Tennisverband Rheinland ehrt in Ochtendung zum 36. Mal seine erfolgreichsten Spielerinnen und Spieler

Applaus für zwei deutsche Meister und eine gestandene Tennis-Lady

28.11.2017 - 08:00

Ochtendung. Zum Abschluss gab Ulrich Klaus, Präsident des Tennisverbandes Rheinland (TVR), den jungen Spielern noch einen Mutmacher mit auf den Weg. Vor gut sieben Jahren, im Juli 2010, standen sich im Finale des Trierer Grand-Prix-Turnieres die beiden Spieler gegenüber, die jüngst den Titel ATP-Weltmeister unter sich ausmachten. „Ein Trierer Tennisfreund hat mir gerade diesen Zeitungsausschnitt in die Hand gedrückt“, erzählte Ulrich Klaus, nachdem er in der Kulturhalle Ochtendung am Ende der TVR-Meisterehrung, von diesen beiden Endspielen Dimitrow vs. Goffin – zweimal in drei Sätzen zugunsten des Bulgaren – berichtet hatte. Der TVR-Präsident, gerade an der DTB-Spitze wiedergewählt, ließ es sich nicht nehmen, anhand dieses Beispiels vor allem gegenüber den jungen TVR-Aktiven anzudeuten, was aus den Finalisten eines Regionalturnieres mit 1300 Dollar Siegprämie noch werden kann.

Ingrid Hübner vom HTC Bad Neuenahr darf das mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nehmen. Sie blickt bereits auf eine lange, sehr lange Tenniskarriere zurück. Im März wird sie 90 Jahre alt, in Ochtendung wurde sie nun zum letzten Mal geehrt, für die deutsche Vizemeisterschaft Damen 85. Jetzt hat sie den Schläger beiseitegelegt, „es ist ja niemand mehr da, gegen den ich spielen kann.“ Es war ein würdiger und mit viel Applaus bedachter finaler Moment dieser zweistündigen Veranstaltung, der 36. TVR-Meisterehrung, zum elften Mal im Ochtendunger Kultur-Rundbau, als Ulrich Klaus und Anneliese Schönberg, die mit charmanter Routine durch die Ehrungsprozedur führte, Ingrid Hübner sowie die deutschen Meister Margreth Beyer und Lars Wellmann auf die Bühne baten. Beyer hatte bei den deutschen Senioren-Meisterschaften in Bad Neuenahr das Finale Damen 60 gewonnen, Wellmann wurde wie schon vor zwei Jahren für den DM-Erfolg Herren 40 geehrt. Wie die Andernacherin Beyer anmerkte, hätte sie auch gern den Hallentitel geholt, „aber zu Beginn der Saison hatte ich eine nicht so gute Phase.“ Doch dann lief es rund bei ihr, mit der Revanche für das Hallen-Aus im Halbfinale gegen Sabine Schmitz aus Essen und dem Titelgewinn.

Lars Wellmann vom TC Oberwerth durfte sich gleich zweimal freuen, über den Verbandsliga-Aufstieg der TCO-Herren 30 und über seine zweite deutsche Meisterschaft Herren 40. „Beides war eigentlich gar nicht so schwer“, berichtete der Koblenzer. Die Mannschaft ist jetzt in der Klasse angelangt, „in der wir uns wohlfühlen“, und beim Einzel-Erfolg in Bad Neuenahr kam er durch den Achtelfinal-Erfolg gegen den bayerischen Titelverteidiger Christian Fuchs so in Schwung, „dass es kein enges Match mehr gab.“


85 Ehrungen


Insgesamt 85 Ehrungen galt es in der gut gefüllten Kulturhalle zu absolvieren, aufgelockert durch gelungene multikulturelle Tanz- und Gesangsdarbietungen, wobei sich die Musical-AG der Plaidter IGS Pellenz mal im Westernstyle und mal orientalisch in einem Ausschnitt des Musicals „Sternenprinzessin“ präsentierten. Viel Beifall als gerechter Lohn, was ebenso gilt für dritte DM-Plätze von Axel Hüttner (TC Idar-Oberstein) und Thomas Kiesslich (TC Diez), Jugend-Hoffnung Tristan Reiff vom Andernacher TC und auch für den rheinland-pfälzischen Top-Spieler Benjamin Hasssan (TC Neuwied). Vor einer interessanten Saison stehen die Herren 40 des TC BW Bad Ems, die als Meister der Südwestliga in die Regionalliga Südwest aufgestiegen sind. „Wir sehen uns als Außenseiter, wollen aber nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, nannte Markus Henkel das Ziel für die kommende Spielzeit, in der es u.a. zum Derby gegen den TC Oberwerth kommt.

Eingeleitet hatte die Meisterehrung Präsident Klaus mit einigen Daten der vergangenen Saison (sieben Verbandsspieltage mit 2000 Mannschaften und 7500 Begegnungen), Hinweisen auf den frühen Spielbeginn 2018 (26.4.) und die Komplettierung des Trainerteams durch den Bad Emser Dennis Gilberg. Der hat es zusammen mit Landescoach Sascha Müller im TVR-Kader mit 45 Spielerinnen und Spielern der Jahrgänge 2010 und älter zu tun. „Insbesondere die Altersklassen U8 bis U11 entwickeln sich hervorragend“, lobte der TVR-Präsident. Aushängeschild des Verbandes ist natürlich Anna-Lena Friedsam, die nach langer Verletzungspause ein erstes Turnier gewann (Shrewsbury) „und die sich derzeit auf die US Open vorbereitet.“

Eine stetig wachsende Zahl von LK-Turnieren sorgt für gegenseitige Konkurrenz, „da werden wir stärker regulierend eingreifen“, kündigte Ulrich Klaus an. Turniere sollten für bestimmte Altersklassen und LK-Bereiche ausgeschrieben werden. Werbung machte der TVR-Präsident abschließend für das Damenturnier AK Ladies Open in Altenkirchen (19. - 25.02.2018) und vor allem für die zweite Auflage des Koblenz Open (14. - 21.01.2018), des größten deutschen Hallenturnieres. „Interesse und Karten-Nachfrage sind riesig“, so Klaus. Wer weiß, vielleicht stehen sich die Koblenzer Finalisten in ein paar Jahren mal bei einem Grand-Slam-Endspiel gegenüber…

Thomas Wächtler

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Kommentare
Jens:
Wenn man der Logik einiger "Experten hier folgt, dürfte es mit Wildscheinen ,Rehen, und Hirschen keine Unfälle geben und sie dürften sich nicht in Siedlungsnähe zeigen, da sie ja durch intensivste Bejagung scheu sind. Nun es gibt in den letzten Jahren wohl immer wieder Zwischenfälle mit Wildschweinen und Rehen (meist wegen der Jagd) aber keine mit Wölfen, also kann man den Quatsch den hier einige Extremisten von sich geben getrost vergessen.
M.W.:
Die echten Experten sehen das komplett anders! David Mech, der selber früher behauptet hatte, dass Wolfspopulationen sich selber regulieren, sieht seinen Irrtum inzwischen ein! Er schlägt auch für Europa ZONIERUNG und verschiedene Arten der Regulation der Wölfe vor, weil es ohne Bejagung nicht funktioniert. David Mech ist der erfahrenste Wolfsforscher dieses Planeten. Er war an der Wiederansiedlung der Wölfe im Yellowstone Nationalpark maßgeblich beteiligt und ist Chairman LCIE (Large Carnivore Initiative Europe). Man muss natürlich englisch lesen können und seinen Verstand bemühen, um die Zusammenhänge tatsächlich begreifen zu können: http://wolf.org/wp-content/uploads/2013/08/360-Where-can-wolves-live-and-how-can-we-live-with-them.pdf
juergen mueller:
Die Konkurrenz zwischen Mensch u. Wolf ist alt.Vergessen wird hierbei,dass vor ca. 15 000 Jahren aus gezähmten Wölfen der beste aller Freunde des Menschen wurde,der Hund.Die Abneigung vieler gegen Hunde spiegelt sich in ihrer Abneigung gegen Wölfe wieder.Die Feindschaft begann spät,als der Mensch (besondere Individuen der Gattung Mensch) seinen Interessenbereich ausweitete u. der Meinung war (bis heute), alles in Wald u. Feld gehöre ihm.Fakt ist,dass der MENSCH den Wolf "böse" gemacht hat.In Europa gibt es ein interessantes Nord-Süd- u. ein West-Ostgefälle,das sich auch in der Einstellung zum Wolf manifestiert.In den großen Lebensräumen Ost- wie Südeuropa hat der Wolf überlebt - in Nord- u. Mitteleuropa wurde er ausgerottet.- gnadenlose Intoleranz bei den Mitteleuropäern - Gelassenheit/Verständnis der Süd-/Osteuropäer.Anstatt sich mit dem Thema Wolf einmal intensiv auseinanderzusetzen,ergeht man sich in Kommentaren, blind u. unpersönlich.Hirnrissig, bei uns muss alles reguliert werden.
Roswitha von Piotrovski:
Ja was soll ich sagen, es war ganz einfach ein tolles Konzert. Ihr Artikel liest sich so, als wäre ich gerade im Konzert und würden das Ganze noch einmal erleben. Sie haben jedes Detail genau beschrieben, so können auch die Menschen, die nicht dabei waren, erfahren was sie versäumt haben.
Peter Schlicker:
Verry nice
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