Allgemeine Berichte | 03.05.2021

Untersuchung des Remagener Biomathematik-Teams der Hochschule Koblenz

Waldzerstörung auf Pazifik-Inseln untersucht

Wald auf Rarotonga, eine der Cook Inseln im zentralen Südpazifik. Foto: Markus Neuhäuser

Remagen. Die Osterinsel ist weltberühmt für ihre Steinstatuen. Dass ihr Wald bereits vor mehreren Jahrhunderten vollständig zerstört wurde und alle einheimischen Baumarten ausstarben, wissen nur wenige. Andere Pazifik-Inseln wie Samoa verfügen dagegen bis heute über relativ große Waldflächen. Biomathematik-Absolventin Alina Schenk und Statistik-Professor Dr. Markus Neuhäuser vom Remagener RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz haben nun, gemeinsam mit Kollegen von der Universität Salzburg und der schottischen University of St. Andrews, die Daten von 67 Pazifik-Inseln mit neuen statistischen Methoden ausgewertet, um der Waldzerstörung auf den Pazifik-Inseln auf den Grund zu gehen. Sie konnten bisherige Erkenntnisse bestätigen und weitere Risikofaktoren benennen. „Die Osterinsel ist ein Extremfall der Waldzerstörung“, berichtet Markus Neuhäuser, der am Remagener RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz als Dekan den Fachbereich Mathematik und Technik leitet. Der Biomathematiker hat selbst einige Jahre auf einer Pazifik-Insel gelebt, Neuseelands Südinsel, während er an der University of Otago in Dunedin lehrte. Die Thematik interessiert ihn also auch ganz persönlich. Er verweist auf den Bestseller „Kollaps“ von Jared Diamond, Professor an der University of California in Los Angeles, der das Phänomen im Detail beschreibt und dabei die Parallelen zwischen der Osterinsel damals und der globalisierten Erde heute hervorhebt: Wie die Erde im Weltall, liegt die Osterinsel im Pazifik isoliert. Diamond und andere Forscher untersuchten die Frage, warum die Waldzerstörung auf den verschiedenen Pazifik-Inseln so unterschiedliche Ausmaße hatte.

Welche Einflussfaktoren sind für die Waldzerstörung ausschlaggebend? Dieser Frage gingen nun auch Alina Schenk und Markus Neuhäuser, zusammen mit Kollegen von der Universität Salzburg und der schottischen University of St. Andrews auf den Grund – mit neuen statistischen Methoden. So werteten sie die Daten von 67 Pazifik-Inseln aus. „Angewandt wurden sogenannte nichtparametrische multivariate statistische Verfahren, die keine Verteilungsannahmen oder Transformationen der Daten erfordern“, erklärt Neuhäuser. Dass bedeutet, dass die Gültigkeit der Ergebnisse viel besser als bei den früheren Auswertungen abgesichert ist, da sie nun nicht von Annahmen abhängen, die schwer zu überprüfen sind oder nur näherungsweise gelten. Die Ergebnisse ihrer Forschungen haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift „Forest Ecology and Management“ veröffentlicht. „Teilweise konnten wir die bisherigen Erkenntnisse bestätigen, wir haben jedoch auch weitere Risikofaktoren für die Waldzerstörung identifiziert“, berichtet Neuhäuser. Demnach war der Einfluss von ökologischen und geographischen Parametern besonders stark: „Die Waldzerstörung war umso größer, je geringer Regen und Tephra – also unverfestigte Ablagerungen, beispielsweise Lava von einem Vulkanausbruch – sind, je kleiner eine Insel ist und umso weiter sie vom Äquator entfernt liegt“, erklärt Alina Schenk. Die Osterinsel hatte daher sehr ungünstige Rahmenbedingungen. Kulturelle Faktoren spielten aber ebenfalls eine Rolle. So förderte Bewässerung in der Landwirtschaft die Waldzerstörung, während individueller Landbesitz dagegen eine schützende Wirkung darstellte. Den stärksten Einfluss hatte aber die Regenmenge. Schenk und Neuhäuser sehen dies als Warnung – in einer Zeit des Klimawandels mit veränderten Regenmengen. Denn auch in Deutschland führten die Dürreperioden der vergangenen Sommer zu massiven Waldschäden.

Pressemitteilung

Hochschule Koblenz

Wald auf Rarotonga, eine der Cook Inseln im zentralen Südpazifik. Foto: Markus Neuhäuser

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Essen auf Rädern
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Alles rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Schulze Klima -Image
Stellenanzeige mehrere Stellen
Ostergrußanzeige
Stellenanzeige
Empfohlene Artikel
Schülerinnen und Schüler der Bienenklasse 3c der KGS Meckenheim sind am Standort Meckenheim der Bücherbrücke in die Bücher vertieft. Foto: Stadt Meckenheim
31

Meckenheim. Die Bücherbrücke Meckenheim/Alfter verzeichnet eine rege Nutzung durch Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen der Leseförderung. Unter den teilnehmenden Einrichtungen befinden sich unter anderem Blütentraum, Hüppekästchen, Rasselbande und zahlreiche weitere Kindertagesstätten. An beiden Standorten der Bücherei steht der Mittwochvormittag im Zeichen der Vorschulprogramme, bei denen die Kinder bib(liotheks)fit gemacht werden.

Weiterlesen

Mit 17 Anträgen zur Neuaufnahme in diesem Jahr wurde fast der Spitzenrekord von 2020 geknackt.
51

Leutesdorf. Pascal Berger, Vereinsvorsitzender begrüßte alle Anwesenden zur Jahreshauptversammlung am 28. März und es wurde nach Feststellung einer ordnungsgemäßen Einladung und Bekanntgabe der Tagesordnungspunkte eine Gedenkminute den Verstorbenen gewidmet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2299

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
134

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Anzeige "Rund ums Haus"
Rund ums Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Tag der offenen Tür
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
SB Standesamt
Stellenanzeige
Anzeige KW 14
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Anzeige Lange Samstage
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige Kita