Doch wieder Güllegeruch im Hafen in Brohl

Beim ersten Gülletransport in diesem Jahr Geruchsbelästigung für die Anwohner!

25.08.2017 - 09:32

Brohl-Lützing. Aus den Niederlanden kommen leckere Sachen wie Käse, Tomaten oder Kibbelinge zu uns. Aber auch nicht so Appetitliches wie aktuell im Hafen in Brohl angeliefert: Gülle.

Wir erinnern uns daran, dass 2015 die mit sehr starker Geruchsbelästigung verbundenen Gülle-Lieferungen per Schiff und Weitertransport per LKW ab Hafen Brohl - Lützing hohe Wellen schlugen. Eine Zeit lang war Ruhe, denn ein neues, geschlossenes System verhinderte, dass der unangenehme Geruch an die Außenluft austritt. Doch bei der ersten Güllelieferung aus den Niederlanden in diesem Jahr am 23. August gab es doch wieder Beschwerden von Anwohnern, dass es stark nach Gülle riecht.

Brohls Ortsbürgermeister Michael Schäfer schildert BLICK aktuell seine Einschätzung der Situation und die umgehend eingeleiteten Gegenmaßnahmen so: „Ich bin sehr enttäuscht, dass das Umladen der Gülle wieder zu derartigem Gestank in der Nachbarschaft führt. Bereits vor zwei Jahren hatten wir uns an einem Runden Tisch mit betroffenen Anwohnern, Ortsgemeinde einerseits und dem Wasser- und Schifffahrtsamt und dem Gülle-Spediteur andererseits auf konkrete und verbindliche Maßnahmen geeinigt, die die Geruchsbelästigung für die Anlieger minimieren und auf ein erträgliches Maß beschränken sollten. Hier war vor allem vereinbart worden, dass die Gase, die aus den LKW beim Beladen mit Gülle entweichen über eine zweite Leitung wieder in die Schiffstanks zurückgesaugt werden. Dies hat von einzelnen Ausnahmen abgesehen in den vergangenen Jahren auch recht gut funktioniert. Jetzt ist für 2017 das erste Schiff da und schon stinkt es den Anwohnern wieder zum Himmel. Das ist sehr ärgerlich. Ich habe noch am gleichen Tag veranlasst, dass ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes sich die Situation kurzfristig vor Ort anschaut und ob die verabredeten Maßnahmen, insbesondere des geschlossenen Systems eingehalten werden. Zudem habe ich selbst Kontakt mit dem Betreiber der Anlage, dem Wasser- und Schifffahrtsamt in Bingen Kontakt aufgenommen. Man hat mir von dort versichert, dass sich an den Absprachen nichts verändert hat und dass von dort ebenfalls mit dem Unternehmer gesprochen wird, um den Gestank künftig wieder zu vermeiden.“

Zurück im Hafen in Broh-Lützingl: Zur Geruchsbelästigung sagt Klaus Frenzel, den wir bei seinem Spaziergang mit Hund Mailo am Hafen treffen: „Das ist eine Sauerei, das stinkt noch, wenn die schon längst wieder weg sind“, und deutet dabei auf das niederländische Gülleschiff mit dem Namen Carpe Diem (übersetzt: Nutze den Tag), „Besonders betroffen sind die Leute, die direkt gegenüber wohnen“.

Spricht man mit den Leuten vor Ort, werden die Gülletransporte aus dem Nachbarland durchweg kritisch gesehen, einmal ganz abgesehen von den „landwirtschaftlichen“ Gerüchen. Auch ein ungutes Gefühl schwingt bei den Menschen mit, was die Nitratbelastung in der Region angeht, wo die Gülle auf den Feldern ausgebracht wird. Ein Streitpunkt zwischen der EU und der Bundesrepublik Deutschland übrigens, der zur Novellierung der Düngemittelverordnung führte, die am 1.6.2017 in Kraft trat. Die EU forderte mit Strafandrohung von der Bundesregierung bundesweit feste Obergrenzen für Düngemittel, während der Bauernverband wollte, dass der Landwirt je nach Standort bedarfsgerecht düngen darf.

Dazu kommt nach dem jüngsten Eierskandal eine weitere Sorge, die ein Spaziergänger so auf den Punkt bringt: „Nach dem Lebensmittelskandal mit Eiern aus den Niederlanden muss ich mich doch fragen, sind in der Gülle auch Fipronil-Rückstände aus deren Hühnerställen, die jetzt bei uns auf die Felder kommen?“

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Kommentare
27.08.2017 13:52 Uhr
R. Niederprüm schrieb:

Ich frage mich wann unsere Behörden aufwachen, und die Verseuchung unseres Trinkwassers mit Nitrate über die Überdüngung mit Gülle durch die Landwirte verbieten!? Andere Betriebe müssen ihre Abfälle teuer "entsorgen", und nicht in die Landschaft kippen!



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juergen mueller:
Die OB-Wahl ist zu Gunsten von Herrn Langner gelaufen und schon ist man der Meinung, dass sich damit auch die Causa Hofmann-Göttig erledigt hat, die ja angeblich nur ins Leben gerufen wurde, um damit evtl. Einfluss auf den Ausgang der Wahl zu nehmen. Dieses immer wieder kommunal, landes- u. bundesweit auftretende Phänomen der politischen Selbstbereicherung ist wie ein Krebsgeschwür, gegen das man noch kein Mittel gefunden hat (oder nicht finden will). Das ist keine Krankheit, die von Zeit zu Zeit immer mal wieder ausbricht, sondern ein fester Bestandteil der Politik (auch der Wirtschaft) ... und sie hat einen Namen:"GIER". Die bereits angekündigte Rechtfertigung von Hofmann-Göttig sollte man zur Kenntnis nehmen u. mehr nicht. Sein Selbstloblüge für eine nie stattgefundene finanzielle Einbuße war charakterlos u. obendrein eine Verarschung der Wählerschaft. Verdienste für Koblenz hin oder her - sein Handeln (u. das von BECK) war Missbrauch, Manipulation u. Beliebigkeit.
juergen mueller:
Herr Langner lässt ein klares Wort zu der Causa Hofmann-Göttig vermissen u. verschanzt sich vielmehr hinter einer schwammigen Äusserung, die für ihn, da die Voraussetzung fehlt, ohnehin nicht von Belang ist. Zu der Frage, ob hinter dem Ganzen System steckt u. Probleme mit Geld gelöst werden, so muss dies mit JA beantwortet werden, ein System, das nicht nur in der Politik ein Zuhause hat. System steckt auch hinter der Tatsache, dass es kein Zufall ist, dass ausgerechnet jetzt unmittelbar vor der Stichwahl Tatsachen an`s Licht kommen, die bereits vor Jahren bekannt waren, aber zu diesem Zeitpunkt keine auswirkende Brisanz hatten. Wer hier seine schmutzigen Finger wirklich im Spiel haben könnte, lässt sich nur erahnen, zumal es hierzu ja bereits das passende Vorspiel gegeben hat. Trotz der Verdienste von Hofmann-Göttig u. der Parole fair zu bleiben muss es erlaubt sein, weiterhin politische Selbstbedienungsmentalität, Systemfehler, Vettern- u. Lügenwirtschaft an den Pranger zu stellen.
juergen mueller:
Die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand ist in der BRD ein Rechtsakt/Verwaltungsakt, mit dem z.B. hochrangige politische Beamte ohne Angabe von Gründen aus dem aktiven Dienst entfernt werden können. Hofmann-Göttig ist sein Abgang mehr als vesüßt worden, dank einer Schlupfloch-Gesetzgebung, die sich die Politik selbst verpasst hat. 2013 hatte Hofmann-Göttig noch als bereits bis dahin personifizierter Ruhegehaltsabsahner die Unverschämtheit sich selbst eines nie stattgefundenen finanziellen Verzichtes selbst zu loben u. war sich dieser wissentlichen Lüge durchaus bewusst. Auch als OB, und damit weiterhin als potenzieller Absahner in nicht wenigen Aufsichtsräten vertreten, hat er seine ihm in die politische Wiege gelegten Nehmerqualitäten bewiesen, was nicht heißt, dass dies auch nach Ende seiner Amtszeit nicht mehr der Fall sein wird. Einem kann sich die Politik gewiss sein - eine/n Insolvenz/Konkurs wird es bei der Selbstbedienungskette POLITIK nicht geben.
juergen mueller:
Alles gut. Erwartungsgemäß hat Herr Langner das Rennen gemacht. Koblenz hatte noch nie einen so jungen Stadtchef und die Zeit wird zeigen, ob diejenigen, die ihn gewählt haben, mit ihrer Wahl zufrieden sein können. Herr Langner wird sich an seiner "David-Langner-GARANTIE" messen lassen müssen. Ob die Einlösung dieser Garantie in ihrer Gesamtheit in 8 Jahren Amtszeit zu schaffen ist, ist fraglich. Ein Punkt seiner Garantie dürfte bereits, darf man den Medien Glauben schenken, ein Auslaufmodell sein - den NAHVERKEHR (ÖPNV) attraktiver zu machen mit einem Fahrpreis von 2 EURO (anstatt wie bisher 2,95) - "Die Preise im NAHVERKEHR sollen bundesweit angehoben werden". Mobilität - weniger Staus - mehr Tempo 30 (JEDE einzelne Straße anschauen) - Radwegenetz - Umwelt (SCHÜTZEN? - Klimaschutzbeauftragter - WARUM?) - BEHÖRDEN stärken - WARUM? (siehe unseren aufgeblasenen Beamtenapparat) etc. Die Wertschätzung des Volkes hat Sie souverän gewählt - oder war sie mal wieder der Idiot vom Dienst?
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