Erster Erfolg im Kampf gegen Bahnlärm in Weißenthurm

Schutzwände werden gebaut

Verbandsgemeinde informierte Bürger über das 2,8 Millionen Euro-Projekt

05.02.2018 - 08:12

Weißenthurm. „Was lange währt, wird endlich gut“ heißt ein Sprichwort, das auch für die Schutzwand gegen Bahnlärm in Weißenthurm gilt. Denn am 13. Februar beginnen im Bereich Weißenthurmer Bahnhofstraße die Bauarbeiten für die 1,4 km langen und zwei Meter hohen Lärmschutzwände rechts und links der Schienentrasse. Schon vor sieben Jahren forderten Georg Hollmann, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm und Stadtbürgermeister Gerd Heim Maßnahmen gegen die unhaltbare Bahnlärmsituation. Zwei Jahre später entstand die Bürgerinitiative „Wir gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm“ mit Rolf Papen an der Spitze. Zig Demonstrationen gegen Bahnlärm, Eingaben, Protestschreiben und Ortsbegehungen führten im November 2014 zu einem kleinen Erfolg: Zwei Flüsterweichen wurden installiert. Das reichte natürlich nicht aus und so gingen die gemeinsamen Aktionen von BI und Kommunen weiter, bis es jetzt endlich zu einem entscheidenden Durchbruch kam. Darüber informierten Georg Hollmann, der verantwortliche Bauleiter Andreas Schröter (Firma Heberger) sowie von der DB Netze AG Projektleiter Thorsten Schmidt und Planer Frank Tataranni etwa 50 Bürger, die zu dieser Infoveranstaltung der VG in den großen Ratssaal gekommen waren. Georg Hollmann verwies darauf, dass dieser Erfolg gegen Bahnlärm nur durch viele Aktionen von BI und Kommunen erzielt werden konnte.


Reicht das wirklich aus?


Aber ist das wirklich ein so großer Erfolg gegen den Bahnlärm? „Die Wände reduzieren den Schall um etwa 10 Dezibel“, erklärte Thorsten Schmidt. In Dezibel wird der Schalldruck gemessen und 10 dB weniger bedeutet eine Halbierung des Lärms. „Das ist ein erster Schritt, bei dem die Bahn Wort gehalten hat“, sagte Rolf Papen, „durch Schienendämpfer und Umrüstung der Güterwagen kann der Bahnlärm um weitere 10 dB reduziert werden. Dann haben wir innerhalb von zwei bis drei Jahren über 20 dB weniger.“ Bauleiter und Projektleiter stellten das 2,8 Millionen Euro teure Lärmschutzprojekt, dessen Bauarbeiten Anfang November beendet sein sollen, in Zahlen vor. Notwendig sind 87 Bohrpfähle und 24 Tonnen Betonstahl in denen Wände und Gabionen (mit Steinen gefüllte Drahtkörbe) installiert werden. Die Bauarbeiten sind aber nur möglich wenn die Bahnstrecke von 22 bis 6 Uhr für Züge gesperrt ist, denn die Oberleitungen dürfen aus Sicherheitsgründen keinen Strom haben. Die Strecke wird nachts von Dienstag bis Freitag im Rhythmus von zwei Wochen gesperrt. Es ist klar, dass durch die Bauarbeiten viel Lärm entsteht, der den Anwohnern den Schlaf raubt. Deshalb stellt DB Netz den geplagten Anwohnern 80 Euro für eine Übernachtung in Hotel oder Ferienwohnung, das kann irgendwo sein, zur Verfügung. Für das Geld müssen natürlich Anträge gestellt werden, über die die VG-Verwaltung informiert. Ein Problem ist, dass die Stadt Weißenthurm zur gleichen Zeit in der Nähe des Rheinufers baut. Gerd Heim hofft aber, dass diese Arbeiten im Juli, wenn der zweite Bauabschnitt des Lärmschutzprojekts beginnt, abgeschlossen sind. Behinderungen und gesperrte Straßen sind hier natürlich vorprogrammiert. „Wir haben zwei Baustellen gleichzeitig. Dass dies mit Unannehmlichkeiten verbunden ist, dürfte jedem klar sein. Wir wollen den Verkehr aber so regeln, dass Anlieger in ihre Häuser kommen. Es kann aber auch sein, dass man das Auto mal nicht auf dem Grundstück abstellen kann“, warb Georg Hollmann um Verständnis. Gesichert sei jedoch, dass Feuerwehr und Rettungswagen durchkommen. „Wir als Bahn bemühen uns um eine leise Baustelle und werden den Lärm aufs Notwendigste begrenzen“, versprach der Leiter der Produktionssteuerung Frank Tatranni. Rolf Papen gab jedoch zu Bedenken: „Dieses Jahr wird für die Anlieger der Bahnhofstraße nicht schön, es wird ein Tal der Tränen.“ HEP

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Kommentare
Christoph Wagner:
Gute Sache!
Andreas Nöthen:
Die ewig gestrigen dürfen nicht gewinnen. Die Aussage eines Dr. Fleischer der Marktplatz sei belebt genug ist dumm und hat mit städtischer Entwicklung nun gar nichts zu tun. Diese im Fernsehen von Fleischer geäußerte Meinung ist kontraproduktiv. Der Marktplatz kann nach meiner Meinung nicht belebt genug sein. Dies zum Wohle aller Bürger und so ist der "Fleischer Beitrag" mehr als nur zu vernachlässigen. Genau die Leute, die in anderen Städten die Ratsstuben bewundern wollen sie in Mayen nicht und lehnen Investoren ab um die sich jede andere Gemeinde wohl ein Bein ausreißen würde. Wer soll denn dies verstehen.
juergen mueller:
Ich finde es gut, dass es so etwas wie die AG-60-Plus gibt und damit ältere Menschen (wie auch meine Wenigkeit), die ihr politisches Interesse offen aufzeigen, auch wenn man einen Tagesordnungspunkt wie GroKo (mit berechtigten Bauchschmerzen) nur "abhaken" kann. Bauchschmerzen sind angesagt, wenn man sich den Koalitionsvertrag mit seinen über 170 Seiten einmal reingezogen hat, in dem das Wörtchen "SOLLEN" gleich hundertfach vorkommt, denn ... SOLLEN ... heisst NICHT WOLLEN, sondern nur, dass man beabsichtigt oder in Erwägung zieht, dass es so umgesetzt wird wie es "gesollt" wurde. Was letzten Endes für UNS dabei positiv herauskommt, dürfte nicht so wichtig gewesen sein, sondern nur, dass es zu einer Regierungsbildung und natürlich zu einer Verteilung lukrativer, politischer Posten gekommen ist. Letzten Endes ging es nur um ein Kämpfen gegen Verlust von Amt u. Mandat, von Posten, Diäten, Bezüge, von Macht, Anerkennung u. (vermeintlichem) Ansehen. Alles andere ist blauäugiges Denken.
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