Politik | 01.09.2020

Deutsche Schienenhilfe fordert Messstation in Oberwinter

Im Rheintal bleibt der Schienenlärm hoch

„Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird der Schienengüterverkehr nicht leiser werden“, sagt Anne Hecken.Foto: privat

Kreis Ahrweiler. „Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird der Schienengüterverkehr nicht leiser werden“, sagt Anne Hecken. „Die Politik hat ihre Versprechungen nicht eingehalten“, kritisiert die selbständige Goldschmiedin aus Oberwinter, die direkt an der Bahnlinie arbeitet und wohnt.

Ursprünglich sollten ab Dezember 2020 nur noch „leise Güterzüge“ im Rheintal zwischen Bonn und Koblenz unterwegs sein. Dafür wurden zwar sogenannte Flüsterbremsen verpflichtend gemacht. Doch was bleibt, sind die Radunebenheiten, sogenannte Flachstellen. Flachstellen verursachen laut polternde, klopfende oder schlagende Geräusche bei der Vorbeifahrt eines Zuges.

Die hört man viel deutlicher, seit es Flüsterbremsen gibt, die bereits nun im Einsatz sind. „Der eine Lärm wird nur gegen den anderen Lärm ausgetauscht“, so Hecken. „Das bringt den Anwohnern nichts. Die Politik feiert sich vor den Landtagswahlen und Bundestagswahlen 2021 für etwas, was gar nichts bringt!“

Hecken engagiert sich in der Bürgerinitiative „Deutsche Schienenhilfe“, im Kreis Ahrweiler zusammen mit Jochen Zenthöfer aus Bad Breisig. Gemeinsam haben sie sich auf das Thema „Bahnlärm durch Flachstellen“ spezialisiert. Sie verlangen, dass es ein Gesetz gegen Flachstellen gibt. Flachstellen lassen sich reparieren. Dann ist der Lärm weg. Aber Reparaturen geschehen oft viel zu spät. Manchmal fahren Güterwagen mit Flachstellen tagelang, monatelang im Rheintal.

„Es gibt eine rechtliche Regelung gegen Flachstellen“, erklärt Zenthöfer. „Problem ist: Sie greift nur ein, wenn die Flachstelle eine gewisse Länge hat. Doch auch kürzere – und breitere – Flachstellen können eine immense Lärmquelle darstellen.“ Doch ein Gesetz allein reicht nicht. „Aus unserer Sicht ist es notwendig ein Netz von Überwachungs- und Messtellen aufzubauen, welches in der Lage ist die Lärmbelastung eines Zuges nicht nur zu erfassen, sondern eventuelle Übeltäter gleich zu identifizieren.“

Eine solche Messstelle solle in Oberwinter aufgebaut werden, fordern Hecken und Zenthöfer.

„Der Schienengüterverkehr hat in der Zukunft nur dann eine Chance auf Akzeptanz in der Bevölkerung, wenn er leise ist. Das geht nur ohne Flachstellen. Und zwar ab sofort – nicht erst in einigen Jahren, bis Studien veröffentlicht, diskutiert und Gesetze überlegt, entworfen und verworfen, diskutiert und vielleicht erst 2030 beschlossen werden, um 2033 in Kraft zu treten. Das ist zu spät“, sagen die beiden Aktivisten.

Pressemitteilung Deutsche

Schienenhilfe Kreis Ahrweiler

„Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird der Schienengüterverkehr nicht leiser werden“, sagt Anne Hecken.Foto: privat

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