Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK

25 Jahre Arbeitsgemeinschaft Nette

Flora und Fauna stehen im Fokus der Aktiven

Wo der atlantische Lachs leben kann, fühlen sich auch andere Fische wohl

20.03.2017 - 10:11

Saffig. Dass sich in der Nette wieder zahlreiche Fischarten, unter ihnen sogar Lachse, tummeln, liegt nicht in der Natur der Dinge, sondern ist in erster Linie dem unermüdlichen Einsatz der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Nette zu verdanken. Ihre Erfolge der letzten 25 Jahre feierte die Arge vor wenigen Tagen mit einer Jubiläums-Feier im Vulkanpark Infozentrum in der Rauschermühle in Saffig. „Seinerzeit war die Nette eine einzige Kloake“, beschreibt Achim Theisen, Vorstandsmitglied der Arge Nette, den einstigen Zustand des etwa 58 Kilometer langen Flüsschens, das in der Vulkaneifel entspringt und im Rhein mündet. Mit dem Ziel, die Flora und Fauna an dem Gewässer zu schützen und zu fördern, gründete sich 1992 die Arbeitsgemeinschaft. Seither kümmern sich ehrenamtliche Mitarbeiter der Arge, Ortsgruppen der Naturfreunde und viele Bachpaten gemeinsam mit Anglern, Kommunen und Regionalversorgern um die Nette. „In den ersten Jahren ging es vor allem darum, die Quellen der Verschmutzung aufzuspüren und beispielsweise auf die Verbesserung der Kläranlagen einzuwirken“, so Theisen. Nach und nach seien Begradigungen und Querbauten entfernt und auch die alten Kläranlagen von Netz genommen worden. „Nun tummeln sich wieder zahlreiche Fischarten, wie beispielsweise Bachforelle, Döbel, Gründling und Rotauge in dem kleinen Fluss“, freut sich Theisen. Eine Besonderheit der Nette sei das Vorkommen von Wanderfischen, wie dem Lachs. „In einem Gewässer, wo der atlantische Lachs leben kann, fühlen sich auch andere Fische wohl“, weiß Theisen. Nur das Querbauwerk in Miesenheim behindere die weitere Ausbreitung des Lachses. „Wir hoffen, dass die Schäfersmühle noch in diesem Jahr umgebaut wird, dann wäre ein Lachsanbau bis nach Mayen möglich“, sagt Theisen. „Dazu wäre es jedoch erforderlich, dass in Holland die Stellwerkfischerei eingestellt werde“, schränkt Theisen ein. Stephan Rosenzweig, Vorsitzender der Arge-Nette, ließ die Aktivitäten des derzeit etwa 80 Mitglieder zählenden Vereins in einem Vortrag Revue passieren und dokumentierte zahlreiche Stationen anhand von Bilder auf einer Großleinwand. In den letzten Jahren seien zahlreiche Querbauwerke, Wehren und Mühlen, wie beispielsweise die Ochtendunger Flöcksmühle, die Plaidter Haagsmühle und die Plaidter Gottschalksmühle, die es den Fischen nahezu unmöglich machten von der Rheinmündung bei Weißenthurm bis zur Quelle bei Hohenleimbach in der Eifel zu gelangen, zurückgebaut worden.


Umbau der Schäfersmühle in Miesenheim ist geplant


In diesem Jahr sei der Umbau der Schäfersmühle in Miesenheim geplant, weitere Maßnahmen sollen folgen. Rosenzweig betonte, dass diese Maßnahmen ohne Fördermittel, wie etwa durch die Aktionen Blau und Blau Plus des Landes, nicht durchführbar gewesen wären. Der Vorsitzende der Arge erinnerte auch an erfolgreiche Kampagnen, mit denen die Öffentlichkeit für das Thema Renaturierung sensibilisiert wurde, wie etwa einem großen Schulprojekt aus dem Jahre 1994 an dem unter dem Motto „Was ist los an der Nette?“ zehn Schulen aus der Region teilgenommen hatten sowie an die Auszeichnung als Flusslandschaft des Jahres 2008/2009. Er bedauert allerdings, dass durch die Landwirtschaft nach wie vor zu viele Schadstoffe in die Nette gelangen. Verschmutzungen bedeuteten auch immer wieder Rückschläge für das „Lachsprogramm 2020“, das die Arge betreut. Während sich der Lachsbestand in der Nette in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert habe, sei er im vergangenen Jahr fast gänzlich ausgeblieben. „Zahlreiche Junglachse haben das Hochwasser nicht überlebt“, sagt Biologe Jörg Schneider, der das Projekt wissenschaftlich begleitet. Laut Achim Theisen sei auch eine größere Umweltverschmutzung im Bereich Plaidt für den geringeren Fischbestand im vergangenen Jahr verantwortlich. Um Umweltschäden möglichst schnell entgegenzuwirken, hat die Arge einen Alarmplan erstellt. „Bürger, die eine Umweltverschmutzung an der Nette feststellen, brauchen nur die Notrufzentrale (112) zu alarmieren und mitzuteilen, an welcher Stelle des Flusses die Verunreinigung entdeckt wurde“, erklärt Vorstandsmitglied Elmar Weinand. Alle weiteren relevanten Stellen würden dann automatisch über den Vorfall informiert. Landrat Dr. Alexander Saftig lobte das große Engagement der Arge Nette und überreichte Stephan Rosenzweig zum 25-jährigen Jubiläum eine Urkunde und eine Spende.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
 
Weitere Artikel

Schüler der Fachoberschule in Kobern-Gondorf beim „05er Business-Club“

Konzepte für die Erste Liga entwickelt

Kobern-Gondorf. Bereits im November 2016 erhielten die Fachoberschüler der Realschule plus und Fachoberschule Untermosel eine Aufgabenstellung rund um die Marketing-Events des „05er Business-Clubs“. Aufgabe war es, ein Veranstaltungskonzept für ein Marketing-Event des Fußball-Bundesligaclubs Mainz 05 zu entwickeln. Im Zentrum standen dabei die Ideenfindung und die Machbarkeitsprüfung, also die Fragestellung, ob die gemeinsam entwickelten Ideen überhaupt umsetzbar sind. mehr...

CDU-Ortsverband Macken

Fahrt nach Rhens und Brey

Macken. Der CDU-Ortsverband Macken lädt für Freitag, 31. März Mitglieder und Sympathisanten zu einer informativen und geselligen Fahrt nach Brey und Rhens ein. Hier wollen sich die Teilnehmer zunächst in Brey und anschließend in Rhens bei Vertretern des Schwesterorts- beziehungsweise Schwesterstadtverbandes über Sehenswürdigkeiten, Entwicklungen und das gemeindliche Leben informieren. Zum Abschluss... mehr...

Basarteam Arzheim

Kinderkleiderbasar

Arzheim. Das Basarteam Arzheim veranstaltet am Samstag, 1. April in der Zeit von 10 bis 12 Uhr wieder einen Kinderkleiderbasar. Schwangere erhalten 30 Minuten früher Zugang. Im Vereinshaus des FC Arzheim an der Arzheimer Schanze kann nach Kleidung, Schuhe, Spielzeug und vielem mehr gestöbert werden. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Wie immer gibt es auch Kuchen – to go zum Verkauf und Verzehr. mehr...

Weitere Artikel

Schwerer Verkehrsunfall in Rheinbach-Peppenhoven

Frontal in Gegenverkehr gerast: Zwei Schwerverletzte

Rheinbach. In den Nachmittagsstunden des 22. März ereignete sich in Rheinbach-Peppenhoven in Höhe der Ortseingangs ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Gegen 15.30 Uhr geriet ein 36-jähriger PKW-Fahrer, der über die L493 aus Richtung Rheinbach kam, in Höhe des Ortseingangs Peppenhoven aus bisher unbekannter Ursache in den Gegenverkehr und stieß frontal mit einen entgegenkommenden PKW zusammen. Der... mehr...

Steinewerfer auf der Karthause

Haustüren und Küchenfenster mit Steinen zertrümmert

Koblenz. Insgesamt vier Anzeigen wegen Sachbeschädigung bearbeitet derzeit die Polizeiinspektion Koblenz 1. Ersten Ermittlungen zufolge waren Unbekannte in der vergangenen Nacht in den Straßen „Am Flugfeld“, „Kiefernweg“, „Pappelweg“ und „Karthäuserhofweg“ unterwegs und zertrümmerten durch gezielte Steinwürfe zwei Haustüren und zwei Küchenfenster. Durch die zerstörten Glasscheiben entstand ein Schaden von mehreren Eintausend Euro. mehr...

Stammeswinterlager der Dieblicher Pfadfinder in Weibern

Wohlwollende Einladung des Zeus

Weibern. Der wohlwollenden Einladung des Zeus gefolgt, trafen sich im März alle Treverer – große wie kleine – zum Winterlager in Weibern. In dem Hüttendorf der Sportjugend Rheinland angekommen, begrüßten Zeus, seine Frau Leda und seine Schöne Tochter Helena die Pfadfinder gebührend. mehr...

Weitere Artikel

Jahreshauptversammlung des FC Burgen 1919 e.V.

Langjährige Mitglieder geehrt

Burgen. Die diesjährige Jahreshauptversammlung des FC Burgen 1919 e.V. fand in der Weinstube Günther in Burgen statt. Erfreulicherweise kamen dieses Mal mehr Mitglieder zur Versammlung als noch vor einem Jahr. mehr...

Rollerfreunde Kottenheim

Fahrzeugsegnung

Kottenheim. Die Rollerfreunde Kottenheim organisieren eine Fahrzeugsegnung am Sonntag, 2. April um 11 Uhr auf dem Schulhof in Kottenheim. Es sind alle Fahrzeuge, ob Fahrrad oder Traktor, Autos, Motorräder und natürlich Motorroller zu dieser Segnung eingeladen. mehr...

Programm „Integration durch Sport“ des Landessportbundes Rheinland-Pfalz

Für sechs Flüchtlinge aus Dieblich ging es „ab auf die Piste“

Bolsterlang. „Ab auf die Piste“ hieß es für sechs iranische und syrische Flüchtlinge aus Dieblich, zwei Betreuer und gleichzeitig FSJler des Programms „Integration durch Sport“ und drei weitere Teilnehmer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Sie hatten sich zusammen gefunden, um gemeinsam nach Rettenberg zu reisen und dort das Skigebiet Bolsterlang zu befahren. Mit dem FSJ-Projekt von Adam Cowen und... mehr...

gesucht & gefunden
Kommentare

1. Juden-Deportation vor 75 Jahren

Udo Klein:
Ich teile diese Meinung nicht. Ich persönlich ,Jahrgang 1954 , trage nicht eine direkte Verantwortung der Verbrechen der Nazi Gewaltherrschaft aber ich trage eine Verantwortung dafür, dass so etwas sich niemals wiederholt. Und es ist unsere Verantwortung immer wieder an diese Verbrechen zu erinnern und zu mahnen.
Counsel :
Es waren schlimme Zeiten. Aber: Die Allermeisten, und zumal die vielen Bürger mit Migrationshintergrund, angeblich 25 %, haben das Dritte Reich nicht erlebt. Es leben nur noch wenige Opfer, die als Kinder ins KZ kamen, und praktisch keine Täter mehr. Die Personen, die überhaupt noch eine Erinnerung haben können, über 80 Jahre alt. Und wenn Sie theoretisch an den Verbrechen beteiligt sein könnten, sind sie höchstens Jahrgang 1929 (bei Kriegsende 16Jahre alt) und heute 87 und älter. Da könnte man sich auch an die Verbrechen im 30jährigen Krieg "erinnern". Heutige Deutsche haben mit dem Holocaust so wenig zu tun wie mit der Ausrottung der Indianer oder den laut Altem Testament göttlich angeordneten Völkermorden an den Amalekitern, (Amoriter), Hethitern, Perissitern, Jebusitern und Hiwwitern. Heute wohnt der Tod vor allem im Nahen Osten.
 
Regionale Kompetenzen

 
Service
Lesetipps
GelesenBewertet