Politik | 01.08.2022, 15:02 Uhr

Die Kreisverwaltung Ahrweiler zieht Bilanz zum Großbrand auf AWB-Anlage am Freitag

Erkenntnisse zur Brandursache liegen noch nicht vor

Weithin sichtbare Rauchsäule über dem Gewerbegebiet „Auf dem Scheid“.  Foto: privat
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Niederzissen. Nach mehr als 40 Stunden Brandbekämpfung konnte der Großeinsatz der Feuerwehren aus dem Kreis Ahrweiler und dem benachbarten Kreis Mayen-Koblenz auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums (AWZ) „Auf dem Scheid“ in Niederzissen am Sonntagmittag, 31. Juli 2022, beendet werden.

„Wir sind den ehrenamtlichen Einsatzkräften von Feuerwehr, THW, DRK und Polizei sowie allen weiteren Helferinnen und Helfern sehr, sehr dankbar für ihre Unterstützung. Nur dank ihres schnellen Eingreifens konnte verhindert werden, dass der Brand auch auf umliegende Gebäude, die Fahrzeuge des Abfallwirtschaftsbetriebes oder den angrenzenden Wald übergreifen konnte“, sagt Landrätin Cornelia Weigand. „Das Ehrenamt und Menschen, die sich in ihrer Freizeit zum Schutz anderer engagieren, sind unbezahlbar!“

Der Brand, der am Freitagabend, 29. Juli, gegen 21.30 Uhr bemerkt worden war, zerstörte eine Umladehalle des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) vollständig. Rund 500 Tonnen Abfälle, die zu diesem Zeitpunkt dort gelagert wurden, verbrannten. Die Brandursache ist bislang noch nicht geklärt. Die Brandermittler sind derzeit noch im Einsatz. Auch die Höhe des Schadens kann bislang noch nicht abgeschätzt werden.

Spekulationen zur Ursache helfen nicht

„Spekulationen zur Ursache helfen uns im Moment nicht weiter. Wir müssen die Ermittlungen abwarten. Genauso lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage darüber treffen, ob oder warum die automatische Löschanlage nicht funktioniert hat. Fest steht aber, dass wir in den kommenden Monaten mit starken Betriebseinschränkungen im AWZ zu rechnen haben. Für uns bedeutet das, dass wir den Logistik-Umschlag – heißt den Abtransport der Abfälle – umorganisieren müssen. Für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Abholung der Tonnen hat das aber voraussichtlich keine Auswirkungen“, erklärt Sascha Hurtenbach, Werkleiter des AWB. Und weiter: „Ich kann auch an dieser Stelle nur noch einmal meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken. Die vergangenen zwölf Monate waren hart und oft weit über der Belastungsgrenze, an ‚Entspannung‘ der Lage war und ist nicht zu denken. Und auch in dieser betriebsinterne Katastrophe müssen wir nun erneut zusammen stehen!“

Genesungswünsche der Landrätin

Bei dem Einsatz wurden zwei Feuerwehrangehörige der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Brohltal leicht verletzt. Einer der beiden wurde noch in der Nacht vorsorglich in ein örtliches Krankenhaus gebracht, konnte dieses aber bereits nach kurzer ambulanter Behandlung wieder verlassen. „Wir senden Ihnen all unsere Genesungswünsche und unser herzliches Dankeschön für Ihren Einsatz. Wir alle hoffen, dass Sie schnell wieder ganz fit sind!“, betonte Landrätin Weigand.

Trotz der starken Rauchentwicklung und der Warnung der Bevölkerung über die Warn-Apps NINA und KATWARN, Fenster und Türen geschlossen zu halten, bestand für die Anwohnerinnen und Anwohner keine Gefahr. Kontrolliert wurde dies durch den Einsatz von bis zu vier Messfahrzeugen der Feuerwehren, die die Bereiche in Zugrichtung der Rauchwolke kontrollierten.

Insgesamt 150 Einsatzkräfte waren im Einsatz

Aufgrund der Größe des Feuers und der Lage in einem Industriegebiet hatte die Feuerwehr Niederzissen, die bereits kurz nach ihrer Alarmierung vor Ort war, zusätzliche Wehren zur Unterstützung angefordert. Insgesamt rund 150 Einsatzkräfte sowie Spezialfahrzeuge aus dem gesamten Kreis und darüber hinaus wechselten sich in den kommenden beiden Tagen mit ihren Schichten ab.

Erschwert wurden die Löscharbeiten durch die teilweise eingestürzte Hallenkonstruktion, die den Zugang zum Innenbereich und damit zur Brandquelle verhinderten. Mitarbeiter des AWB und weitere Fachfirmen rissen die Hallenkonstruktion mit schweren Baggern ab und räumten den Weg zur Brandstelle mit Radladern frei. Zusammen mit den günstigen Windverhältnissen gelang den Einsatzkräften so die finale Brandbekämpfung.

Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler

Weithin sichtbare Rauchsäule über dem Gewerbegebiet „Auf dem Scheid“. Foto: privat

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