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Bunter Gelsdorfer Sommermarkt zum Jubiläum

Fest bot die Gelegenheit, dankbar rückwärts und mutig vorwärts zu blicken

80 Haushalte beteiligten sich am großen Dorfflohmarkt über mehrere Straßen hinweg – Fast alle Vereine und Institutionen trugen zum Gelingen der Veranstaltung bei

28.08.2019 - 09:01

Gelsdorf. Ein wahrlich nicht alltägliches Jubiläum feierte Gelsdorf am Wochenende, denn mit einem zweitägigen „Bunten Gelsdorf Sommermarkt“ beging der Grafschafter Ort an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen „660 Jahre Stadt- und Marktrechte“. 80 Haushalte beteiligten sich am Dorfflohmarkt über mehrere Straßen hinweg, bei den wirklich alles Erdenkliche im Angebot war. Unter der Federführung des noch jungen Vereins „Zukunft und Geschichte Gelsdorf“ mit Ortsvorsteher Andreas Ackermann an der Spitze leisteten fast alle Vereine und Institutionen des Dorfes ihren Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung.

Kaiser Karl IV. verlieh im Jahre 1359 dem damaligen Dörfchen Gelsdorf in einer Urkunde, die im Archiv der Stadt Bensheim aufbewahrt wird, die Stadt- und Marktrechte. „Viele Generationen haben seit dieser Zeit hier gelebt, haben Freud und Leid erfahren. Auch Gelsdorf hat in seiner langen Geschichte schwere Zeiten erlebt“, führte Ackermann bei seiner Begrüßung auf dem Dorfplatz am „Decke Steen“ aus. Das Jubiläum sei jedoch nicht nur Anlass, Rückschau zu halten, sondern gebe auch die Gelegenheit, sich mit der Geschichte des Ortes vertraut zu machen in der Erinnerung an die Menschen, die hier gelebt hätten.


Respekt und Dankbarkeit für alle Menschen


Eine städtische Entwicklung sei zwar trotz der verliehenen Stadtrechte ausgeblieben, wusste Bürgermeister Achim Juchem in seinem Grußwort, „stehen geblieben ist Gelsdorf dennoch im Laufe der Jahrhunderte nicht.“ Als Teil der Gemeinde Grafschaft habe sich Gelsdorf bei stetigem Wachstum seine Identität und seine Besonderheiten bewahrt. Als zweitgrößter Grafschafter Ortsbezirk biete Gelsdorf mittlerweile 1.564 Einwohnern ein attraktives Zuhause. Und insbesondere bei den „Tagen der offenen Höfe“ kämen alljährlich tausende von Besuchern, um den rührigen Gelsdorfer Obstbauern, Landwirten und Handwerkern hinter die Kulissen und über die Schulter zu schauen. Respekt und Dankbarkeit zolle er jedenfalls allen Menschen, die sich im Laufe der Jahrhunderte, hier angesiedelt hätten, hier lebten und arbeiteten und nach Krisen wieder den Aufschwung schafften. „Sie legten den Grundstein für das heutige Gelsdorf, haben es geprägt und schufen sich ihre Heimat. Dieses Erbe gilt es zu bewahren, damit auch folgende Generationen gerne in Gelsdorf leben und sich hier wohlfühlen können.“

Auch Pfarrer Alexander Burg, dessen Konterfei als überdimensionales „Gemälde“ hinter der Kirche am Stand des Pfarrgemeinderates und des Kirchenchores aufgehängt war, bestätigte, das Jubiläum zeuge von der einstigen Größe Gelsdorfs. Deswegen beherberge die Pfarrkirche Sankt Walburga wohl auch eine so große Reliquie der Heiligen, das lasse auf die einstige Bedeutsamkeit und Größe Gelsdorf schließen. „Denn kein normales Dorf hätte sonst solch eine Reliquie zu früheren Zeiten bekommen“, wusste er. Er sah das Jubiläum als gute Gelegenheit, um dankbar rückwärts, gläubig aufwärts und mutig vorwärts zu blicken.


Kirmesmänner hatten fleißig für das Gelsdorf-Lied geübt


Mit am „Bunten Gelsdorf Sommermarkt“ beteiligten sich unter anderem der Möhnenverein, das Tambour- und Fanfarencorps, das Männerballett, dessen Förderverein, der Pfarrgemeinderat, die Fördervereine von Grundschule und Kindergarten, der Hundesportverein „Flinke Pfote“, die Interessengemeinschaft „Tage der offene Höfe“ und die Bürgerinitiative „Wachsamer Nachbar“. Für den Nachwuchs gab es eine Jugenddiskothek in Ackermanns Scheune, die Artisten des „Zirkus Don Mehloni“ aus Bonn sorgten in den Straßen von Gelsdorf als „Walking Act“ für Staunen und gute Laune. Zum Abschluss des Jubiläumsfestes sangen alle gemeinsam am Sonntagabend das „Gelsdorf-Lied“ auf dem Dorfplatz, wofür die „Kirmesmänner“ fleißig geübt hatten. Einen Rückblick auf die Historie von Gelsdorf bot die Fotoausstellung im Pfarr- und Jugendheim, wo alte Ansichten von Gelsdorf gezeigt werden. Die Gelsdorfer Pfarrkirche Sankt Walburga stand am Sonntag für eine geführte Besichtigung offen, die bis in den 300 Jahre alten Kirchturm führt.

Eine überaus lesenswerte Festschrift, für die Hermann-Josef Dahlhausen verantwortlich zeichnete, berichtete über die Historie des Ortes bis in die Steinzeit, denn vermutlich war damals schon das Land aufgrund des überaus fruchtbaren Bodens von Menschen besiedelt.

JOST

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Kommentare
Gabriele Friedrich:
Also hatten die Täter wieder einmal leichten Zutritt zu einem Firmengelände. Langsam müssten doch die Leute klüger werden.Warum haben sie keine Sicherheitsvorkehrungen? Man kann in Deutschland alles machen, ohne Konsequenzen. In der Nacht sind alle Katzen grau-also hat sicher auch keiner was gesehen.

Sinziger Kirmes findet nicht statt

Peter Rein:
Nicht nachvollziehbar, wo gibt es Entscheider mit Rückgrat. Wir müssen damit leben, das Corona da ist und nicht mehr verschwindet. Wie tausende Viren etc. Dann bleiben wir demnächst nur noch eingesperrt und verlieren noch Hunderte von Arbeitsplätzen. Wer das verantwortet der gehört bestraft.
juergen mueller:
Mein letzter Besuch auf der "MS Wissenschaft" war interessant, aufschlußreich u.ist jedem zu empfehlen.Das war`s dann aber auch schon,bedenkt man,welche Anforderungen,Mühe und Kosten es erfordert,etwas wieder zu reparieren,dass uns Dank der Politik u.Wirtschaft dorthin geführt hat,wo wir uns alle heute befinden. WIR präsentieren hier für alle Bürger*innen ein Stück ZUKUNFT. Mit WIR meint sich die POLITIK mal wieder selbst u.WAS sie uns für die ZUKUNFT präsentiert,ist mehr als bescheiden u.beschämend. Da stellt sich jemand hin,verkörpert dieses ewig präsente,unglaubhafte politische ICH-Gefühl u.glaubt auch noch selbst an das,was er,betreffend unsere ZUKUNFT,sagt. Zu wünschen wäre,dass diejenigen,die von ZUKUNFT reden,diese auch am eigenen Leibe noch mitbekommen u.nicht nur die nächste Generation. Aber was interessiert die Politik schon ihr Geschwätz von gestern.
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