Allgemeine Berichte | 11.12.2021, 09:17 Uhr

Finanzielle Mittel fördern soziale Projekte in Hochwassergebieten

Nachhaltige Spenden für Flutgebiete gefragt

Foto: Bistum Trier

Altenahr/Bad Neuenahr-Ahrweiler/Trier. Weihnachtszeit ist auch oft Spendenzeit. Viele Menschen wollen nicht nur ihren Liebsten mit Geschenken eine Freude machen, sondern auch denjenigen, die es im Leben nicht so leicht haben. In diesem Jahr fällt dabei der Blick oftmals in die Hochwassergebiete in der Eifel, im Trierer Raum und an der Ahr.

„Wir sind immer noch überwältigt von den vielen Spendenangeboten, die uns seit der Katastrophe erreicht haben“, sagt Thomas Theis, Leiter des Zentrums für Stiftungen und Fundraising im Bischöflichen Generalvikariat Trier. Allein auf das Spendenkonto von Bistum und Diözesan-Caritasverband (DiCV) Trier für die Betroffenen der Flutkatastrophe sind mehr als 1,6 Millionen Euro eingegangen. Zusätzlich gibt es viele weitere Spendenkonten und Hilfsangebote kirchlicher Träger.

Neben finanziellen Mitteln wurden insbesondere in den ersten Tagen und Wochen viele Sachspenden in die betroffenen Gebiete gebracht. Doch schnell zeigte sich, dass diese gut gemeinten Dinge, meist für den alltäglichen Bedarf und die Erstausstattung, kaum gelagert werden konnten. „Und so ist es auch noch heute. Vier Monate nach der Flut fehlen uns immer noch geeignete Lagermöglichkeiten“, berichtet Gertrud Hermes vom Team der Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler. Daher plädiert sie gemeinsam mit Pfarrer Jörg Meyrer, auf Sachspenden wie Spielzeuge oder Schoko-Nikoläuse zu verzichten. „Wir können die Verteilung und Koordinierung hier vor Ort nicht leisten“, betont sie. Daher könnten solche Hilfsaktionen nur in Eigenregie direkt zwischen Spendern und Betroffenen stattfinden. „Geldspenden bieten die nötige Flexibilität, um auch in einigen Monaten noch auf Situationen und Bedarfe zu reagieren, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können“, unterstreicht Theis.

Manuela Kremer-Breuer, Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft Altenahr, kann bestätigen, dass beispielsweise Kleider in den meisten Fällen nicht mehr benötigt werden. „Ich finde es wichtig, die Betroffenen und die Teams vor Ort zu fragen, was sie benötigen“, sagt sie. Denn die Bedarfe sind von Ort zu Ort unterschiedlich. Geldspenden seien allerdings wichtig, um Projekte zum Beispiel zur Förderung von Gemeinschaft in vertrauter Umgebung zu realisieren.

Geldspenden können zudem für den Eigenanteil verwendet werden, den Betroffene aufbringen müssen. Vieles wird zwar von Land und Bund übernommen, wie 80 Prozent der Wiederaufbaukosten, aber es verbleiben 20 Prozent Eigenanteil. „Für die Betroffenen, insbesondere aber Alleinstehende sowie Rentnerinnen und Rentner, führt das in der Regel zu schwierigen Situationen. Spendengelder können dann unterstützen“, weiß Joachim Schäferbarthold, Fluthilfekoordinator im Diözesan-Caritasverband Trier. Hier kommt das Prinzip der Nachrangigkeit zum Tragen: Wo staatliche Hilfen enden, greift die karitative Unterstützung. „In dem Punkt und in vielen weiteren ist es daher wichtig, dass wir ausreichend Gelder zur Verfügung haben, um den betroffenen Menschen finanziell zu helfen“, erklärt Schäferbarthold.

Daher versichern die für Spenden Verantwortlichen im Bischöflichen Generalvikariat Trier, im Diözesan-Caritasverband wie die Teams vor Ort, dass Geldspenden eine sehr gute Möglichkeit der Hilfe seien und versichern, dass diese ausschließlich für die Betroffenen der Flut verwendet werden.

Langfristige Projekte im Blick

Die Erfahrungen aus den Flutkatastrophen an Elbe und Oder haben gezeigt, dass Sozialarbeit und Wiederaufbau miteinander verknüpft werden müssen, um den Menschen langfristig und nachhaltig zu helfen. Die Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler möchte zusammen mit der Caritas und anderen örtlichen Organisationen langfristige Hilfsprojekte fördern, die die Gemeinschaft und die psychische Gesundheit fördern. Konkret geht es in einem ersten Projekt um zwei neue Arbeitsplätze: einer im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit und einer in der  Familienarbeit. „Dabei soll es darum gehen, neue Strukturen aufzubauen, Projekte zu entwickeln und durchzuführen, die den Betroffenen im – noch immer – schweren Alltag Unterstützung bieten können“, erklärt Gertrud Hermes vom Team der Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Zusätzlich beteiligt sich die Gemeinde mit 1,1 Millionen Euro an der Gutscheinaktion gemeinsam mit der Stadt und der örtlichen Volksbank. Jede betroffene Person der Kreisstadt erhält einen Gutschein für Geschäfte in Bad Neuenahr-Ahrweiler im Wert von 125 Euro.

In Altenahr haben die Auszahlungen von Geldern begonnen, die auf dem Spendenkonto des Kirchengemeindeverbands Altenahr für die Pfarreiengemeinschaft eingegangen sind. „Beim Abgeben der Anträge kommt es immer wieder zu Gesprächen“, berichtet Gemeindereferentin Manuela Kremer-Breuer. Diese persönlichen Begegnungen seien ihnen im pastoralen Team sehr wichtig. „Man kann nachfragen, ob es weitere Bedarfe gibt, wo der Schuh drückt. Das sind ganz wertvolle Begegnungen“, sagt sie. Zum Schluss weist sie darauf hin: „Auch im kommenden Jahr ist noch Hilfe und Unterstützung in den Flutgebieten nötig.“

Weitere Informationen zur Hochwasserhilfe von Bistum Trier und Caritas und die Spendenkonten zur Unterstützung Betroffener der Hochwasserkatastrophe sind zu finden unter https://t1p.de/hochwasser-hilfe .

Pressemitteilung Bistum Trier

Foto: Bistum Trier

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