Ein Jahr nach der Flut: Deutscher Tierschutzbund fordert Konsequenzen
Auch etliche Haustiere fielen der Flut zum Opfer: Die Trauer bleibt
NRW/Rheinland-Pfalz. Ein Jahr nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erinnert der Deutsche Tierschutzbund an das Leid der betroffenen Haustiere und der Menschen im Flutgebiet – und fordert gemeinsam mit seinem Partner, dem Bundesverband Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste, Konsequenzen.
Vor einem Jahr, in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021, führte Starkregen im Westen Deutschlands zu einer massiven Flutkatastrophe mit zahlreichen Toten, Verletzten und zerstörten Existenzen. Davon betroffen waren auch viele Haustiere und ihre Besitzer. In Altenahr errichtete der Deutsche Tierschutzbund ein Tierhilfe-Camp als Stützpunkt für Tierretter. Auch die Mitgliedsvereine mit ihren haupt- und ehrenamtlichen Kräften leisteten besonders in den Flutgebieten großartige Hilfe, etwa bei der Rettung und Unterbringung von Tieren.
Insgesamt 54 Tierschutzvereine und Landesverbände unterstützte der Deutsche Tierschutzbund nach der Flut mit jeweils bis zu 20.000 Euro. Darüber hinaus schaltete der Verband unmittelbar nach der Katastrophe eine zentrale Hotline für Notfälle und informierte auf der Website www.tierheime-helfen.de über Hilfsangebote. Das Team von FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, verteilte Chiplesegeräte an Tierschützer und Tierretter und arbeitete Tag und Nacht daran, Tiere und ihre Halter wieder zusammenzubringen.
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes: „Das Leid der Menschen und Tiere bleibt uns tief in Erinnerung. Mit vielen Helfern wurde Tag und Nacht um das Leben auch von Tieren gekämpft. Es bleibt die Erkenntnis, dass sich eine solche Katastrophe jederzeit wiederholen kann und wir vorbereitet sein müssen. Auch viele Tierschutzvereine müssen ihre Tierheime dringend gegen künftige Katastrophen sichern, etwa durch staufeste Mauern oder eine Drainage zum besseren Wasserabfluss. Das gelingt nur mit massiver finanzieller Hilfe der Kommunen, der Länder und des Bundes. Und es wird nicht ohne Spenden von Tierfreunden für die örtlichen Vereine gelingen.“ Schröder erinnert die Politik zudem daran, die Klimaschutzziele nicht aus den Augen zu verlieren: „Sonst stolpern wir bald von Naturkatastrophe zu Naturkatastrophe.“
Bernd Metzger, 2. Vorsitzender des Bundesverbands Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste, und seinerzeit an der Ahr pausenlos im Hilfseinsatz, fordert wie Schröder Konsequenzen von der Politik: „Haustiere haben einen hohen Stellenwert, gehören zur Familie. Wir müssen ihnen im Katastrophenfall rasch und unbürokratisch helfen können. Es ist deshalb höchste Zeit, den Bundesverband der Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste offiziell als Organisation zur Abwehr von Gefahren, als sogenannte BOS-Einrichtung, anzuerkennen, damit die ausgebildeten Tierretter Zugang zu den Katastrophengebieten haben und in die Informationskette der Hilfswerke eingebunden werden.“
Pressemitteilung Deutscher Tierschutzbund e.V.
Der Deutsche Tierschutzbund errichtete in Altenahr ein Tierhilfe-Camp. Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V. / Bernd Schaller Foto: Schaller,Bernd (bs)
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