interessierte Bürger sowie Mitarbeiter der zuständigen Behörden der SGD Nord und Repräsentanten der Verbandsgemeinde Altenahr. Auch der NABU im Kreis Ahrweiler und Christoph Kreuzberg, Diplom-Biologe, und Mit-Initiator einer Bürgerinitiative, die sich der Rettung des Langfigtals verschrieben hat, waren dabei. Für die jetzige Arbeit habe er absolut kein Verständnis.


„Hier scheint sich das Versagen der zuständigen Behörden in der Causa „Wiederaufbau Ahrtal“ eindrucksvoll zu manifestieren scheint“, sagt Kreuzberg. Immerhin sei die Brisanz des Themas den Bürgern der Ahrregion sowie den Behörden bewusst zu sein.

„Im Langfigtal treibt die „Aufräumwut“ der ausführenden Organe besonders skurrile Blüten. So wurden Arbeiten im siebenstelligen Eurobereich beauftragt, finanziert aus dem Aufbauhilfefond, um fachlich mehr als zweifelhafte Maßnahmen durchzuführen“, moniert Kreuzberg. Es heiße von offizieller Seite, dass die Arbeiten im Langfigtal nötig waren, um eine natürliche Entwicklung in diesem Bereich zu ermöglichen. Schriftliche Expertisen, Verträge, Pläne oder eine ökologische Baubegleitung haben wiederum von den Verantwortlichen nicht vorgelegt werden können. Das macht Christoph Kreuzberg sauer. „Ein unerhörter Vorgang, wenn man das finanzielle Volumen der beauftragten Arbeiten bedenkt. Hier hätten sich wohl alle Ahranwohner eine sinnvollere Verwendung der Gelder aus dem Aufbaufond gewünscht.“

Währenddessen seien auch manch andere Bürger enttäuscht. Kreuzberg: „Von den „hilflosen Institutionen“ werden wir nun selbst in die Verantwortung gerufen, während sich die Verantwortlichen im „Zuständigkeitsdschungel Gewässerufer“ hinter ihrer Nichtzuständigkeit versteckten.“ Der Diplom-Biologe sieht auch die Arbeiten der Verbandsgemeinde Altenahr kritisch. Die Behörde habe die „Zerstörungsarbeiten im Langfigtal“, wie Kreuzberg ausdrückt, ohne fachliche Begleitung oder schriftliche Genehmigungen bzw. Verträge mitbeauftragt, lautet der Vorwurf. Seitens der zuständigen Behörden gäbe es kein Signal aus diesen Fehlern lernen zu wollen, so Kreuzberg weiter.

„Die bisherigen Arbeiten an der Ahr und ihren Zuflüssen führen vor allem nicht zu größerem Schutz vor einem nächsten Hochflutereignis. Und gleichzeitig wird der schon strapazierte Lebensraum Ahr sukzessive weiter zerstört.“ Die interessierten und engagierten Bürger möchten sich weiter für mehr Transparenz, fachliche Begleitung und auch Kontrolle der Planungen und Vorgänge einsetzen. In einen Monat, am Mittwoch, 9. März, sind sie wieder vor Ort und tun ihr Anliegen kund.

ROB ROB

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Weitere Berichte

Neue Bedingungen für Coronatests

Kostenlose Bürgertests nur noch für vulnerable Gruppen

Rheinland-Pfalz. Rheinland-Pfalz wird auch über den 30. Juni hinaus im Land die Möglichkeit für Bürgertests zur Verfügung stellen. Allerdings unter veränderten Bedingungen. So werden nach der neuen Coronavirus-Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums die kostenlosen Bürgertests künftig nur noch bestimmten Personengruppen angeboten. Dazu gehören etwa Kinder bis fünf Jahren, Schwangere im ersten... mehr...

Junge Männer vor Polizeikontrolle geflüchtet

Antweiler: Kilometerlange Verfolgungsjagd endet mit Festnahme

Antweiler. In der Nacht zum Samstag, 2. Juli, wollten Polizeibeamte der Polizeiinspektion Adenau einen Pkw in Antweiler anhalten, um diesen zu kontrollieren. Der Pkw flüchtete vor dem Streifenwagen und musste auf den Landstraßen mit sehr hohen Geschwindigkeiten verfolgt werden. Der Fahrer hielt bei seiner Flucht einmal an, fuhr dann aber mit hoher Geschwindigkeit erneut weg, als die Beamten die Kontrolle beginnen wollten. mehr...

Aufmerksame Spaziergängerin informiert Polizei

Bad Hönningen: Verdächtige Geräusche in der Kristall Rheinpark-Therme

Bad Hönningen. In der Nacht von Donnerstag, 30. Juni auf Freitag, 1. Juli nahm eine 41-jährige Frau bei einem Spaziergang am Rhein verdächtige Geräusche war. Diese kamen offensichtlich aus den Räumen einer angrenzenden Therme. In ihrem Anruf schilderte die Frau, dass es sich bei den Geräuschen mit großer Wahrscheinlichkeit um eine eingeschaltete „Flex“ handelt. Beamte der Polizeiinspektion Linz begaben sich unmittelbar zum vermeintlichen Einsatzort. mehr...

 
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
LESETIPPS
GelesenNeueste
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 

Firma eintragen und Reichweite erhöhen!
Kommentare

Zu Besuch in der Frankensiedlung

Mathias Heeb:
Ja, es waren schöne Stunden mit den Kindern der Klasse, manche haben gefragt, ob sie nicht 3 Tage hier bleiben könnten. Was hätte man alles für Möglichkeiten mit diesem Projekt, immer noch und wird auch so bleiben absolutes Unverständnis über die Entscheidung des Gemeinderates der Grafschaft aufgrund...
Mathias Heeb, Grüner Fraktionsvorsitzender:
Von meiner Seite konnte ich mit Johannes Jung aus dem „rebellischen Dorf Eckendorf“ immer gut auskommen. Hoffe für ihn, dass er etwas andere Wege findet für die CDU Grafschaft, ihm alles Gute für die Zukunft, so fair sollte man sein....
K. Schmidt:
"So sei eine Seilbahn vom Tal aus zur Saffenburg, zur Burg Are oder zum Krausbergkopf bei Dernau zur touristischen Erschließung durchaus vorstellbar,..." - Bis vor 10 oder 11 Jahren gab es in Altenahr noch eine Seilbahn, die wurde dann aufgegeben weil mangels Fahrgästen kein wirtschaftlicher Betrieb...
Service