Integrationsprojekt der „Initiative Flüchtlinge in der Augst“

Gemeinsam digitale Kompetenzen erwerben

„Intro zum ECDL“ und weitere Computerkurse für Flüchtlinge und Deutsche

30.07.2018 - 10:46

Montabaur. Mit dem bundesweiten Programm „500 Landinitiativen“ unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gezielt das Ehrenamt in ländlichen Regionen. Unter anderem ein Projekt der „Initiative Flüchtlinge in der Augst“ für die nachhaltige Integration von Flüchtlingen in den vier Augst-Gemeinden Eitelborn, Kadenbach, Neuhäusel und Simmern in der Verbandsgemeinde Montabaur, Westerwaldkreis.


Nachdem viele Flüchtlinge mit Bleibeperspektive schon gute Deutschkenntnisse erworben und durch die entsprechenden Prüfungen nachgewiesen haben, wurden im Sommer 2017 unter den ehrenamtlich tätigen Helfern der „Initiative Flüchtlinge in der Augst“ Überlegungen angestellt, auf welchem Wege man auch den Aspekt der Computer-Bildung für Flüchtlinge gestalten könnte.

Man beschloss, die Prüfungen zum „Intro zum ECDL“ als Ziel des Projekts durchzuführen. Diese Prüfungen sind ein Angebot der DLGI (DienstLeistungsGesellschaft für Informatik), das speziell auch für Menschen mit Migrationshintergrund konzipiert wurde. Weitere Informationen findet man unter www.dlgi.de/intro-zum-ecdl.html

Das Gesamtprogramm des „Intro zum ECDL“ umfasst etwa 40-45 Unterrichtseinheiten. Im Rahmen des Förderzeitraumes von August 2017 bis August 2018 wurden zwei Kurse durchgeführt. Die Kurs-Inhalte wurden in rund zwölf Workshops von jeweils drei Zeitstunden erarbeitet, bei Bedarf wurden weitere Termine angesetzt. Der erste Kurs wurde an Samstagen oder Sonntagen jeweils von 10 bis 13 Uhr in Simmern im Herbst/Winter 2017/18 durchgeführt – damit wurden die Teilnehmer nicht durch Schulbesuche, Deutschkurse oder Minijobs an der Teilnahme gehindert. Der zweite Kurs fand aufgrund der Teilnehmerwünsche an Werktagen in den frühen Abendstunden von 17 bis 20 Uhr im Frühjahr/Sommer in Neuhäusel statt.

In beiden Ortsgemeinden wurde uns der Sitzungssaal des jeweiligen Ortsgemeinderates als Schulungsraum zur Verfügung gestellt, was für die Organisatoren der „Initiative Flüchtlinge in der Augst“ eine wichtige Unterstützung war.

Damit der Unterricht an verschiedenen Standorten in den Gemeinden stattfinden konnte, wurde mit den Projektmitteln ein mobiles PC-Labor mit neun Notebooks (acht für die Teilnehmer und eines für die Lehrkraft) und einem kleinen SW-Laser-Drucker / Scanner beschafft. Hierbei und bei der Erstinstallation unterstützte der IT-Fachmann Michael Brand aus Eitelborn die „Initiative Flüchtlinge in der Augst“. Bei allen technischen Problemen und Fragen ist er kompetenter Ansprechpartner der Ehrenamtler.

In den meisten Fällen hat immer ein Flüchtling mit einem deutschen Partner an einem Notebook zusammengearbeitet und gelernt. Das förderte die Integration und auch die Fahrbeziehungen ließen sich dann leichter regeln.

Sofern die Flüchtlinge nicht über einen eigenen PC/Laptop für häusliche Übungen verfügten, wurde ihnen für die Zeit des Kurses eines der Schüler-Notebooks unter entsprechender schriftlicher Vereinbarung ausgeliehen.

Für die häuslichen Übungen der Flüchtlinge ist ein Internetzugang nicht zwingend erforderlich, aber wünschenswert. Nachdem die Teilnehmer der Kurse feststanden, haben die ehrenamtlichen Betreuer diese Frage geklärt. Leider war das nicht in allen Fällen erfolgreich.

Am Ende eines jeden Durchganges gab es im Rahmen der in den Augst-Gemeinden allgemein bekannten Termine des Asyl-Café International in Simmern eine Feier mit der Verleihung der Zertifikate. Die Teilnehmer des zweiten Kurses werden ihre Zertifikate am Sonntag, 5. August im St. Rochusheim in Simmern erhalten.


Es sind noch Plätze frei für den Herbst-Kurs in Montabaur


Da die Projektmittel noch nicht vollständig für die zwei erfolgreichen Kurse verbraucht wurden, konnte das Material für die Durchführung eines dritten Kurses nach Rücksprache mit dem Bundesministerium schon jetzt erworben werden. Dieser dritte Kurs wird aufgrund der großen Nachfrage aus dem Großraum Montabaur im Herbst 2018 im Integrationszentrum der VG Montabaur in der Sauertalstr. 19 stattfinden. Für den dritten PC-Kurs in Montabaur sind noch Plätze frei! Interessenten können sich direkt per E-Mail an antje.bertsch@gmx.de anmelden. Das erste Treffen ist am Mittwoch, 22. August um 17 Uhr im Integrationszentrum. Dann werden gemeinsam die weiteren Kurstermine festgelegt.


Programmieren lernen: Angebot für Schüler ab neun Jahren


Im Winter wird es noch ein ganz neues Projekt aus dem Bereich der Informatik geben, um das mobile PC-Labor auch weiterhin im Sinne der ursprünglichen Fördermaßnahme einzusetzen: „Lernen ohne Grenzen – Programmieren mit dem Calliope mini“ . Dieses Angebot ist schon für Schüler ab neun Jahren – also ab dem dritten Schuljahr – geeignet. Es sollen Flüchtlingskinder und deutsche Schüler, aber auch interessierte Erwachsene aller Nationalitäten zusammen lernen und einen Einstieg in das Programmieren erleben. Informationen zu Calliope gibt es unter www.calliope.cc und www.roberta-home.de/initiative/.


Gemeinsam das Projekt in die Zukunft führen


Hinsichtlich der Weiterführung dieser Projekte ist auch vorgesehen, besonders begabte Flüchtlinge und weitere Ehrenamtliche als Testleiter auszubilden, damit das Projekt nicht nur von einer Person abhängt. Es wird angestrebt, durch mehrere Testleiter das Angebot der Ausbildung am PC bedarfsgerecht weiter zu entwickeln und auch geeignete Dolmetscher für neue Anfänger zu gewinnen.

Projektleiterin Antje Bertsch ist froh, vonseiten des Bundes Förderung zu erhalten: „Wir danken der Bundesregierung sehr für diese Förderung! Nur dadurch konnten wir unser Projekt realisieren!“

Pressemitteilung der

Initiative Flüchtlinge in der Augst

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Kommentare
Gabriele Friedrich:
Das ist Ansichtssache. Man kann nicht einerseits eine Partei ablehnen oder ausklammern und andererseits Spenden annehmen. Alles eine reine Charaktersache. [ Zitat ] Die Alternative für Deutschland (Kurzbezeichnung: AfD) ist eine rechtspopulistische, in Teilen rechtsextreme politische Partei in Deutschland....
Thomas S.:
Ob von der CDU, SPD, ... oder wie hier von der AfD. Das Geld ist bei unseren Kleinen immer ein gutes "Investment". ...
Gabriele Friedrich:
Ein Denunziant übt meist eine persönliche Rache aus. Das ist hier wohl nicht der Fall. [ Zitat ] Handelt es sich jedoch um die Anzeige einer Straftat oder schweren Verbrechens, so fällt dies nicht unter den Begriff der Denunziation, sondern wird gesellschaftlich zur ***Abwehr von Gefahren für die Allgemeinheit***...
Peter Busse:
Bildung tut nicht weh Herr Schmidt. Allgemein bekannt ist der Spruch „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“. Die Urheberschaft wird oft Hoffmann von Fallersleben zugeschrieben, seit dieser Vers in die Zitatensammlungen von Daniel Sanders (1906) und Richard Zoozmann (1911)...
S. Schmidt:
Dazu möchte ich August Heinrich Hoffmann von Fallersleben zitieren: „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“. ...
juergen mueller:
Jahrelang ausdiskutiert, wie das so in Koblenz üblich ist. Dann Toilettencontainer hingestellt - fertig. Alles andere regelt sich dann von selbst. Denkste. Ratlos - Tatenlos. Nicht zu Ende gedacht. Was woanders funktioniert - in Koblenz noch lange nicht. Nie daran gedacht, dass hunderte Zweibeiner...
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