Studierendenwerk Koblenz - „Wohnen für Hilfe“

Generationenübergreifende WG

Generationenübergreifende WG

Seit drei Monaten wohnt die Studentin Isabelle Oldenburg bei Marion Schlohsnagel in Ehrenbreitstein.Foto: privat

14.07.2020 - 09:45

Koblenz. Seit drei Monaten wohnt die Studentin Isabelle Oldenburg bei Marion Schlohsnagel in Ehrenbreitstein - nicht etwa zur Miete, sondern „zur Hilfe“. Hier berichten die beiden, was ihre Wohngemeinschaft so besonders macht.

Frau Oldenburg, Sie wohnen nicht etwa mit anderen Studierenden im Wohnheim, sondern unter einem Dach mit einer Seniorin – wie entstand ihre ungewöhnliche Wohngemeinschaft?

Isa Oldenburg: Wir haben uns über das Projekt „Wohnen für Hilfe“ des Studierendenwerks Koblenz kennengelernt. Gleich beim ersten Gespräch merkten wir, dass wir ähnliche Vorstellungen von einer WG haben. Frau Schlohsnagel fragte direkt „Wann ziehst du ein?“, was mich freute, denn ich fühlte mich schon zuhause, als ich das erste Mal durch das Gartentor ging.

Frau Schlohsnagel, wobei brauchen Sie Unterstützung im Alltag?

Marion Schlohsnagel: Isa hat eine besondere Beziehung zur Natur und ist nicht nur bei der Gartenarbeit eine große Hilfe - sie hat beim Einzug sogar ihre eigenen Gartenhandschuhe mitgebracht. Als Tochter eines Försters hat sie immer gute Ideen, wo wir was einpflanzen könnten. Auch bei Problemen mit der Technik kann ich mich voll auf Isa verlassen. Trotzdem ist ganz klar: Ihr Studium geht natürlich vor!

Wie sieht der Alltag in Ihrer WG aus?

Isa Oldenburg: Frau Schlohsnagel ist sehr offen und gastfreundlich. Der runde Gartentisch ist ein Dreh- und Angelpunkt für ihren Freundes- und Bekanntenkreis. Hier begegne ich vielen interessanten Menschen, deren großer Erfahrungsschatz mir zugutekommt. Ich habe hier viele neue Freunde kennengelernt. Wir unternehmen aber auch gerne etwas zusammen. So kann ich Koblenz und die Region durch die Augen einer langjährigen Einwohnerin kennenlernen.

Marion Schlohsnagel: Isa studiert Kulturwissenschaften und lässt mich manchmal ihre Seminararbeiten lesen. Das ist nur ein Beispiel, wie unser Zusammenleben dafür sorgt, dass ich mich mit Dingen beschäftige, zu denen ich sonst überhaupt keinen Bezug hätte. Isa kocht häufig für uns, und als Dank für das vorzügliche Essen spendiere ich den Wein dazu. Wir machen uns auch im Alltag gerne eine Freude: Ich bringe ihr zum Beispiel eine Schale Müsli, wenn sie viel lernen muss, und Isa hat mir zum Muttertag einen Blumenstrauß geschenkt.

Welche Eigenschaften muss man für eine solche Wohngemeinschaft mitbringen?

Isa Oldenburg: Am wichtigsten ist es, offen aufeinander zuzugehen, mit Respekt vor dem anderen Menschen, aber auch seinem Eigentum. Für mich ist diese Wohngemeinschaft ein Geschenk, das ich jeden Tag wertschätzen kann. Dennoch muss einem klar sein, dass man in dieser WG Verpflichtungen hat - in meinem Fall ist das die Gartenarbeit.

Marion Schlohsnagel: Man braucht Platz und die Bereitschaft, sich auf eine junge Studentin bzw. einen Studenten einzulassen. Den Älteren muss klar sein, dass die Studierenden nicht immer da sind und zum Beispiel über ein Wochenende zur Familie fahren. Für mich ist Isa eine wunderbare Assistentin in allen Lebenslagen und ich bin froh, dass sie das coronabedingt digitale Semester nicht als Anlass genommen hat, wieder zu ihren Eltern zu ziehen.

Wie lautet Ihr Fazit nach drei Monaten „Wohnen für Hilfe“?

Isa Oldenburg: Das Projekt kann ich insbesondere Studierenden empfehlen, die sich in Koblenz noch fremd fühlen und hier keine Wurzeln haben. Ich kenne von vielen Bekannten das Gefühl, in einer Blase zu leben. „Wohnen für Hilfe“ ist eine wunderbare Möglichkeit, vor Ort heimisch zu werden.

Marion Schlohsnagel: Es ist wirklich eine Win-Win-Situation. Für mich ist das bereits die zweite Wohnpartnerschaft mit einem Studierenden. Man ist sich ruck-zuck nicht mehr fremd und bekommt ein Stück Familie dazu. Ich kann jedem nur raten, es einfach mal auszuprobieren.

„Wohnen für Hilfe“ verbindet Generationen durch gegenseitige Unterstützung. Studierende erhalten Wohnraum und zahlen dafür keine Miete, sondern leisten dem Wohnraumanbieter vereinbarte Hilfen im Alltag, z.B. Unterstützung im Haushalt, Garten, bei der Technik, usw. Als Faustregel gilt: 1 m² Wohnraum für 1 Stunde Hilfe pro Monat.

Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Studierendenwerk Koblenz und der Hochschule Koblenz. Weitere Infos zum Projekt unter Tel.: 0261 9528-981, E-Mail: koblenz@wohnen-fuer-hilfe.de und auf der Internetseite: wohnen-fuer-hilfe.de.

Pressemitteilung

„Wohnen für Hilfe“

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juergen mueller:
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