André Weber aus Dernau drehte einen hochwertigen Filmtrailer mit jeder Menge Lokalkolorit

Aliens belagern Bad Neuenahr

21.03.2017 - 13:16

Bad Neuenahr/Dernau. Das sieht gar nicht gut aus für Bad Neuenahr: Ein gigantisches Raumschiff erscheint aus dem Nichts und verharrt regungslos schwebend über der Kurstadt. Weder weiß man, wo es herkommt noch was die extraterrestrischen Besucher in Bad Neuenahr wollen. Besorgnis macht sich unter Bürgern und Militär breit, denn die Aliens reagieren nicht auf Kommunikationsversuche. Auf der Suche nach Antworten wird ein Expeditionsteam in das unbekannte Flugobjekt geschickt. Die Erkenntnisse sind erschreckend. Im Inneren finden die Soldaten viele pflanzenähnliche Gebilde und eines scheint sicher: Sie kommen nicht in Frieden. Dies ist die Handlung eines zweiminütigen Trailers mit dem Namen „Root Invasion – Battle Bad Neuenahr“, also einer Filmvorschau, der zur Zeit im Internet die Runde macht. Wer hier nun eine Billigproduktion erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. Denn hinter dem freien Projekt steckt der Mediendesigner André Weber aus Dernau und jede Menge Arbeit. „Die Idee war es, einen packenden Filmtrailer im Genre Science-Fiction und Horror zu produzieren, der sich qualitativ an großen Hollywoodfilmen orientiert und mit möglichst geringem Aufwand realisieren lässt,“ erklärt Weber im Gespräch mit BLICK aktuell. Das ist gelungen und in bestechend scharfer Optik schwebt das Raumschiff über der Kurstadt und Kampfjets jagen über den Ahrtaler Himmel. André Weber ist in derBranche kein Unbekannter. Als Weber virtuell den Amtsschimmel vor der Kreisverwaltung in Ahrweiler zum Leben erweckte, war dies ein Hit im Internet. Außerdem realisierte Weber im Rahmen der 200-Jahr-Feier des Landkreises Filmprojekte für den Kreis Ahrweiler.


Hollywood trifft Landesgartenschau


Nicht nur im Design orientierte sich Weber an US-Blockbustern wie „Independence Day“; immer wieder finden sich kleine Anspielungen an große Science-Fiction Filme. So ist allein der Titel eine eindeutige Hommage an „World Invasion – Battle Los Angeles“, einem US-Actionkracher von 2011. Auch das Motiv des reglos verharrenden Raumschiff ist spätestens seit dem oscarprämierten Film „Arrival“ ein bekanntes Motiv.

Neben den inhaltlichen Anleihen aus Übersee bleibt es in Sachen Crew, Drehort und Handlung aber ganz lokal. So streute Weber, der nicht nur am PC, sondern auch als Kameramann tätig wurde immer wieder subtile Hinweise zur bevorstehenden Landesgartenschau im Jahre 2022 ein. Im Besprechungsraum des Militärs hängt unverkennbar das „Blühende Leben“-Logo der Stadt und auch das Expeditionsteam im Raumschiff trägt den Codenamen „Laga 22“. Das Pflanzenthema zieht sich wie ein „grüner Faden“ durch den Trailer, auch der Name „Root Invasion“, was wörtlich übersetzt „Wurzelinvasion“ bzw. genauer „Wurzeleinwuchs“ bedeutet, spricht dabei für sich.

Auch wenn im Normalfall ein solcher Trailer einen abendfüllenden Spielfilm ankündigt, wird es diesen zu „Root Invasion“ jedoch nicht geben. Denn dafür fehlen Weber genügend Mitstreiter und die finanziellen Mittel. „Wir haben an drei Tagen gedreht und vier Wochen habe ich am PC die 3D Modelle und die visuellen Effekte erstellt“, erklärt Weber. Das Resultat: Zwei Minuten Film und 45 Gigabyte produzierte Daten. Weber realisierte insgesamt 40 Einstellungen, wovon 29 aus reinen Tricksequenzen bestehen. Viele dieser Einstellungen entstanden im Dernauer Bürgerhaus, in denen die Darsteller später ausmaskiert und in die fremde Umgebung gesetzt wurden. Weber entwarf und modellierte alle Hintergründe, das UFO und mehrere Flugzeuge. Für das Zerbröseln der Ahr-Thermen musste er sogar die typische Form des Daches nachbauen. Natürlich ist solch eine Invasion von Außerirdischen eine ernst zu nehmende Sache. Humor kommt trotzdem nicht zu kurz. Soldaten, besorgte Bürger und Militär-Strategen sind nämlich aus den Reihen von Amateurschauspielern aus dem Ahrtal rekrutiert. Allein der charmante rheinische Dialekt der Darsteller macht die Produktion sehens- und hörenswert. Unterstützung erhielt Weber übrigens von den erfahrenen Hobbyregisseuren Wolfgang Arends und Jürgen Drüeke der Goethe 11-Studios.


Grüße aus der Traumfabrik


Im Internet ist der Trailer jetzt schon Kult, aber auch aus Hollywood gab es Resonanz. Weber schickte den kleinen Film einem Freund, der in Los Angeles in der Visual Effects-Branche an großen Blockbustern beteiligt ist. Die Resonanz war super: „Awesome job!“, großartige Arbeit, sagte der Profi aus der Traumfabrik.

Zu sehen gibt es „Root Invasion – Battle Bad Neuenahr“ natürlich im Internet. Wer den Filmtitel in einer Suchmaschine eingibt wird schnell auf diversen Videoplattformen fündig. Den Film und weitere Informationen über die Produktion gibt es unter anderem auch im Blog auf www.motionact.de zu sehen.

ROB

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22.03.2017 15:45 Uhr
Ralf Kössendrup

Leute, macht nicht so einen Aufstand, nur weil ich meinen Sternenflitzer dort geparkt habe. In Ahrweiler gab's einfach keinen freien Parklplatz. Bin mal gespannt, wie ihr das zur Landesgartenschau hinbekommen wollt, wo jetzt schon nicht genügend Parkplätze vorhanden sind.



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Wally Karl:
Während in den Städten Aachen, Bonn und Wuppertal die Wähler noch den fantastischen Zukunftsplänen der Grünen huldigen, haben sich die Bürger von Mayen aus der Erfahrung der letzten Jahre, wieder dem Realismus des Machbaren zugewandt und die Grüne Stadtregierung mit deutlicher Mehrheit abgewählt.
Wally Karl:
Herzlichen Glückwunsch an den neuen OB und frohe Weihnachten für die Mayener Bürger, ein schlimmes Jahr geht gut zu Ende.
Günter Wittmer:
Es war fast zu erwarten, denn destruktiver konnte sich die CDU vor der Wahl wohl nicht verhalten. Dass die Suppe gerade der junge Herr Oliver Wahl als daran weitgehend Unbeteiligter mit auslöffeln muss und die Wahl ums Bürgermeisteramt verloren hat, finde ich persönlich sehr schade. Ich hätte mir einen solchen jungen Unternehmer aus Rheinbach wirklich für einen Neuanfang gewünscht. Ob sich der Verbund der Nicht-CDU-Parteien gegen ihn damit einen Schuss ins eigene Knie geleistet hat, wird sich zeigen. Dass von der CDU in die UWG abgewanderte Stadträte/-innen auch noch im neuen Rat sitzen können, ist für mich als parteiloser Bürger ein Unding schlechthin. Aber am Schluss erhält jedes Wahlvolk das verdiente Ergebnis - wohl bekommt's!
Günter Wittmer:
Dass Herr Oliver Wolf die Wahl verloren hat, muss sich die bisherige CDU ankreiden lassen. Destruktiver ging's wohl kaum. Meine Hoffnung lagen dennoch eindeutig bei dem daran eher unschuldigen Herrn Wolf. Einen solch jungen Unternehmer an der Spitze der Stadt hätte ich mir für den Neuanfang gewünscht - es kam fast erwartungsgemäß anders. Der Verbund aller Nicht-CDU-Parteien gegen Herrn Wolf könnte sich allerdings noch als Schuss ins eigene Knie herausstellen. Gleiches gilt für die Aufnahme der CDU-Abwanderer in die UWG, gerade weil Betroffene dadurch erneut in den Stadtrat gelangen konnten, für mich als Parteiloser völlig unverständlich. Aber wir Bürger haben jedes Wahlergebnis selbst bestimmt und damit uneingeschränkt verdient - dies gilt immer!
Manfred Mattick:
Wir alle werden sehen, welche Auswirkungen es hat, wenn sich vier Verlierer nur deshalb zusammen schließen, um der CDU zum ersten Mal den Bürgermeisterposten abzujagen. Petri Dank !!
Wally Karl:
Herzlichen Glückwunsch an den Bürgermeister.
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