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Blasorchester Maischeid & Stebach beendet großes Projekt eines verstorbenen Musikers

„Vom Krieg, vom Frieden und der Revolution“

20.11.2018 - 08:27

Dierdorf. Aus Anlass des Volkstrauertags präsentierte das Blasorchester Maischeid & Stebach am Sonntagabend ein außergewöhnliches Musikprojekt in der evangelischen Kirche von Dierdorf. „Vom Krieg, vom Frieden und der Revolution“ hieß die Aufführung, die mit Worten begleitet wurde vom evangelischen Pfarrer Patrique Koelmann. Zustande gekommen war das Projekt durch eine zufällige Bekanntschaft von Orchesterleiter Andreas Weller. Er beschreibt die Geschichte mit seinen Worten: „2003 lernte ich einen Oboisten aus der Nähe von Münster kennen. In einem Internetforum tauschten wir uns über diverse musikalische Fragestellungen aus. Als Militärmusiker bereiste er 2010 anlässlich des D-Days die Normandie. Er war entsetzt über die schier unendlichen Gräber auf dem dortigen Soldatenfriedhof. Unter anderem entdeckte er dort das Grab eines Urgroßonkels, der hier gefallen war. Als er dort weitere Gefallene aus seiner Heimatgemeinde entdeckte, war dies die Initialzündung für umfangreiche Recherchen. Ergebnis war ein viel beachtetes Buch unter dem Titel ,Helden wollten wir nie sein‘. 2014 hatte er die Idee, seine Nachforschungen auch musikalisch umzusetzen. Zufällig trafen wir uns in einer Musikakademie im Sauerland und sprachen fast einen ganzen Abend lang über seine Ideen zu diesem Konzertprojekt. Dabei sagte er: „Und 2018 beenden wir den Krieg dann auch musikalisch. 2015 gab er bereits ein vielbeachtetes Konzert mit seinem Orchester, begleitet von Historikern der Universität Münster, unter dem Motto: Expedition zum Frieden‘. Leider konnte er sein Projekt, den Krieg 2018 auch musikalisch zu beenden, nicht mehr in die Tat umsetzen. Er starb im April 2016 nach einer schweren Krankheit. Ihm und allen Opfern der Kriege zu Ehren werden wir heute für Sie musizieren.“ Soweit die Worte von Andreas Weller. In gewisser Weise wird der Krieg mit dem Konzert des Blasorchesters Maischeid & Stebach dann doch noch „musikalisch beendet“. Die gespielten Stücke, zum Teil sehr bekannte Melodien, wühlten bei den Zuhörern in der vollbesetzten, nur von Kerzenlicht beleuchteten Kirche Emotionen auf. Die Bedrohung des Krieges wurde förmlich greifbar, der Tod schlich sich heran, das Kriegsgetümmel brauste tobend über die Konzertbesucher, zarte Hoffnungsmelodien tönten durch das Kirchenschiff. Nach jedem Stück las Pfarrer Koelmann kirchliche und weltliche Texte zu den jeweiligen Themen. Texte von Hannes Wader, Marie-Luise Kaschnitz, Erich Fried, Hans-Dieter Hüsch, aus dem Römerbrief und den Seligsprechungen.

Den Auftakt machte das Orchester mit dem Stück „Der gute Kamerad“, das, wie es im Programm heißt, „wie kein zweites Lied für den Volkstrauertag steht“. In der Uhland-Fassung lauten die Zeilen: „Ich hatt‘ einen Kameraden, Einen bessern findst du nit. Die Trommel schlug zum Streite, Er ging an meiner Seite, In gleichem Schritt und Tritt. Eine Kugel kam geflogen, Gilt’s mir oder gilt es dir? Ihn hat es weggerissen, Er liegt mir vor den Füßen, Als wär’s ein Stück von mir. Will mir die Hand noch reichen, Derweil ich eben lad. Kann dir die Hand nicht geben, Bleib du im ew’gen Leben, Mein guter Kamerad!“. Diesen Text im Sinn, die Musik dazu, machten die Anwesenden sehr betroffen. So ging es weiter mit Texten und Liedern, mit dem „Marche Guerrière“, vorgetragen vom aus dem Orchester heraus gebildeten Blechbläserquintett, dem „Marche des soldats de Robert The Bruce“, dem König von Schottland, der im 13. Jahrhundert sein Heer in die Unabhängigkeitskriege gegen England führte, oder dem amerikanischen „When Johnny comes marching home again“, das die Sehnsucht der Soldaten nach sicherer Heimkehr von den Schlachtfeldern des Sezessionskriegs ausdrückt. So zog sich der Reigen musikalisch und inhaltlich über den Globus und die Sehnsucht der Menschen nach Frieden auf der ganzen Welt. Udo Lindenbergs autobiografisches Musical „Hinterm Horizont“ und der Text „Totengedenken“, den auch Bundespräsident a.D. Joachim Gauck bei der zentralen Gedenkfeier im Bundestag verlesen hatte, markierten eindrucksvoll die Schlussakkorde des sehr bewegenden Konzerts, das – hoffentlich – wirklich einen Schlusspunkt an den Krieg gesetzt hat.

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Kommentare
Antje Schulz:
Wie wäre es, wenn die AfD Rheinland-Pfalz Herrn Bleck mal zu einem Kurs in Organisation, sowie Anstand und Benehmen schickt?
Stefan Knoll :
Angesichts der Tatsache, daß der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck seine Teilnahme an der Schulveranstaltung noch nicht einmal abgesagt hat, stellen sich folgende Fragen: 1. Hat der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck ein Organisationsproblem? 2. Hat es der AfD-Abgeordnete Bleck nicht nötig eine Veranstaltung in einer Schule zu besuchen? 3. Hat der AfD-Abgeordnete Bleck keine Lust auf eine Schulveranstaltung wie "70 Jahre Grundgesetz"?
Patrick Baum:
Die AfD Rheinland-Pfalz blamiert sich nahezu täglich aufs Neue. Daß der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck aus Altenkirchen die Veranstaltung in der Schule noch nicht einmal abgesagt hat, ist ein No-Go. Und dieser Herr Bleck wollte einmal Lehrer werden. Nach fast 20 Semestern Lehramtsstudium hat Herr Bleck die Universität ohne Abschluß verlassen. Zudem hätte Blecks Mitarbeiter Jan Strohe aus Nordhofen bei Selters die Veranstaltung absagen können. Strohe ist Kreisvorsitzender der AfD Westerwald und hat enge Kontakte zum extrem rechten Justin Cedric Salka aus Hachenburg.
Uwe Klasen:
Wenn Physik auf Wunschdenken trifft, gewinnt die Realität. So haben die Stromnetzbetreiber aus Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz bekannt gegeben, dass sie ab 2021 den Ladestrom an privaten Ladestationen beschränken (möchten), damit es zu Spitzenzeiten nicht zur Überlastung der Verteilernetze kommt.
Uwe Klasen:
Dazu Peter Adel:"Apologeten der Energiewende wollen noch viel mehr Windräder. Doch je dichter die übers Land verteilt sind, desto mehr bremsen sie sich selbst aus. Der Wind wird regelrecht verbraucht. Das hat auch Folgen fürs Klima, weil bei weniger Wind die Niederschläge abnehmen. Erzeugt die Windkraft womöglich die Dürren, die sie eigentlich verhindern soll? Trotz der weitreichenden Folgen hat das offenbar niemand richtig erforscht."
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