Allgemeine Berichte | 20.12.2021

Realschule Plus auf der Karthause übergibt Spende an Partnerschule an der Ahr

Gänsehaut bei der Scheckübergabe

Der Spendenscheck geht auf die Reise: v.li. Ralf Breuer, Schulleiter Timo Lichtenthäler, Jule und Katharina, (alle Fr. v. Böselager Realschule Plus) Patrizia, Frau Großstück und Schulleiter Bodo Dobbertin (alle RS Plus auf der Karthause).Foto: privat

Karthause. Auf den Tagfünf Monate war es her, dass an der Philipp Freiherr von Böselager Realschule Plus plötzlich nichts mehr so war wie vorher. Die Flutkatastrophe im Sommer hatte Teile der Schule mitgerissen, das Wasser stand über zwei Meter in Räumlichkeiten und zurück blieben Zerstörung und Schlamm.

Viel SolidAHRität bewies die Realschule Plus auf der Karthause, die im Herbst einen Spendenlauf organisiert hatte, bei dem alle knapp 500 Schülerinnen und Schüler, sowie viele Lehrkräfte eine Stunde lang Runde um Runde um das Schulgelände rannten und dabei bei jeder Runde einen persönlichen Spendenbetrag erliefen. Dieser Betrag von genau 15.800 Euro wurde nun von den Schülersprechern Wlad und Patricia, Schulleiter Bodo Dobbertin und der Schulelternsprecherin Frau Großstück an die kleine Delegation aus dem Ahrtal übergeben.

Schulleiter Timo Lichtenthäler, die beiden Schülersprecherinnen Jule und Katharina sowie der Kassierer des Fördervereins, Ralf Breuer bedankten sich nicht nur, sondern erzählten noch einmal sehr eindringlich, wie sie die Katastrophe erlebt hatten.

Heute, mit zeitlichem Abstand und mitten im Winter stehen sie vor der Ausstellungswand an der RS Plus auf der Karthause und erkennen auf einigen Bildern ihre Schule wieder. Vorher und direkt danach. „Das war unser Flachdachbau, der wurde komplett weggerissen, war einfach nicht mehr da“, zeigt die Schülersprecherin Jule. Ihre Zuhörer, die Koblenzer Schülersprecher, Vertreter des Schülerzeitung und der Homepage-AG rücken immer näher zu Jule und Katharina, wollen wissen, ob und wie und wann die Schule wieder anlief. „Zuerst haben wir alle wie verrückt telefoniert, um rauszukriegen, ob alle leben. Und dann wollten wir sofort helfen, aber durften nicht in auf das Schulgelände, es war noch nicht klar, ob Einsturzgefahr besteht, und da konnte überall Strom sein und es stank nach Wasser, Benzin und Chemikalien, da waren ja auch Tankstellen weggespült worden.“ „Als wir durften, kam die Zeit der Eimerketten, der Schlamm musste weg, und das war erst der Anfang“, fährt Katharina fort. Schulleiter Timo Lichtenthäler skizziert mit wenigen Worten, hinter denen man die immensen Anstrengungen nur erahnen kann: „Für uns war vom ersten Moment an klar, wir wollen nach den Sommerferien wieder an den Start gehen. Sieben Wochen Zeit, Arbeit, Organisation, Angst, Sorgen, aber auch Hilfe, Unterstützung und Schritt für Schritt kleine Fortschritte. Und wir konnten am ersten Schultag alle Schülerinnen und Schüler auf dem Schulhof begrüßen.“

Wo ein Gebäude stand, stehen jetzt Container, Unterricht findet statt und dank der Spendenbereitschaft von allen Seiten geht der Wiederaufbau immer weiter. Alle haben sich an das Brummen von Notstromaggregaten gewöhnt, an den leichten Dieselgeruch vom Heizen. „Vieles fühlt sich schon wie Alltag an, aber hin und wieder, es reicht schon mal das Geräusch von Regen, wird es zu viel für die Kinder“, berichtet der Schulleiter, „und dann sorgen wir dafür, dass sie mal eine Tag rauskommen.“ Genau für diesen Zweck soll nun ein Teil der Spendengelder der Koblenzer Schule verwendet werden, erklärt der Kassierer des Fördervereins Ralf Breuer. Er koordiniert kleinere Anschaffungen zur Schulausstattung und die Unterstützung für von der Flut betroffenen Schüler und deren Familien.

Die Karthäuser Schülersprecher Wlad und Patricia sind beeindruckt: „Ihr habt unseren allerhöchsten Respekt, Jule und Katharina, was ihr da aushalten musstet und was ihr da zusammen geleistet habt.“ Zum Abschied überreichen noch zwei Fünftklässler selbstgestrickte Ahrtal-Schals an die beiden Schulleiter und beide Schülersprecherteams. „Wir haben die seit Herbst in unserer AG gestrickt, weil ihr ja keine Heizung hattet“, erklärt Taimullah und Rosanna gibt Herrn Lichtenthäler noch einen Gedanken mit auf die Reise zurück an die Ahr, in eine andere Welt seit dem 14. Juli 2021, knapp 50 km entfernt: „Wir bleiben mit dem Schal verbunden, und vielleicht, wenn Corona vorbei ist und alles wieder gut, spielen wir mal mit eurer Schule hier Fußball.“

Der Spendenscheck geht auf die Reise: v.li. Ralf Breuer, Schulleiter Timo Lichtenthäler, Jule und Katharina, (alle Fr. v. Böselager Realschule Plus) Patrizia, Frau Großstück und Schulleiter Bodo Dobbertin (alle RS Plus auf der Karthause).Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Koblenzer Bürger: Die Forderung der FDP, die Baumschutzsatzung abzuschaffen, ist ein längst überfälliger Schritt gegen staatliche Überregulierung. Es ist widersprüchlich, Hauseigentümer auf dem eigenen Grund und Boden...
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, haben wir in aktueller Sache in Neuwied gesehen. Hier wurden an einer Schule im Rahmen einer Umgestaltung 3 einhundert Jahre alte nachweislich gesunde...
  • Boomerang : Seit 2011 eine Frau durch einen herabstürzenden Ast in d Rheinanlagen ums Leben kam will keiner mehr für die Sicherheit verantwortlich sein. Mit alten Bäumen ist es wie mit alten Menschen, die können weg und machen nur Arbeit.
  • Bernd Hilger: Und wann wird sie für den Verkehr freigegeben ?
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Mayener Ausbildungsmesse
Unterstützeranzeige -Theisen-
Anzeigenschaltung „zzgl. Onlineausgabe“
+Hospimed
Stellenazeige ausgebildete Hauswirtschafter
Empfohlene Artikel

Remagen. Am 27.02.2026 fand der Abschluss der Ada-Lovelace-AG am Campus Remagen der Hochschule Koblenz statt. Das Ada-Lovelace-Projekt fördert Mädchen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und bietet ihnen die Möglichkeit, technisches Wissen praktisch zu erlernen.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Betrugsversuch im Bereich der Polizei Westerburg, der wohl auch überregional so stattfindet

06.03.: Betrugsmasche nach Todesfall: Polizei mahnt Hinterbliebene zur Vorsicht

Westerburg. Die Polizei Westerburg möchte auf eine besondere Form des Betruges hinweisen, der in dieser oder ähnlicher Form vermutlich auch überregional stattfindet: Ein Geschädigter teilte mit, dass er einige Monate nach dem Tod seiner Ehefrau durch eine vermeintliche Firma kontaktiert wurde. Diese gab an, dass seine Ehefrau kurz vor ihrem Tode Verbindlichkeiten eingegangen wäre, welche nun noch offen stünden.

Weiterlesen

Speyer. Am Freitagabend eskalierte ein Streitgespräch zwischen zwei Personen am Postplatz in Speyer. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung stach ein 18-Jähriger aus Dudenhofen mit einem Messer in Richtung seines 18-jährigen Kontrahenten aus Waldsee. Dieser wurde dadurch im Bereich des Bauches verletzt.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Werbeplan 2026
MAYA  - Mayener Ausbildungsmesse am 13. März 2026
Start in den Frühling
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Anzeige HEMS
Imageanzeige Dauerauftrag 03/2026
Innovatives rund um Andernach
First Friday Anzeige Februar
Mitarbeiter im Verkauf
Angebotsanzeige (März)
Stellenausschreibung - Assistent*in in Lehre und Forschung - FB WiSo
BSW-Gesamt
Anzeige zu Video „Dein Geld, Deine Regeln – so planst du smart für die Zukunft!“
"Zukunft trifft Tradition" KW 10
Thomas Scharbach