Jugendbeirat der Stadt Neuwied informierte mit Aktionstag

Notinseln bieten Kindern Schutz

19.05.2017 - 17:16

Neuwied. Neuwieder Geschäfte bieten Kindern als sogenannte Notinseln Schutz, dem Jungen, dem die Kumpels Prügel androhen oder dem Mädchen, das sich verfolgt oder gemobbt fühlt. Aber nicht immer steht das Schutzbegehren im Vordergrund.

Etwa bei der Frage nach einem Pflaster oder der Suche nach einer bestimmten Adresse. „Mein Bruder hatte den letzten Bus verpasst und kein Handy dabei. Von einer Notinsel aus konnte er die Eltern verständigen“, berichtete Ronahi Ciftci. Gemeinsam mit ihren Kollegen aus dem Jugendbeirat der Stadt Neuwied war die Schülerin der Heinrich-Heine-Realschule am Freitag in der Stadt, um für das Projekt der Notinseln zu werben. Ins Leben gerufen wurde es von der Hänsel+Gretel - Stiftung. Überall in Deutschland gibt es Städte, die mitmachen. Eigentlich hatten sich mehrere Grundschulen angesagt, die an der interaktiven Rallye durch die Innenstadt mitmachen wollten. Wegen Dauerregens fiel der Besuch der Schulklassen aber ins Wasser. In abwechselnder Besetzung und befreit vom Schulunterricht, harrte der Jugendbeirat aber trotzdem am Stand in der Mittelstraße aus. „Wir werden die Rallye garantiert noch vor den Sommerferien nachholen und kurzfristig dazu einladen“, versprach Ronahi Ciftci. Die tollen Gewinne, als da wären, Gutscheine für die Deichwelle, dem Kino, den Zoo und dem Geysir Erlebnis in Andernach werden bis dahin aufgehoben. Mit der Rallye soll den Kindern die Hemmschwelle genommen werden, die Verkäufer anzusprechen. Außerdem lernen sie auf diese Weise die einzelnen Notinseln kennen. Aber auch Eltern, die mit ihren Kindern durch die Stadt bummeln, sollten den Nachwuchs auf das Hilfsangebot aufmerksam machen. Knapp dreißig Notinseln gibt es derzeit, Tendenz steigend. „Gerade war die Tanzschule Impulse hier, die ebenfalls mitmachen will“, freute sich Ronahi Ciftci. Zum Aktionstag waren die Geschäfte mit Hilfsversprechen mit bunten Luftballons geschmückt. An allen anderen Tagen sind sie mit dem Notinsel Aufkleber im Schaufenster gekennzeichnet. Um den Status einer Notinsel zu erlangen, müssen die Ladenlokale ein paar Kriterien erfüllen. Die Geschäftsräume müssen im Erdgeschoss liegen und von der Straße aus gut sichtbar sein. Also keine Geschäfte in Hinterhöfen.

Die Tür darf während den Öffnungszeiten nicht verschlossen sein und muss ohne Klingeln zu öffnen sein. Potentielle Notinseln müssen regelmäßige Öffnungszeiten haben. Und schließlich sollten ein oder mehrere Mitarbeiter dem Kind sofort als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Im Laden selbst weist eine Handlungsanweisung die regionalen Notrufnummern aus und erläutert den Mitarbeitern, was im Notfall zu tun ist. Seit 2012 gibt es das Projekt der Notinseln in der Deichstadt. Wie sich am Freitag herausstellte, wurde es richtigerweise beim Jugendbeirat der Stadt Neuwied angesiedelt. Die interessierten Kinder- und Jugendlichen hatten keine Berührungsängste, mit ihresgleichen ins Gespräch zu kommen. Neuwied ist eine bunte Stadt und deshalb stand auch Informationsmaterial zum Mitnehmen in Englisch und Russisch zur Verfügung.


Neuwieder Notinseln


Avie Apotheke, Bosporus Pizza-Grill, Buchhandlung Wangler, Bürgerbüro der Stadtverwaltung Neuwied, Bäckerei Preißing (Engerser Landstraße, Dierdorfer Straße und Langendorfer Straße), Druckerei Johann, Eiscafe Brustolon, Fleischerei Friedrich, Floristik Höger, Intersport Krumholz, Jobcenter, Amt für Jugend und Soziales, Katholische Familienbildungsstätte, Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald, Matratzen Böhm, Media Markt, Parfümerie Rüdell, Photo Porst, Rewe Jörg Müller, Schuhhaus Lahr, Sparkasse, Stadtbibliothek, Tanzschule am Schloss, Tourist-Information sowie Volks- und Raiffeisenbank Neuwied-Linz eG.

FF

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Kommentare
22.05.2017 11:10 Uhr
Andrea schrieb:

Tolle Sache! Kompliment!



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Uwe Klasen:
Es ist Traurig, mit ansehen zu müssen, wie diese Menschen, die den Schutz und die Freiheit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in unserem Land genießen, gegen diese und die Menschen hier zu Felde ziehen! Es ist Traurig, mit ansehen zu müssen, dass die Zuhörer dieser "Hassprediger" nicht Aufstehen und diese aus ihren Gotteshäusern hinauswerfen, denn es ist ja, angeblich, eine Religion des Friedens! Es ist Traurig, mit ansehen zu müssen, wie viele Menschen eine offene, sachliche und objektive Diskussion, unter dem Deckmantel des "Rassismus", darüber verweigern! Es ist Traurig, mit ansehen zu müssen, wie die freiheitlich demokratische Grundordnung und die daraus resultierenden Errungenschaften, aufgrund dieser und weiterer Verfehlungen, langsam aber sicher Verloren gehen!

Notinseln bieten Kindern Schutz

Andrea:
Tolle Sache! Kompliment!

Gefahr für Biker, Wanderer und Motorradfahrer

Stephani:
Hallo, ich glaube das diese Spitzen von einem Metallbauer hergestellt worden sind. Natürlich kann man sie auch irgendwo kaufen. Jeden Fall ein Hasser von Quad, Enduro und Mountainbiker. Beim 24 Std. muss man aufpassen dass Er keine (kleine) Nägel auf die Rennstrecke verteilt. Gruß R.Stephani
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