Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Heimatmuseum Sinzig

Auf Spurensuche im Heimatmuseum

Etwas für Kulturfreunde und Genießer: Zum Internationalen Museumstag gab es fünf Führungen, eine neue Ausstellung und Wohlsein auf der Schlossterrasse

31.05.2017 - 08:00

Sinzig. Das freundliche Frühlingswetter tat das Seine dazu, um Besuchern der Barbarossastraße 35 ein erbauliches Kultur- und geselliges Erlebnis zu ermöglichen: Ein Park, so grün wie selten im Jahr, darin eine neugotische ehemalige Edel-Immobilie, genannt Schloss, die ihrerseits das Sinziger Heimatmuseum beherbergt – dreifach aufgestellt zeigt sich das Kulturensemble das ganze Jahr über. Beim 40. Internationalen Museumstag, der diesmal unter dem Motto „Spurensuche.

Mut zur Verantwortung!“ stand, hatte das generell eintrittsfreie Museum aber obendrein die frisch eröffnete Ausstellung „Sinzig – Zeugnisse aus 750 Jahren Stadtgeschichte“ zu bieten. Fünf Führungen verteilten sich über den Tag.

Allein drei davon galten der Präsentation zum Stadtjubiläum, die sich in elf Kapiteln, beginnend mit „Vom Reich zum Herzogtum Jülich-Berg“, über drei Etagen vom zweiten Stock bis ins Parterre zieht. Museumsleiterin Agnes Menacher fokussierte mit den Gästen die stadtgeschichtlich bedeutsamen Epochen, darunter 100 Jahre in der Pfandschaft der Erzstifte Trier und Köln, 234 Jahre Amt Sinzig im Herzogtum Jülich-Berg, das Kriege und Pest bringende 17. Jahrhundert, französische und preußische Zeit als auch das kaiserliche Sinzig und die Krisenzeiten in der Weimarer Republik.


Was war, was ist


Wenn eine Spurensuche Mut zur Verantwortung zeigen soll, dürfen auch die Schatten der jüngeren Vergangenheit mit dem Nationalsozialismus nicht fehlen.

Schlaglichter fallen außerdem auf die einstige Profilierung als „Bad Sinzig“, frühere Erwerbsquellen wie Wein, etwa vom Hellenberg oder Wadenberg, den der Weinhändler Arnold Bennerscheid vertrieb. Wer erinnert sich noch an die Sohlenfabrik Melangit und an die Weberei Nonn? Wer weiß, dass Friedrich Wilhelm von Schadow (1788-1862), Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie 1841 Gut Godenhaus erwarb und als „Ritter Schadow von Godenhaus“ geadelt wurde? Der Aufschwung im Wirtschaftswunderland der Nachkriegszeit sowie die aktuellen Sinziger Mineralquellen- und die Fliesenproduktion sind gleichfalls berücksichtigt.


Kellerführung mit Taschenlampe


Eine Gruppe von Gästen begleitete Karl-Friedrich Amendt, Vorsitzender des museumsunterstützenden Denkmalvereins, bereits am Morgen durch die Dauerausstellung musealer Sammlungen, die neben Stadtgeschichte Skulpturen, Gebrauchsgerät, Möbel und Gemälde, frühgeschichtliche, fränkische und römische Zeit umfasst. In die Tiefe, genau 18 Treppenstufen abwärts, ging es dagegen mit Vorstandsmitglied Angelika Schneider.

Das war vor allem spannend für die Freunde Nick und Yaser, beide elf Jahre alt. Mit Taschenlampen leuchteten sie in den Kohlenschacht, entdeckten Lagerräume für Kartoffeln, Obst und Wein früherer Schlossbewohner.Sie stießen sogar auf gemauerte Spuren des Vorgängerbaus: Fundamentreste der ehemaligen Wasserburg der Herzöge von Jülich-Berg. Ein Gitter deutet auch auf eine frühere Nutzung als Gefängnis hin.

Zurück im Parterre ließen die beeindruckten Jungen den Blick von der Schlossterrasse im Park schweifen.

Dort nahmen zahlreiche Besucher die Gelegenheit war, sich bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen vom leckeren Kuchenbuffet wie Hausbewohner zu fühlen Selbst der Turmfalke ließ sich blicken. Er war wohl der Einzige, der das Ende des Museumstages herbeisehnte. Aus Sorge um seine Brut kreiste er immer wieder in den Lüften.

HG

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

Schlosstheater Neuwied - Premiere: 13. Juni 2020, 19.30 Uhr

Corona Papers - Topaktuelles Theaterstück frisch aus der Feder

Neuwied. Maskenpflicht im Supermarkt, geschlossene Kneipen und Bars, Verzicht auf soziale Kontakte. All das kümmert Nik kaum, denn schließlich verbringt er seine Tage auch sonst am liebsten allein vorm Pc – natürlich in seinem alten Kinderzimmer bei Hotel Mama. Der Endzwanziger lebt in seiner eigenen Blase: Als selbsterklärter „Incel“ ist er auf dubiosen Internetseiten unterwegs und tauscht die neuesten Verschwörungstheorien mit seinen digitalen Bekanntschaften aus. mehr...

Plakataktion zur Absage der Heddesdorfer Pfingstkirmes in Neuwied

Pfingsten ohne Pfingstkirmes

Neuwied. Es ist bekannt: Bis 31. August 2020 sind alle Großveranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie untersagt. Darunter fallen auch Volksfeste und Kirmes-Veranstaltungen. Wegen langer Planungs- und Aufbauphasen sind über diesen Zeitpunkt hinaus inzwischen auch das weltbekannte Münchener Oktoberfest und der Cannstatter Wasen abgesagt worden. Normalerweise wären in diesen Tagen rund 70 Schaustellerbetriebe... mehr...

Weitere Berichte
Mit Abstand und Umsicht durch die Krise

Neuwieds Kreisgremium tagte in der Wiedparkhalle in Neustadt

Mit Abstand und Umsicht durch die Krise

Neustadt/Kreis Neuwied. „Unsere heutige Kreistagssitzung verläuft anders, als alle Sitzungen zuvor“, so begrüßte Landrat Achim Hallerbach die Mitglieder des Kreistages und die Gäste gleich zu Beginn der... mehr...

Hedwig Brandenburg feiert trotz Corona

100. Geburtstag in Bad Breisig: Die ganz große Feier musste ausfallen

Hedwig Brandenburg feiert trotz Corona

Bad Breisig. Hedwig Brandenburg feierte in diesen Tagen in Bad Breisig ihren 100. Geburtstag. Geboren wurde sie am 26. Mai 1920 in Duisburg - Meiderich, heute wohnt sie in Bad Breisig, und das schon seit 1946. Da hat sie nämlich ihren Ehemann in der Marienkirche zu Niederbreisig geheiratet. mehr...

Politik
„Wir reden nicht
nur, wir packen an!“

CDU für eine freundliche Innenstadt

„Wir reden nicht nur, wir packen an!“

Rheinbach. Attraktive Geschäfte in einer sauberen und gepflegten Hauptstraße laden Bürgerinnen, Bürger und Gäste zum Bummeln, Verweilen und zum Einkaufen in die Rheinbacher Innenstadt ein. Blühende Pflanzen vermitteln stets einen farbenfrohen und freundlichen Eindruck. mehr...

FDP Swisttal

Lamberty verlässt die FDP

Swisttal. Am 20. Mai 2020 hat Dr. Karl Heinz Lamberty mit sofortiger Wirkung seinen Austritt aus der FDP erklärt. Dr. Lamberty war fast die komplette Zeit seiner 35-jährigen Mitgliedschaft auch in diversen Ämtern aktiv. mehr...

Neue Brücke über
den Gräbbach

Abriebfeste Markierungen in der Gymnasiumstraße

Neue Brücke über den Gräbbach

Rheinbach. Nach längerer Bau- und Vorbereitungszeit ist die Römerkanal-Brücke über den Gräbbach nun der Öffentlichkeit zur Nutzung übergeben worden. mehr...

Sport

FVM will die Saison nun doch abbrechen

SVN begrüßt Umdenken

Niederbachem. Bereits gestern hat der Fußballverband Mittelrhein bekannt gegeben auf einem Verbandstag am 20. und 21. Juni, entgegen ursprünglicher Aussagen, nun doch den Vorschlag zu machen die Saison abzubrechen. mehr...

Sportangebot nach
Lockdown beginnt wieder

Fitness-Abteilung des SV Kripp startet durch

Sportangebot nach Lockdown beginnt wieder

Remagen-Kripp. Seit einigen Tagen sind auch beim SV Kripp die ersten Lockerungen nach dem Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie sichtbar. Nach Veröffentlichung der 6. Corona-Bekämpfungsverordnung des... mehr...

Wirtschaft
Homeoffice -
sicher und günstig

- Anzeige -RS Computer entwickelt USB-Stick underspart Arbeitgebern teure Hardware-Anschaffungen

Homeoffice - sicher und günstig

Sinzig. Den Gedanken, ihren Mitarbeitern zu Hause einen Arbeitsplatz einzurichten, mussten bereits viele mittelständische Unternehmer leider verwerfen, da die Umsatzzahlen seit Beginn der Corona-Krise häufig sehr zu wünschen übrig lassen. mehr...

Silber für Kern-Haus

- Anzeige -Deutscher Traumhauspreis 2020

Silber für Kern-Haus

Ransbach-Baumbach. Der Massivhaushersteller Kern-Haus konnte auch 2020 beim Deutschen Traumhauspreis einen Erfolg erzielen. Mit einem individuellen Familienhaus erreichte man die Silbermedaille in der... mehr...

Lesen Sie Jetzt:
Umfrage

Wollen Sie dieses Jahr Urlaub in der Region machen?

Ja, klar! Ich habe schon gebucht.
Mich zieht es in die Ferne!
Sehr gern, aber ich weiß noch nicht genau, wann und wo...
Nein, ich fahre lieber an die See.
Hier kenne ich doch bereits jeden Winkel!
Ehrlich gesagt: Weiß nicht.
aktuelle Beilagen
 
Kommentare
Heinrich Heine:
Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

Koblenzer Schulen

juergen mueller:
Etwas anderes war von Herrn Roos auch nicht zu erwarten - zumindest öffentlich - als das man mit dem Krisenmanagement u.sogen.Stellschrauben,wenn überhaupt,das macht man dann unter sich aus.
Siegfried Kowallek:
Beim Komplex AfD, Spenden und Geheimnistuerei denke ich eher an die verdeckten Zahlungen von rund 132.000 Euro an die AfD-Politikerin Alice Weidel, bei denen die Bundestagsverwaltung wegen möglicher Verstöße gegen das Parteiengesetz Sanktionen gegen diese Partei prüft. Es stehen Strafzahlungen in dreifacher Höhe der Spenden aus der Schweiz im Raum, also rund 396.000 Euro. Jetzt will aber die AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen für einen guten Zweck spenden, was auf jeden Fall sympathisch ist im Gegensatz zu einer verdeckten Entgegennahme großer Spenden von jemandem, der etwas zu verbergen hat. Der angekündigte Verzicht auf eine medienöffentliche Bekanntgabe von Empfängern dieser Spenden befremdet mich jedoch aus zwei Gründen. Zum einen wirkt das heimliche Spenden an gemeinnützige Vereine oder Organisationen dadurch vergleichbar anrüchig wie etwa ein heimlicher Bordellbesuch, den man auch nur dann selbst öffentlich macht, wenn man erfolgreicher Kommunalpolitiker in Ochtendung ist. Zum anderen überzeugt die Begründung nicht, in der Vergangenheit sei vielerorts Druck auf Organisationen ausgeübt worden, die von der AfD eine Spende angenommen hätten. Wäre das der Fall gewesen, hätte diese Partei das doch auf jeden Fall laut und heftig angeprangert. Dieses Liebäugeln mit einem Opfermodus erinnert an den bisherigen geheimnistuerischen Umgang der AfD mit ihren Freitagsveranstaltungen im Kreis, deren Veranstaltungsort man nur auf Nachfrage mitgeteilt bekam. Dabei weiß nicht nur ich, in welcher Neuwieder Gaststätte diese Veranstaltungen stattfanden. Zudem stand deren Name sogar in einem ausgewogenen Artikel über eine AfD-Freitagsveranstaltung. Und als ich die letzte Veranstaltung dieser Partei vor den Corona-Einschränkungen in Oberbieber zum Thema „Wald und Wild“ besuchte, sah ich dort keinen einzigen Gegendemonstranten, obwohl die Partei den Veranstaltungsort zuvor sogar hinreichend öffentlich bekanntgegeben hatte. Siegfried Kowallek, Neuwied
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.