Naturschutzinitiative (NI)

Kinder entdeckten Unterwasserwelt des Aubachs

Kinder entdeckten
Unterwasserwelt des Aubachs

Dipl.-Biologe Immo Vollmer mit Kindern der Ferienspiele Staudt. Foto: Nadine Käs/NI

23.09.2022 - 09:54

Staudt. Die Kinder der „Staudter Ferienspiele“, welche dieses Jahr das Motto Unterwasserwelt hatten, durften mit dem Biologen und Naturschutzreferenten des Umweltverbands Naturschutzinitiative, Immo Vollmer die Unterwasserwelt des Aubachs erkunden. Nach einer Übersicht, der am häufigsten anzufindenden Tiergruppen, zogen die Kinder in betreuten Kleingruppen mit Keschern, Sieben und Eimern los, um zu schauen, welche Lebewesen im Bach zu finden sind.

Nachdem alle erfolgreich gekeschert hatten, versammelten sie sich wieder in großer Runde und die Kinder zeigten stolz, was sie gefunden hatten. Zu fast allen vorher besprochenen Tiergruppen wurde man fündig. Es wurden viele Wasserläufer (Gerris spec.) und Rückenschwimmer (Notonecta spec.) aus der Gruppe der Wanzen erhascht. Aus der Gruppe der Käfer wurden verschiedene echte Wasserkäfer und aus der Gruppe der Schnecken verschiedene Wasserschnecken, wie zum Beispiel die Gemeine Blasenschnecke (Physella acuta) gefunden. Außerdem fanden sich Eintagsfliegen, Libellenlarven und Köcherfliegen, sowie mehrere Spinnentiere, die nicht weiter bestimmt wurden.

Besonders erfreut waren die Kinder über zwei Fische, die ins Netz gegangen waren. Die Kinder fanden schnell heraus, dass es sich um zwei dreistachelige Stichlinge (Gasterosteus aculeatus) handelte. Diese Art betreibt Brutpflege, das Männchen baut ein Nest und bewacht den Laich nach dem Ablegen durch das Weibchen. Der auffällige Balztanz dieser wird gerne im Biologieunterricht in Schulen behandelt. Aus der Gruppe der Krebsartigen (Crustacea) wurden Bachflohkrebse (Gammarus spec.) und diverse Flusskrebsteile gefunden, hierbei handelte es sich vermutlich um den Signalkrebs – hier amerikanischer Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus). Er scheint im Aubach häufig vorzukommen, da durch die Mitbetreuerin Nadine Käs (Fachbeirätin der NI) und ihren Sohn Vincent an verschiedenen Plätzen entlang des Bachs schon oft äußere Teile der Hüllen (wie die rötlichen Scheren, Köpfe und Schwanzteile) gefunden wurden. Allem Anschein nach werden diese von einem Beutegreifer (Iltis?) regelmäßig an den gefundenen Stellen verzehrt. Der Signalkrebs sieht dem heimischen Flusskrebs (auch Edelkrebs) sehr ähnlich. Der Signalkrebs ist aber eine eingewanderte neozoische Art aus Nordamerika, der einen Krankheitserreger (die Krebspest) verbreitet, der für die heimischen Arten Edelkrebs und Steinkrebs tödlich ist. Die Ausbreitung der neozoischen Arten ist ein Hauptgrund für das Aussterben der heimischen Arten. Der Signalkrebs ist in die Liste invasiver gebietsfremder Arten (wirken sich schädlich aus) von unionsweiter Bedeutung aufgenommen worden. Es zeigte sich abermals, dass sich Fließgewässer besonders gut eignen, um Biodiversität zu erfahren, da meist aus fast allen Artengruppen Vertreter anzutreffen sind. Trotz der erkennbaren Defizite in der Gewässerstruktur, am Kirmesplatz Staudt, kann dem Aubach eine mittlere (noch gute) Wasserqualität attestiert werden. Bei näherer Untersuchung dürfte wohl eine Gewässergüteklasse von 2 (bei 1 bis 4) herauskommen. Zusammenfassend wurde erfreulicherweise festgestellt, dass sich der Aubach in einem besseren Zustand befindet, als man vermutet hätte.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Stellenmarkt
Stellenanzeige +
Weitere Berichte

Fotogalerie: Weinfeste an der Ahr 2022

Kreis Ahrweiler. Es war eine entbehrungsreiche Zeit: Erst kam Corona, dann die Flut. Doch nun wird an der Ahr wieder kräftig gefeiert und in den ersten Weinorten sind die Weinfeste bereits über die Bühne gegangen. Einige Impressionen von der bisherigen Weinfestsaison an Ahr haben wir jetzt schon für Euch zusammengestellt. Weitere Impressionen und die Galerie wird fortlaufend ergänzt. mehr...

Sommerfest des Vereins „Wir für Inklusion e.V.“ im Café sofa

Bunter Nachmittag mit Kaffee, Kuchen und Herzhaftem

Meckenheim. Am 23. September hatte der Vorstand des Vereins „Wir für Inklusion e.V.“ ins Café sofa zum Sommerfest geladen. Rund 40 Mitglieder, Helferinnen und Helfer folgten der Einladung. mehr...

Frühherbstliche Wanderung des AfD-Kreisverbands Mayen-Koblenz

„Rund um den Hochsimmer“

Kreis Mayen-Koblenz. Der AfD-Kreisverband Mayen-Koblenz lud kürzlich zu einer frühherbstlichen Wanderung, rund um den 587,9 m ü. NHN hohen Vulkankegel Hochsimmer bei Ettringen, ein. Als „Ehrengast“ konnte der Landesvorsitzende der AfD-Rheinland-Pfalz, Dr. Jan Bollinger begrüßt werden. mehr...

Theaterstück der FINDLINGE zugunsten der VOR-TOUR der Hoffnung e.V.

„Prinzessin ohne goldenes Haar“

Bendorf-Sayn. Ein Jubiläum ist immer ein besonderer Anlass, besonders wenn es sich um den 25. Geburtstag eines besonderen Vereines handelt. In diesem Jahr feiert die VOR-TOUR der Hoffnung ihr 25-jähriges Bestehen und die Idee mit Fahrradfahren Geld für krebskranke Kinder und ihre Familien zu sammeln. Aus diesem Grund trat man an das Theater die Findlinge heran mit einem ganz besonderen Anliegen. Es... mehr...

 
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
LESETIPPS
GelesenNeueste
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 

Firma eintragen und Reichweite erhöhen!
Kommentare

Klima-Demos in Koblenz und Bonn

Herschel Gruenspan:
Trotz Energiemangel demonstrieren Kinder für noch mehr Energiemangel, die unmittelbaren Folgen sind an der Strom- und Gasrechnung ablesbar und bald an immer mehr leeren Regalen im Supermarkt....
juergen mueller:
Bei "WETTEN DAS" mit Gottschalk gab es zumindest Ergebnisse. Das ist hier nicht der Fall. Was hat der U-Ausschuss bisher gebracht ausser: "Keiner will es gewesen sein". An diesem Ergebnis wird sich wohl auch nichts ändern. Die berühmte Nadel im politischen Heuhaufen zu finden, war von Anfang an...
K. Schmidt:
Der Grafschafter Rat hat sich inzwischen doch recht einheitlich dagegen ausgesprochen, irgendwo größere Gewerbeansiedlungen zu planen. Auch die CDU scheint zumindest vorerst mal verstanden zu haben, dass ein bisschen mehr Ländlichkeit in den Dörfern gewünscht wird. Und die FDP träumt nun trotzdem von...
Service