Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Römerfest in Rheinbach anlässlich der Eröffnung des Römerkanal-Infozentrums

Bei grandiosen Gladiatorenwettkämpfen flogen die Fetzen und klirrten die Schwerter

Die Gladiatorenschule „Amor mortis“ begeisterte die Zuschauer mit packenden Kämpfen – Wasserorgel, Glasperlenofen und Weihrauchopfer waren weitere Attraktionen

02.10.2019 - 10:09

Ein Bericht von Volker Jost

Rheinbach. „Teutonius sieht zwar harmlos aus, ist aber ein richtiger Drecksack - so sind alle Netzkämpfer.“ Leonidas (Stefan Heres) weiß, wovon er spricht, denn er ist „Lanista“, also Besitzer der Gladiatorenschule „Armor mortis“ und hat selbst schon über 150 Gladiatorenkämpfe hinter sich. Und richtig, Netzkämpfer Teutonius aus der Gattung der „Retiarius“-Kämpfer bringt dank seiner Wendigkeit und Schnelligkeit und mit einigen wüsten Verrenkungen den knapp doppelt so schweren und viel besser geschützten „Secutor“ Ajax zu Fall und rammt ihm seinen Dolch in die Seite. Dem im Sand des Kampfgevierts niedergestreckten Recken aus der Gattung der Verfolger bleibt nur, zwei Finger zum Zeichen der Aufgabe zu strecken und auf das gnädige Urteil des Publikums zu hoffen.

Er hat Glück, der Daumen wird nicht gesenkt, Ajax hat auch seinen 225. Kampf überstanden und darf weiterleben. So ging es gottlob auch den Verlierern der zahlreichen anderen Gladiatorenkämpfe, die beim „Römerfest“ anlässlich der Eröffnung des Römerkanal-Infozentrums auf dem Himmeroder Wall in Rheinbach die Zuschauer in Scharen anlockten. „Einen Gladiator zu verlieren war für den Lanista finanziell ein großer Verlust, denn die Ausbildung war teuer“, erklärte Leonidas.


Kleine römische Siedlung hat sich entwickelt


Rund um den kubistischen Museumsneubau hat sich über Nacht eine kleine römische Siedlung entwickelt mit einer Reihe von Attraktionen hauptsächlich für Kinder, aber auch die Erwachsenen kamen voll und ganz auf ihre Kosten. Vor allem natürlich dank der grandiosen Gladiatorenwettkämpfe, bei denen es richtig zur Sache ging und zeitweise die Fetzen dermaßen flogen, dass sich die Zuschauer sicherheitshalber ein paar Schritte weiter von den Begrenzungsseilen entfernten. Dabei kamen die verschiedenen Kämpfergattungen zum Einsatz, vom „Murmillo“ mit seinem großen Schild über den beweglicheren „Essedarius“ mit Wurfspeer und Schwert oder den „Thraker“ mit dem gekrümmten Schwert zum „Um-die-Ecke-erdolchen“ bis zum gefährlichen Nahkämpfer „Provokator“ oder dem Fernkämpfer „Hoplomachus“ mit Schwert und Lanze.

Doch es gab noch sehr viel mehr zu sehen bei diesem rundum gelungenen Römerfest, etwa die Glasperlenherstellung mithilfe eines römischen Perlenofens, der aus Ton geformt war. Der ausschließlich mit Holz befeuerte Ofen musste eine Stunde vorgeheizt werden, die normale Arbeitstemperatur liegt bei 950 Grad Celsius, kann aber kurzfristig auf einen Spitzenwert von 1048 Grad Celsius ansteigen. Justus Willberg spielte im Foyer des Glasmuseums gleich mehrfach auf der römischen Wasserorgel, die von zwei „Kalkanten“ mit dem nötigen Wasserdruck versorgt werden musste. Dabei erfuhren die Zuhörer, dass es in der Antike bereits eine gut entwickelte Notenschrift gab und sich etwa 60 Kompositionen - größtenteils aus der römischen Kaiserzeit - ganz oder zumindest teilweise erhalten haben, wovon einige zu hören waren. Willberg erläuterte auch noch weitere römische Musikinstrumente.


Edelsteine nach Art der alten Römer geschliffen


Die Kinder waren währenddessen mit großer Begeisterung dabei, Edelsteine nach Art der alten Römer mit viel Geduld und Mühe auf Glasplatten zu schleifen, oder mit Weihrauch- und Myrrhe-Opfern die Götter um gutes Wetter zu bitten. Kinderspiele aus der Zeit der alten Römer waren ebenso beliebt wie die beiden Esel „Aradia“ und „Rübezahl“ von Ingo Steins, die sich in aller Seelenruhe am Rande des Geschehens streicheln ließen. „Vermessungsingenieur“ Ingo Weule machte für die Technik interessierten Geschichte lebendig und erklärte, wie zur Zeit Cäsars etwa eine römische Wasserleitung vermessen wurde. Dazu gab es noch eine Mitmach-Modenschau und gegen Ende eine spannende Opferzeremonie. Römischer Schmuck und die Ausrüstung der Römer wurde ebenso demonstriert wie eine Kelteranlage für Mulsum, ein mit Gewürzen versetzter und mit Honig gesüßter Wein, der zur Zeit der Römer kalt oder warm serviert wurde.

Und natürlich nutzen so gut wie alle Besucher des Römerfestes die Gelegenheit, erstmals das neue Römerkanal-Infozentrum zu bestaunen. Dort wird der Besucher in drei Abteilungen in verschiedene Themenbündel der Aquäduktforschung eingeführt. Dabei gibt die von Professor Dr. Klaus Greve kuratierte Ausstellung einen Überblick über den neuesten Forschungsstand der Römerkanal Forschung.

JOST

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

Leserbrief zur Absage der Sinziger Kirmes

Behauptungen ohne Beispiele

Mit seinem Leserbrief (im General Anzeiger, 11. August 2020) meldet sich Roland Janik (FWG), Beigeordneter der Stadt Sinzig, zur Absage der Sinziger Kirmes. mehr...

Sozialdienst katholischer Frauen Cochem

Deutschunterricht beginnt wieder

Cochem. Das lange Warten hat ein Ende: Auch wir vom SkF nehmen voller Zuversicht und Freude unseren Präsenzunterricht wieder auf. Ab dem 19. August wird unter der Kursleitung von Julia Nehm wieder jeden Mittwoch und Freitag von 17:30-19 der Unterricht regelmäßig stattfinden. Kursort ist die Berufsbildende Schule Cochem in der Ravenéstraße 19. mehr...

Lesen Sie Jetzt:
Umfrage

Debatte in Bundesländern um Abschaffung der Maskenpflicht - Was sagen Sie?

Nein, auf keinen Fall.
Ja, ich bin dafür.
Lieber eine Empfehlung statt Pflicht.
5208 abgegebene Stimmen
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 
Kommentare
Tobias S.:
Herr Schmidt, in welcher Welt leben Sie? Gehen Sie raus und schauen sich die Wälder an. Das die Fichten sterben sieht man von weiten. Ja ich weiß, Fichten gehören hier nicht hin und wurden ihrer Meinung nach nur aus Profitgier gepflanzt. Es sind aber die Laubbäume in Mischwäldern die massiv leiden. Buche, Eiche, Birke, Kirsche alle zeigen mittlerweile Schäden in den Kronen. Was mich wirklich erschreckt, es passiert nicht nur dort wo es wirklich zu trocken ist, Hänge des Rhein- und Ahrtals, sondern auch auch in der Nähe zu Flüssen. Hier sollte der Grundwasserspiegel für eine ausreichende Wasserversorgung ausreichen, trotzdem lichten sich die Kronen und man sieht vermehrt welke Zweige. Den Bäumen wird es wohl einfach zu warm... Also hören Sie auf Waldsterben, Klimawandel, Dürre als Lobbyismus zu bezeichnen.
Titus von Unhold:
Da hat mal wieder ein Spezialexperte keine Ahnung. Das "Waldsterben 1.0" konnte verhindert werden weil binnen fünf Jahren weltweit(!) bei allen Industrieanlagen Entschwefelungsanlagen nachgerüstet werden mussten.
S. Schmidt:
Es gab noch nicht einmal ein Waldsterben 1.0, immer dieser Lobbyismus, hier spricht nur die Gier nach noch mehr Steuergeld. Den Wäldern ginge es Prima, wäre diese nicht Gnadenlos auf Profit (Holzernten) ausgelegt. (Ur)-Wäldern machen Trockenzeiten und Schädlinge bedeutend weniger aus!
Jesko:
Bloß kein Stück zur Normalität zurückkehren und den Bürgern in den harten Zeiten etwas zum Thema Freizeit oder Unterhaltung bieten. Stattdessen Investoren Gespräche und neue Gewerbegebiete fordern. Wie man die CDU kennt und liebt. Lobbyarbeit vor Bürgerinteressen stellen.
Gabriele Friedrich:
Wenn der Mann eine Sauftour durch Melsbach gemacht hat, war er in Kneipen und man kennt sich.Also haben andere ihn auch fahren "lassen". Das ist heute kein Kavaliersdelikt mehr. Ein Taxi gerufen, Schlüssel abgenommen- so macht man das. Schön doof- trotzdem.
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.