- Anzeige - Marc Lessenich, Geschäftsführer der Asset Concepts GmbH, im Interview mit BLICK aktuell
„Erfolgreich Investieren im aktuellen Niedrigzinsumfeld“
Region. Auf Tages- oder Festgeldgeldkonten gibt es kaum noch Zinsen und die ersten Banken erheben Strafzinsen ab einem Guthaben von 100.000 EUR. Dennoch legen laut Bundesbank die Deutschen rund 40% ihres liquiden Vermögens auf Spar- und Festgeldkonten an. Aktienanlagen, direkt oder über Investmentfonds, spielen trotz ihrer nachweislich höheren Langfristrendite mit einem Anteil von ca. 10% bis 20% dagegen nur eine geringe Rolle.
Im Interview mit BLICK aktuell erklärt Marc Lessenich, Geschäftsführer der Asset Concepts GmbH, warum Aktien bei der Vermögensanlage wichtig sind und welche allgemeinen Grundsätze bei der Geldanlage berücksichtigt werden sollten.
BLICK aktuell: Herr Lessenich, warum spielen in Deutschland Tages- oder Festgeldanlagen gegenüber der Aktienanlage eine größere Rolle?
Marc Lessenich: Die Deutschen gelten als überwiegend sicherheitsorientierte Anleger, die Risiken, d.h. Verlustgefahren, möglichst vermeiden wollen. Dem ersten Anschein nach ist diese Argumentation auch plausibel. Im Gegensatz zu Aktienkursen schwankt der Betrag auf dem Tages- oder Festgeldkonto nicht. Bei näherer Betrachtung wird allerdings deutlich, dass eine Spareinlage durchaus zwei wesentliche Risiken beinhaltet, die die einer Aktienanlage übersteigen, in der Anlagepraxis aber häufig übersehen werden.
BLICK aktuell: Welche Risiken sind das konkret?
Marc Lessenich: Das erste Risiko besteht in der möglichen Insolvenz der Bank, bei der das Tages- oder Festgeld angelegt wird. Bei einem Festgeld handelt es sich um einen unbesicherten Kredit, den der Anleger der Bank gewährt, und den die Bank im Insolvenzfall nur teilweise oder im schlimmsten Fall überhaupt nicht zurückzahlt. Bis zu einem Betrag von 100.000 EUR pro Person greift in solchen Fällen zwar die gesetzliche Einlagensicherung und darüber hinaus das (freiwillige) Einlagensicherungssystem der Banken. Dennoch verbleibt ein Restrisiko, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit zwar gering ist, aber mit einem erheblichen Verlustausmaß verbunden sein kann.
BLICK aktuell: Und was ist das zweite Risiko?
Marc Lessenich: Das zweite Risiko rührt daher, dass der eigentliche Zweck der Vermögensanlage, nämlich der Vermögenserhalt oder die Vermögensmehrung mit der Tages- oder Festgeldanlage verfehlt wird.
BLICK aktuell: Was meinen Sie damit genau?
Marc Lessenich: Bei einer Festgeldanlage steht bereits im Voraus fest, mit welcher Rendite der Anleger am Ende rechnen kann, sofern die Bank über den gesamten Anlagezeitraum solvent bleibt. Beim aktuellen Zinsniveau erleiden Anleger einen „sicheren“ realen Vermögens- bzw. Kaufkraftverlust, da die Verzinsung deutlich unterhalb des Inflationsziels der europäischen Zentralbank (EZB) von 2% liegt.
BLICK aktuell: Und wie sieht das bei einer Aktienanlage aus?
Marc Lessenich: Im Falle einer Aktienanlage ist ein realer Vermögensverlust über langfristigen Zeitraum dagegen eher unwahrscheinlich. Betrachtet man die in der Vergangenheit tatsächlich erzielten Aktienrenditen und legt diese als Orientierung für die zukünftig zu erwartenden Renditen zugrunde, so sind bei einem breit diversifizierten Weltaktienportfolio Renditen von 4 – 6% nach Inflation möglich.
BLICK aktuell: Aber bei Aktien besteht das Insolvenzrisiko doch auch, oder nicht?
Marc Lessenich: Die Aktien im Depot eines Anlegers fallen bei einer Insolvenz der Depotbank nicht in deren Konkursmasse. Der Anleger ist Eigentümer der Aktien und die Bank lediglich die Verwahrstelle, ähnlich wie beim Inhalt eines Schließfaches. Der Anleger ist lediglich von der Insolvenz der Aktiengesellschaft betroffen, in deren Aktien er investiert. Dieses (unternehmensspezifische) Risiko lässt sich aber durch eine breite Streuung der Aktienanlage über sehr viele Unternehmen, beispielsweise mit Hilfe eines börsengehandelten Indexfonds (ETFs), weitgehend ausschalten.
BLICK aktuell: Wie sollten Anleger ihr Geld denn am sinnvollsten anlegen?
Marc Lessenich: Eine breite Streuung in verschiedene Anlageklasse wie z.B. Aktien, Anleihen und Immobilien ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Geldanlage. Kostengünstig und effizient lässt sich dies über börsengehandelte Indexfonds (ETFs) umsetzen. Die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen hängt vor allem von der Risikobereitschaft des Anlegers ab.
BLICK aktuell: Welche Grundsätze sollten bei der Geldanlage berücksichtigt werden?
Marc Lessenich: Neben der breiten Streuung sollten der Anlagehorizont und die Risikobereitschaft berücksichtigt werden. Wer in Aktien investiert sollte einen langen Anlagehorizont von mindestens 5 bis 10 Jahren haben und in dieser Zeit nicht auf das Geld angewiesen sein. Darüber hinaus muss der Aktienanleger auch bereit und finanziell in der Lage sein, Verluste auszuhalten. Denn höherrentierliche Anlage wie z.B. Aktien sind auch mit höheren Schwankungen verbunden. Zudem sollten Anleger immer eine gewisse Liquiditätsreserve für unvorhergesehen Ereignisse (z.B. Autoreparatur) vorhalten.
BLICK aktuell: Und welche Fehler gilt es zu vermeiden?
Marc Lessenich: Die vier häufigsten und oftmals kombinierten Anlagefehler liegen in der mangelnden Streuung, dem Hang zum „Herauspicken“ einzelner Aktien, einem zu aktiven Handeln und einem weitverbreiteten „Home-Bias“, d.h. der zu hohen Gewichtung „bekannter“ deutscher Aktien.
BLICK aktuell: Worauf sollten Anleger darüber hinaus bei der Geldanlage achten?
Marc Lessenich: Insbesondere auf die Kosten, dem größten Renditefresser. Damit sind sowohl einmalige Kosten (z.B. Ausgabeaufschläge) aber auch die jährlichen Produktkosten, sowie die Depot- und Transaktionsgebühren gemeint.
BLICK aktuell: Was lässt sich also als Fazit festhalten?
Marc Lessenich: Ohne risikoreichere Anlagen, wie Aktien oder Immobilien, lässt sich in einer quasi Nullzinsphase kein Vermögen real, d.h. nach Inflation, erhalten oder gar vermehren. Zwar ist diese Erkenntnis den meisten Anlegern bewusst, ihr Anlageverhalten haben sie zumindest in Bezug auf Aktien dennoch kaum verändert.
BLICK aktuell: Herr Lessenich, vielen Dank für das interessante Gespräch.
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