Allgemeine Berichte | 02.06.2022

Am Wochenende 8. und 9. Mai 2022 kam es in der Nette bei Mayen- Hausen zu einem großen Fischsterben.

Wenn kleine Bäche zur Abfallentsorgung missbraucht werden

Mitarbeiter der Kreisverwaltung sammelten die toten Fische ein.  Foto: Archiv/privat

Mayen. Am Wochenende 8. und 9. Mai 2022 kam es bei Mayen- Hausen in der Nette zu einem großen Fischsterben. Der Grund waren schädliche Schmutzwassereinleitungen aus dem Plunsbach. Spaziergänger berichteten an diesem Wochenende von vielen toten Fischen in diesem Bachbereich. Leider wurden die zuständigen Stellen also Untere Wasserbehörde Kreis MYK und die Feuerwehr erst am 9. Mai, also Sonntags, alarmiert. Zur Eindämmung der Verschmutzung konnten sie leider nichts mehr ausrichten, sondern lediglich Wasserproben und tote Fische sichern. Der/die Verursacher sind bisher nicht ermittelt. Die ARGE-Nette appelliert deshalb noch einmal eindringlich, bei solchen Ereignissen umgehend die Feuerwehr zu informieren Notrufnummer 112. Sie ist normalerweise hier die Stelle, die die notwendigen Schritte einleiten kann.

Den Tod der Fische und vieler anderer Lebewesen im Bach wurde durch die Einleitung von Substanzen mit viel Ammonium und Nitrit hervorgerufen, die z. B. in Gülle und sonstigen landwirtschaftlichen Flüssigkeiten vorkommen, aber die auch in hohen Konzentrationen im Schlamm von Fischteichen vorliegen die gerne beim Reinigen der Teiche kurzerhand in den Bach abgelassen werden. Diese Stoffe und ihre chemischen Folgeprodukte wie z. B. Ammoniak sind bereits in kleinen Dosen für Fische tödlich.

Fatale Ergebnisse

Leider müssen die Mitglieder von der ARGE-Nette immer wieder feststellen, dass nicht nur die Nette, sondern auch kleine Bäche als Abfallentsorgungsleitungen missbraucht werden. Die Bedeutung der freien Gewässer für die Trinkwasserversorgung und das Grundwasser ist enorm und wird von vielen nicht gesehen oder verstanden.

Nicht nur diese große Verschmutzung mit dem fatalen Ergebnis macht der ARGE Sorgen, sondern man stellt bei den Kontrollbegehungen immer wieder fest, dass viele Anlieger, deren Grundstücke an den Bach reichen, ihre Gartenabfälle (und auch noch mehr) einfach in die Nette kippen.

Das ist besonders im Sommer extrem schlimm, wenn ohnehin Niedrigwasser herrscht und durch hohe Temperaturen der Sauerstoffgehalt im Wasser gering ist. Ganz abgesehen davon sind diese Gartenabfälle oft mit Pestiziden und Insektenvernichtungsmitteln kontaminiert, wobei besonders der Rasenschnitt eine unrühmliche Rolle spielt. Bereits völlig unbelasteter Rasenschnitt verursacht im Gewässer bei seinem Verrottungsvorgang einen hohen Nährstoffeintrag (Eutrophierung). Schlussendlich ergibt dies eine zusätzliche Sauerstoffzehrung des ohnehin wenigen und sauerstoffarmen Wassers mit oben beschriebenen Folgen. Diese Verschmutzung in Verbindung mit viel Pflanzenschutzmitteln (Moos-EX – Ameisen-EX ,EX, EX) macht kurzen Prozess mit vielen Bachlebewesen.

Dringender Appell

Die ARGE-Nette appelliert hiermit an alle Bachanrainer, sich dies zu Herzen zu nehmen und an eines der wichtigsten Güter – das saubere Wasser – zu denken und hofft, dass die Erklärung der biologischen Zusammenhänge hilft meist ungewollte Schäden zu vermeiden. Nebenbei sei erwähnt, dass solche Taten tatsächlich auch rechtliche Folgen haben können (§ 324 STGB Straftatbestand Gewässerverunreinigung), wobei die ARGE Nette lieber die Einsicht und das Verständnis fördern will.

Pressemitteilung

Arbeitsgemeinschaft Nette e.V.

Mitarbeiter der Kreisverwaltung sammelten die toten Fische ein. Foto: Archiv/privat

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