Allgemeine Berichte | 28.09.2023, 15:23 Uhr

50 Jahre Luftrettung in Koblenz wurden kräftig gefeiert

„Christoph 23“ ist die Wiege des Erfolgs der zivil-militärischen Zusammenarbeit

Blick zurück am Deutschen Eck auf die Erfolgsgeschichte der ersten zivil-militärischen Zusammenarbeit: Frédéric Bruder, Geschäftsführer der gemeinnützigen ADAC Luftrettung (Mitte) und Generalarzt Dr. Jens Diehm vom Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz (zweiter von rechts) mit der Crew des ADAC Rettungshubschraubers „Christoph 23“ (von links) Notarzt Jan Walpuski, Pilot Stefan Goldmann und Notfallsanitäter Guido Kranz (rechts).  Fotos:ADAC
675

Koblenz. Ein halbes Jahrhundert lebensrettende Hilfe aus der Luft: die gemeinnützige ADAC Luftrettung und die Bundeswehr blicken auf 50 Jahre Luftrettung in Koblenz zurück, die am 30. Januar 1973 mit der Eröffnung der Station auf dem Gelände des Bundeswehrzentralkrankenhauses begann. Bei einem Festakt in der Falckenstein-Kaserne mit Innenminister Michael Ebling wurde heute auch an die Anfänge der ersten zivil-militärischen Zusammenarbeit in Deutschland im Jahr 1999 erinnert. Die Erfolgsgeschichte der Luftrettung in Koblenz startete mit der Indienststellung des ersten Rettungshubschraubers in Rheinland-Pfalz (SAR 73) durch die Bundeswehr und wurde bis heute mit dem ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 23“ fortgeschrieben. In Summe übernahm die Luftrettungsstation bis zum heutigen Tag rund 54.000 Einsätze, von denen rund 39.000 auf das Konto von „Christoph 23“ gingen.

Die ADAC Luftrettung betreibt auf dem Gelände des Bundeswehrzentralkrankenhauses seit 1999 die Station und stellt seither auch den Rettungshubschrauber „Christoph 23“, der weltweit zu den modernsten Rettungshubschraubern zählt. Unter allen 37 Stationen der fliegenden Gelben Engel verbuchte die Koblenzer Maschine im vergangenen Jahr mit fast 2.200 Alarmierungen erstmals die bundesweit meisten Alarmierungen.

„Mein großer Dank gilt der Crew von ‚Christoph 23‘ in Koblenz, die seit mehr als 20 Jahren einen herausragenden Job macht“, lobte der Geschäftsführer der ADAC Luftrettung gGmbH Frédéric Bruder anlässlich des Jubiläums und betonte: „Die enge Zusammenarbeit mit unseren Kameradinnen und Kameraden der Bundeswehr nahm in Koblenz ihren Anfang. Wir werden diese beispiellose Erfolgsgeschichte gern fortschreiben und die Versorgung von Menschen in Notsituationen in und um Koblenz weiter verbessern. Die Bevölkerung kann sich auch in Zukunft auf uns verlassen.“

Innenminister Michael Ebling unterstrich beim Festakt: „Rheinland-Pfalz ist ein Bundesland mit ländlichen Strukturen, in dem die schnelle Notfallversorgung aus der Luft eine besondere Rolle spielt. Der Stützpunkt in Koblenz zählt nicht umsonst zu den ältesten Stationen im öffentlich-rechtlichen Luftrettungsnetz und ist ein unverzichtbarer Bestandteil der notfallmedizinischen Versorgung in der Rhein-Mosel-Region und in unserem Bundesland insgesamt. Nicht zuletzt ist die Luftrettung am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz ein vorbildliches Beispiel für gelebte zivil-militärische Zusammenarbeit.“

Bei der Stationsübernahme 1999 hatte das Innenministerium Rheinland-Pfalz als Träger der Luftrettung gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verteidigung den Stationsbetrieb als erstes Pilotprojekt zur zivil-militärischen Zusammenarbeit in Deutschland initiiert. Basierend auf Artikel 35 des Grundgesetzes zur Amtshilfe übernahmen ADAC Luftrettung und Bundeswehr Schulter an Schulter die Verantwortung für die Luftrettung. Das Projekt wurde zum großen Erfolg und damit zur Blaupause für Ulm, wo beide Organisationen seit 2003 nach demselben Prinzip zusammenarbeiten und der ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 22“ stationiert ist.

Generalarzt Dr. Jens Diehm hob bei der Jubiläumsfeier hervor: „Gemeinsam mit der ADAC Luftrettung haben wir die zivile als auch militärische Erfahrung zusammengeführt und weiterentwickelt. Dies wurde etwa während der Flut im Ahrtal eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“

Das Jahrhunderthochwasser im Sommer 2021 in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist ein trauriger Meilenstein der Stationsgeschichte. „Christoph 23“ war als einer der ersten Rettungshubschrauber zur Stelle. Die Station wurde in den ersten Stunden der Katastrophe zur Kommandozentrale für die bis zu sechs ADAC Rettungshubschrauber in den Hochwassergebieten umfunktioniert. Für ihre Rettungsleistung wurden die fliegenden Gelben Engel im September 2022 von der Ministerpräsidentin und dem Innenmister des Landes Rheinland-Pfalz mit der Fluthilfe-Medaille ausgezeichnet.

Für die Koblenzer Bevölkerung findet am Samstag, 23. September 2023 (10 – 17 Uhr) auf dem Wasserplatz in Metternich (Universitätsstraße 5, 56070 Koblenz) ein Tag der offenen Tür statt. Bundeswehr und ADAC Luftrettung präsentieren dort ein buntes Familienprogramm: von der Ausstellung verschiedener Hubschraubertypen und historischem ADAC Straßenwachtkäfer über Hüpfburg, Malwerkstatt und Kinderschminken bis hin zu vielen weiteren Aktionen.

„Christoph 23“ in Zahlen

In Rheinland-Pfalz sind insgesamt fünf Hubschrauber der ADAC Luftrettung stationiert: „Christoph 5“ (Ludwigshafen), „Christoph 10“ (Wittlich), „Christoph 23“ (Koblenz), „Christoph 66“ (Westpfalz) und „Christoph 77“ (Mainz).

Mit einer Einsatzgeschwindigkeit von rund 220 km/h benötigt der Rettungshubschrauber „Christoph 23“ von Koblenz bis zur Uniklinik Bonn 13 Minuten und rund 20 Minuten zur Uniklinik Köln. In diesem Jahr wurde er bereits mehr als 1500 mal alarmiert.

Die Crews bestehen aus drei Piloten, die „Christoph 23“ fliegen, und dem medizinischen Personal, das sich aus 20 Notärztinnen und -ärzten (Fachbereich Anästhesie) sowie fünf Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern (TC HEMS) zusammensetzt. Stationsleiter und leitender Pilot ist Stefan Goldmann, die leitende Notärztin Dr. Chadlia Willms, Guido Kranz leitet das Team der TC HEMS. Gearbeitet wird im Einschichtbetrieb mit je einem Piloten, einer Notärztin bzw. einem Notarzt und einem TC HEMS. Rufbereit sind „Christoph 23“ und die Crews täglich von Sonnenaufgang (frühestens 7:00 Uhr) bis Sonnenuntergang. Der Einsatzradius ist 50 bis 70 Kilometer groß.

Pressemitteilung des ADAC

„Christoph 23“ über dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck im Anflug zur Jubiläumsfeier 50 Jahre Luftrettung in Koblenz.

„Christoph 23“ über dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck im Anflug zur Jubiläumsfeier 50 Jahre Luftrettung in Koblenz.

Blick zurück am Deutschen Eck auf die Erfolgsgeschichte der ersten zivil-militärischen Zusammenarbeit: Frédéric Bruder, Geschäftsführer der gemeinnützigen ADAC Luftrettung (Mitte) und Generalarzt Dr. Jens Diehm vom Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz (zweiter von rechts) mit der Crew des ADAC Rettungshubschraubers „Christoph 23“ (von links) Notarzt Jan Walpuski, Pilot Stefan Goldmann und Notfallsanitäter Guido Kranz (rechts). Fotos:ADAC

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag
Auftrag, Nr. AF2026.000438.0, November 2026
Angebot Goldener Werbeherbst
Kleiderstube
Stellenausschreibung Kennziffer 108/2026
Karnevalsauftakt in Mülheim Kärlich
Gebrauchtwagenanzegie
Stellenanzeige Kaufmännische/r Mitarbeiter/in für Verwaltung, Sekretariat & Personal (m/w/d)
Weitere Artikel
In Brogsitters Gasthaus Sanct Peter wurden die besten Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet.
977

Siegerweine zeigen die außergewöhnliche Klasse an der Ahr

Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zum 16. Mal zeichnete der Weinpreis „Ahrwein des Jahres“ die besten Weine des Anbaugebiets Ahr aus. Insgesamt 97 Weine wurden in diesem Jahr in sechs Kategorien bewertet. Die Preisverleihung fand in Brogsitters Gasthaus St. Peter in Walporzheim statt, wo Winzerinnen, Winzer und Weinfachleute zusammenkamen, um die Siegerweine zu würdigen.

Von Barbara Knieps aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

Links: Straßenschild Rheinstraße, Mitte: Nostalgisches Bild der Rheinstraße/Vater Rhein (vom Stadtmuseum Andernach), Rechts: Frau Grafen heute
1077

Andernach. Wenn Christina Grafen von ihrer Zeit in der Andernacher Rheinstraße erzählt, klingt es fast so, als würde man für einen Moment die Musik von damals wieder hören. Tanzflächen voller Menschen, mehrere Theken, an denen die Getränke ausgeschenkt wurden, ausgelassene Stimmung und mittendrin sie – meistens hinter dem Tresen, wo es selten ruhig zuging.

Von Dilara Köksal aus Andernach

Weiterlesen

v.l.n.r.: Daniel Phiesel, Christel Engeland, Stefan Raetz, Marcel Richter, Martin Warkentin
412

Rheinbach. Die Bürgerstiftung „Wir für Rheinbach“ hat auch für 2027 wieder einen Rheinbach-Kalender herausgebracht. Die Vorstände Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel und Marcel Richter: „Der Bildkalender erfreut sich auch in der 13. Auflage großer Beliebtheit und zeigt wieder interessante Rheinbacher Motive.“ Mit Martin Warkentin hat die Bürgerstiftung erneut einen jungen Fotografen aus Rheinbach gefunden, der mit einem eigenen Blick auf die Rheinbacher Motive schaut.

Von Stefan Raetz aus Rheinbach

Weiterlesen