Wirtschaft | 08.01.2013

Umsetzung von Vorgaben der Bundesnetzagentur

Westnetz GmbH statt RWE jetzt in Saffig

Für Kunden ändert sich nichts

Stellten das neue Unternehmen Westnetz GmbH vor: (v.l.) Heinz Büchel, Thomas Hill (Leiter Regionalzentrum Rauschermühle), Gabriël Clemens. Foto:  WPA

Saffig. Das Unternehmen RWE setzte eine Vorgabe der Bundesnetzagentur um und trennte das Netz von der Stromproduktion. Daher firmiert seit dem 1. Januar das neue, in Dortmund angesiedelte Unternehmen Westnetz - als RWE-Tochterunternehmen - auch von Saffig aus. Mitglieder der neuen Geschäftsführung informierten am 8. Januar im Rahmen einer Pressekonferenz zur Westnetz GmbH.

Es gibt gleich mehrere neue Gesellschaften: Neben der genannten ist RWE Netzservice für den Vertrieb technischer Dienstleistungen verantwortlich, RWE Metering für das gesamte Zählergeschäft von RWE Deutschland. Dr. Gabriël Clemens, Geschäftsführer bei Westnetz für den Bereich Integration und Asset Management, beschrieb das Leitungsgeflecht wie Straßen: Die großen Höchstspannungs-Leitungen (220 und 380 KV) verglich er mit Autobahnen. Das sind die Leitungen, die im Zuge der Energiewende ins Gespräch kamen, da neue Leitungen etwa für den Stromtransport der Offshore Windanlagen benötigt werden. Dafür ist das Unternehmen Amprion als Übertragungsnetzbetreiber in seinem Geschäftsgebiet zuständig. Die Verantwortlichkeit von Westnetz beginnt mit den Abzweigungen dieser „Autobahnen“, dem Verteilnetz (110 KV) bis hin zum gewöhnlichen Hausanschluss.

Verteilung „diskriminierungsfrei“

Neben Strom wird auch Gas verteilt. Das alles wird, so Clemens, „diskrimierungsfrei“ geschehen, also unabhängig vom Erzeuger - aus diesem Grund wurde auch das Geschäft der großen Konzerne getrennt, unterstrich Heinz Büchel Geschäftsführer für den Bereich Personal. Westnetz, der Tochterfirma von RWE, ist es ganz offiziell egal, wer den Strom oder das Gas transportieren lässt: Abgerechnet wird so oder so mit dem Auftraggeber.

Die von Westnetz, dem nach eigenen Angaben größten Verteilnetzbetreiber, versorgte Fläche ist 50.000 Quadratkilometer groß. Das Stromnetz hat eine Länge von 195.000 Kilometern, das Gasnetz ist 26.000 Kilometer lang. Vom Regionalzentrum Rauschermühle aus verantwortet Westnetz Planung, Bau, Instandhaltung und Betrieb von 9.400 Kilometern Stromnetz. Betreut werden derzeit insgesamt über 13 Regionalzentren an 165 Standorten in fünf Regionen 4,5 Millionen Stromanschlüsse und 600.000 Gasanschlüsse. Der Umsatz wird mit fünf Milliarden Euro angegeben. Davon ist allerdings etwa die Hälfte ein durchlaufender Posten durch Abgaben wie etwa die vieldiskutierte EEG-Umlage.

Für Kunden soll sich nichts ändern

Der Verteilnetzbetreiber investiert nach Angaben der Geschäftsführer pro Jahr 800 Millionen Euro in das Netz - das Geschäftsgebiet erstreckt sich vom Großraum Osnabrück bis hinab in den Raum Trier. Diese Investitionen werden durch die Energiewende offensichtlich wichtiger denn je. Früher, so Gabriël Clemens, waren Stromleitungen „Einbahnstraßen“, die den Strom zu den Verbrauchern brachten. Heute wird auf vielen Hausdächern über Solaranlagen oder durch Windräder Strom produziert, der auch in die andere Richtung transportiert werden muss. Clemens: „Die Energiewende funktioniert nur, wenn die Netze da sind.“

Zudem müsse das Unternehmen immer wissen, „was die Kunden morgen wollen“. Das werden jedoch erschwert, „wenn die Politik alle halbe Jahr die Regeln ändert“, so der klare Seitenhieb nach Berlin. Um für die Anforderungen einer atomstromfreien Zukunft gerüstet zu sein, werden derzeit Techniken wie „Smart Operator“ (Stichwort intelligentes Stromnetz), Smart Country (Verknüpfung alternativer Energiegewinnung), „Amacity“ (supraleitendes Kabel) sowie ein Hochtemperaturseil erprobt.

Dass es jetzt das Unternehmen Westnetz gibt, wird für die Kunden keine Auswirkungen haben, sagte Heinz Büchel. Lediglich das Erscheinungsbild ändert sich: Die silbernen Servicewagen erhalten einen neuen Schriftzug ebenso wie die Arbeitsanzüge der Mitarbeiter.

wpa

Stellten das neue Unternehmen Westnetz GmbH vor: (v.l.) Heinz Büchel, Thomas Hill (Leiter Regionalzentrum Rauschermühle), Gabriël Clemens. Foto: WPA

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Holz Loth-Entsorgung
Rund ums Haus
First Friday Anzeige März
Stellenanzeige mehrere Stellen
Stellenanzeige Kita
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Adobe Stock
82

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Schülerinnen und Schüler der Bienenklasse 3c der KGS Meckenheim sind am Standort Meckenheim der Bücherbrücke in die Bücher vertieft. Foto: Stadt Meckenheim
24

Bücherbrücke Meckenheim/Alfter stärkt Lesefreude bei Kindern

Bibfit-Programm bringt Vorschulkinder spielerisch in die Bibliothek

Meckenheim. Die Bücherbrücke Meckenheim/Alfter verzeichnet eine rege Nutzung durch Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen der Leseförderung. Unter den teilnehmenden Einrichtungen befinden sich unter anderem Blütentraum, Hüppekästchen, Rasselbande und zahlreiche weitere Kindertagesstätten. An beiden Standorten der Bücherei steht der Mittwochvormittag im Zeichen der Vorschulprogramme, bei denen die Kinder bib(liotheks)fit gemacht werden.

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Ostergruß
fit für`s Alter?
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Container Anzeige
Ostergrußanzeige
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Titelanzeige
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in