Politik | 10.10.2017

Leserbrief

Windige Geschäfte um die Windkraft

Landschaftsschutzgebiete sollen nach der herrschenden Meinung des Verbandsgemeinderates mit Windrädern zugepflastert werden. Anwohner müssten unter Lärm leiden. Bürgerinitiativen wettern gegen einen Filz aus Politik und Windkraftprojektierern. Da erklärt sich der Verbandsbürgermeister Nisius öffentlich, die Bevölkerung sei überwiegend „pro Windkraft“ eingestellt. Kritik käme meist von Zugezogenen und Wochenendlern, aber die Gegner verhielten sich ruhig und abwartend. Nur in Senscheid und Antweiler gebe es kritische Stimmen. Ich wohne in Winnerath und spreche mich öffentlich gegen Windkraft aus. Hier wird versucht die Leute wieder auf ähnliche Weise über den Tisch zu ziehen, wie wir das vor einigen Jahren beim Nürburgringprojekt kennengelernt haben. Die Masse der Bevölkerung gehört wieder mal zu den Verlierern und bleiben alleine auf der Strecke. Die Politik sollte sich auf erheblichem Widerstand einstellen. Unsere kostbare Landschaft wird an Geschäftemacher verscherbelt und in eine industrielle Fläche umgewandelt. Da greift man sich an die Stirn, wenn ein Verbandsgemeinderat der CDU, durch den Bau der Windkraftanlagen die gesteigerte Wertschöpfung für die gesamte Region hervorhebt. Existieren etwa zweifelhafte Verquickungen zwischen dem Windkraft-Business und einigen Kommunalpolitikern? Das Verfahren beim Lückenschluss des Ahrtalradwegs Fuchshofen-Schuld dauert mindestens 5-6 Jahre. Hingegen sollen die Windkraftprojekte in einem Eilverfahren innerhalb eines Jahres durchgepeitscht werden, ohne Rücksicht auf Verluste. Ich erkenne deutlich eine „schleichende Aushöhlung des Rechtsstaates“. Ferner ist es listig zu behaupten, Fachbüros hätten keine Hinweise auf erhebliche Beeinträchtigungen hinsichtlich des Vogelschutzgebietes Ahrgebirge, sowie des Landschaftsschutzgebietes ergeben. Vom Aussterben bedrohte und streng geschützte Vogel-und Fledermausarten sollen ignoriert werden. Für jedes Windrad muss nach Gesetz eine Umweltverträglichkeitsprüfung angefertigt werden. Fachleute warnen die Bevölkerung, bei jedem Durchgang eines Rotorblatts vor dem Mast werde eine Druckwelle erzeugt. Je tiefer die Frequenz, desto weiter wird der Schall in der Luft transportiert. Sehr tiefe Frequenzen werden auch durch geschlossene Gebäude hindurch übertragen. Diese niederfrequenten Schwingungen, die vom Ohr nicht mehr wahrgenommen werden, erzeugen bei etwa 30 Prozent der Menschen Stressreaktionen. Der Schutz der Gesundheit gerät damit in Gefahr. Ich fordere stärkere Kontrollen, ob Vertreter in Entscheidungen für solche Projekte befangen sind. Das Vertrauen in die Richtigkeit der kommunalen Entscheidungen hängt von der politischen Hygiene und Transparenz ab und hat zunehmend stark gelitten. Die Politikentscheidungen des VG Bürgermeisters Nisius basieren häufig auf Hörensagen. Er habe gehört, dass der Tourismus in Windkraftgebieten keine Benachteiligungen erfährt. Die Anzahl der Ankünfte und Gästeübernachtungen würde nicht beeinträchtigt. . Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge hat der Tourismus in Windkraftgebieten einen erheblichen Rückgang der Umsätze zu verzeichnen und damit Einkommens- und Arbeitsplatzverluste. Wird das wirklich gewollt? Wir müssen unsere Politiker beaufsichtigen, ihnen genauer auf die Finger schauen. Jeder von uns ist gefordert sich umfassend über die Windkraftprojekte zu informieren. Das Rad ist später nicht mehr zurückzudrehen.

Siegfried Verdonk

Hotel Dreimäderlhaus

Winnerath

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