Allgemeine Berichte | 13.02.2022

Christoph Kreuzberg ist Diplom-Biologe im Ahrtal und mit dem der Aufbauarbeiten im Langfigtal nicht einverstanden

Langfigtal in Altenahr: Von „Aufräumwut“ und „Zerstörungsarbeiten“

Das Langfigtal im Oktober nach der Flut.  Fotos: ROB

Altenahr. Der Treffpunkt war beeindruckend gewählt: Unter den senkrecht aufragenden Felsen mit einem Alter von 400 Millionen Jahren am Eingang des Langfigtals, das überregional für seine außergewöhnliche landschaftliche Schönheit bekannt ist, trafen sich etwa 40 interessierte Bürger sowie Mitarbeiter der zuständigen Behörden der SGD Nord und Repräsentanten der Verbandsgemeinde Altenahr. Auch der NABU im Kreis Ahrweiler und Christoph Kreuzberg, Diplom-Biologe, und Mit-Initiator einer Bürgerinitiative, die sich der Rettung des Langfigtals verschrieben hat, waren dabei. Für die jetzige Arbeit habe er absolut kein Verständnis.

„Hier scheint sich das Versagen der zuständigen Behörden in der Causa „Wiederaufbau Ahrtal“ eindrucksvoll zu manifestieren scheint“, sagt Kreuzberg. Immerhin sei die Brisanz des Themas den Bürgern der Ahrregion sowie den Behörden bewusst zu sein.

„Im Langfigtal treibt die „Aufräumwut“ der ausführenden Organe besonders skurrile Blüten. So wurden Arbeiten im siebenstelligen Eurobereich beauftragt, finanziert aus dem Aufbauhilfefond, um fachlich mehr als zweifelhafte Maßnahmen durchzuführen“, moniert Kreuzberg. Es heiße von offizieller Seite, dass die Arbeiten im Langfigtal nötig waren, um eine natürliche Entwicklung in diesem Bereich zu ermöglichen. Schriftliche Expertisen, Verträge, Pläne oder eine ökologische Baubegleitung haben wiederum von den Verantwortlichen nicht vorgelegt werden können. Das macht Christoph Kreuzberg sauer. „Ein unerhörter Vorgang, wenn man das finanzielle Volumen der beauftragten Arbeiten bedenkt. Hier hätten sich wohl alle Ahranwohner eine sinnvollere Verwendung der Gelder aus dem Aufbaufond gewünscht.“

Währenddessen seien auch manch andere Bürger enttäuscht. Kreuzberg: „Von den „hilflosen Institutionen“ werden wir nun selbst in die Verantwortung gerufen, während sich die Verantwortlichen im „Zuständigkeitsdschungel Gewässerufer“ hinter ihrer Nichtzuständigkeit versteckten.“ Der Diplom-Biologe sieht auch die Arbeiten der Verbandsgemeinde Altenahr kritisch. Die Behörde habe die „Zerstörungsarbeiten im Langfigtal“, wie Kreuzberg ausdrückt, ohne fachliche Begleitung oder schriftliche Genehmigungen bzw. Verträge mitbeauftragt, lautet der Vorwurf. Seitens der zuständigen Behörden gäbe es kein Signal aus diesen Fehlern lernen zu wollen, so Kreuzberg weiter.

„Die bisherigen Arbeiten an der Ahr und ihren Zuflüssen führen vor allem nicht zu größerem Schutz vor einem nächsten Hochflutereignis. Und gleichzeitig wird der schon strapazierte Lebensraum Ahr sukzessive weiter zerstört.“ Die interessierten und engagierten Bürger möchten sich weiter für mehr Transparenz, fachliche Begleitung und auch Kontrolle der Planungen und Vorgänge einsetzen. In einen Monat, am Mittwoch, 9. März, sind sie wieder vor Ort und tun ihr Anliegen kund.

ROB ROB

Vor der Flutkatastrophe war das Tal ein wahres Naturidyll.

Vor der Flutkatastrophe war das Tal ein wahres Naturidyll.

Das Langfigtal im Oktober nach der Flut. Fotos: ROB

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