Interview mit LBM-Projektleiter Stefan Schmitt zu den Baumaßnahmen nach der Flutkatastrophe

Ahrtal: So steht’s um den Wiederaufbau von Straßen und Brücken

Ahrtal: So steht’s um den Wiederaufbau von Straßen und Brücken

Stefan Schmitt, Leiter des Projektbüros in Sinzig. Foto:privat

17.09.2022 - 07:55

Ahrtal. Zahlreiche Straßen und Brücken wurden durch die Naturkatastrophe im Juli 2021 an der Ahr beschädigt oder zerstört. Der Landesbetrieb Mobilität hat deshalb im Oktober des vergangenen Jahres ein Projektbüro eingerichtet, das sich ausschließlich mit dem Wiederaufbau dieser Bauwerke beschäftigt. Zum Stand der Dinge haben wir mit Leiter des Projektbüros in Sinzig, Stefan Schmitt, gesprochen.  

Herr Schmitt: Sie können gleich zwei Leuchttürme beim Wiederaufbau der Straßen im Ahrtal feiern: die Fertigstellung der B267 vor und hinter dem Altenahrer Tunnel und den Abschluss des Brückenneubaus auf der B 9 bei Sinzig. Was waren die besonderen Herausforderungen?

Eine besondere Herausforderung beim Wiederaufbau der Straßen im Ahrtal war und ist weiterhin insbesondere der zeitliche Aspekt. So müssen die zerstörten Straßen und Brücken in einer sehr kurzen Zeitspanne entwurfstechnisch komplett neu rekonstruiert und entsprechend dem aktuellen Stand der Technik geplant werden.

Eine entscheidende Rolle spielen dabei auch die erhöhten bautechnischen Anforderungen aufgrund der künftigen Hochwassersicherheit/-standfestigkeit. Und nicht zu vergessen die Ver- und Entsorger, deren Netze derzeit ebenfalls mit Hochdruck wieder aufgebaut werden und deren Leitungen zumeist in den Straßen liegen.

Das klingt nach einem enormen Abstimmungsbedarf?

Richtig. Die Bauplanungen brauchen ihren Vorlauf und die Abstimmungen  mit  Behörden, Gemeinden, Versorgungsträgern und den Baufirmen. Der Wiederaufbau braucht seine Zeit; es kann nicht alles gleichzeitig aufgebaut werden. Bei der Vielzahl der Baumaßnahmen muss die Erreichbarkeit der Ortschaften auch mit Blick auf den vielerorts privaten und kommunalen Aufbau gewährleistet werden. Deshalb muss  es auch eine Priorisierung der jeweiligen Bauarbeiten geben.

Noch zahlreiche Ampeln regeln den Verkehr zwischen Altenahr und Bad Neuenahr-Ahrweiler auf der B267. Können Sie einen Zeitraum nennen, wann der Bereich wieder uneingeschränkt genutzt werden kann?

Die B 267 ist an vielen Stellen durch die Naturkatastrophe beschädigt oder zerstört worden. Deshalb war es zu Beginn unser Ziel, zunächst schnell eine durchgängige und sichere Befahrbarkeit wieder herzustellen. Mit dem Wiederaufbau der Straße beim Tunnel Altenahr und damit dem Schließen der Lücke in der Verbindungsachse B 267 haben wir dies vorerst geschafft. Vorerst, da wir die Straße nicht überall bereits endgültig wiederherstellen konnten, nur provisorisch aufgebaut haben. Vor dem dauerhaften Wiederaufbau sind noch eine Vielzahl an planerischen Überarbeitungen und Abstimmungen erforderlich. Zum anderen bestehen auch Abhängigkeiten zu anderen Wiederaufbaumaßnahmen im Ahrtal (eigener sowie Dritter), deren Umsetzung erst später erfolgt und die sich gegenseitig beeinflussen. Vor diesem Hintergrund kann derzeit keine verlässliche Aussage bezüglich der uneingeschränkten Nutzung der B 267 gemacht werden. Ziel von uns ist es jedoch, die Beschränkungen des Verkehrs auf das Minimum zu reduzieren.

Die nächste Großbaustelle ist die Zufahrt B 266 neu bei Heimersheim. Wann geht es los, wie lange dürften die Bauarbeiten dauern? 

Die Flut hat bei der ursprünglich 4-streifigen B 266 bei Heimersheim vor allem die nördliche Fahrbahn / Fahrtrichtung stark beschädigt, so dass diese derzeit nicht genutzt werden kann. Hierbei wurden insbesondere Teile der Fahrbahn weggespült, Bauwerke beschädigt und die Auffahrtsrampe auf der Ahrseite unpassierbar gemacht. Kurzfristig wurde daher auf der südlichen Fahrspur ein Provisorium mit je einer Fahrspur in eine Richtung hergestellt.

Was ist der nächste Schritt?

Höchste Priorität hat derzeit die Wiederherstellung der Auffahrtsrampe. Das Projektbüro „Wiederaufbau Ahrtal“ erarbeitet Entwürfe für eine provisorische Lösung mit dem Ziel, die Ortslage Heppingen zunächst von der derzeit starken Verkehrsbelastung, insbesondere dem Schwerverkehr, wieder zu entlasten. Danach soll der Wiederaufbau der B 266 erfolgen.

Unser Ziel ist ein resilienter Wiederaufbau unter Berücksichtigung der neuen wasserwirtschaftlichen Erfordernisse im Umfeld der Straße. Dies gilt im Übrigen für sämtliche Straßen und Brücken im Ahrtal. Deshalb muss die Schadensursache genau analysiert werden, um eine Resilienz für zukünftige Ereignisse zu erhalten. Baulastträger der B 266 bei Heimersheim ist der Bund. Entscheidungen über künftige Ausbauquerschnitte und ähnliches erfolgen daher in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr.

Die Baumaßnahmen im Ahrtal binden natürlich auch beim LBM Kräfte. Was bedeutet das für andere geplante Maßnahmen in Rheinland-Pfalz? 

Für den Wiederaufbau des Ahrtals nach der Naturkatastrophe hat der LBM ein eigenes Projektbüro mit Sitz in Sinzig eingerichtet. Das Projektbüro hat am 1. Oktober 2021 die Arbeit aufgenommen und kümmert sich seither ganz gezielt um den langfristigen Aufbau der Straßen und Brücken an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im schwer getroffenen Ahrtal.

Pressemitteilung LBM Cochem-Zell

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Kommentare
germät:
"Armes Deutschland" wäre zu einfach und zu billig als Überschrift für solche Taten. Einfach nicht mehr nachvollziehbar. Früher wurden noch die Opferstöcke aufgebrochen, heute ist da aber nichts mehr zu holen!...
juergen mueller:
Das trifft voll u. ganz zu "germät". Würde ich mir sehr gerne anschauen. Jedoch, da wir aus Alters- u. Krankheitsgründen kein Auto mehr haben wird dies nicht möglich sein. Für jeden Kunstinteressierten wird es eine Freude u. Bereicherung sein. ...
germät:
"Künstler mit langem Atem"!...
juergen mueller:
Kunst u. Kultur ist ein wichtiges Gut - sagt der OB, Herr Langner. Damit hat er recht. Aber Sagen kann man viel. Und das machen Politiker nun einmal ... viel. Der Garten HERLET ist ein KULTURGUT, was die Stadt jedoch einen Sch ... zu interessieren scheint. Man setzt seinen Fokus weiterhin auf profitorientiertes,...
juergen mueller:
Der Garten HERLET - ein KULTURGUT, was bewahrt werden u. nicht touristisch orientiertem Profitdenken geopfert werden sollte. Ich will jetzt nicht den Finger in die Wunde legen. Aber Kultur zu fördern, zu erhalten, ist doch das vermeintliche (ich könnte auch sagen, angebliche) Bemühen der Stadt, in...
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