Bio und Regional essen in Kita und Schule

Gut für Umwelt und Tierwohl

Gut für Umwelt und Tierwohl

Weidegang auf dem Aller Wiesenhof Maxsain Foto: Detlef Groß, DLR Westerwald-Osteifel)

30.06.2022 - 09:48

Maxsain. Knapp 20 Hauswirtschaftskräfte, Köche und Einrichtungsleiterinnen von Kitas und Schulen waren der Einladung von Annette Aller, Klimabotschafterin und Biobäuerin, und Karolin Wolf vom Fachzentrum Ernährung Rheinland-Pfalz am DLR Westerwald-Osteifel, auf den Wiesenhof in Maxsain gefolgt. Praktische Fragen wie „Wo kann ich regionales, gutes Fleisch für so viele Kinder und Jugendliche beschaffen?“, „Wie kann ich unter den gegebenen Bedingungen meiner Küche wirtschaftlich arbeiten?“ und „Kann ich sicher sein, dass Bio drin ist wo es drauf steht?“ standen zunächst im Vordergrund des ersten Austauschs. Danach machte ein Betriebsrundgang bei strahlendem Sonnenschein Hintergrundinformationen und Biotierhaltung live erlebbar.

Im Jahr 2008 hat Familie Aller ihren Betrieb auf Bio-Landwirtschaft umgestellt. Trotz Herausforderungen und Unsicherheiten standen und stehen sie hinter diesem Schritt und sind überzeugt. Vor allem die Bullen sind die Gewinner der Umstellung auf Bio-Landwirtschaft. Standen sie früher in Anbindehaltung nebeneinander im Stall, dürfen sie nun vom Frühjahr bis in den Herbst auf die Weide. Im Winter liegen sie auf Stroh und haben einen separaten Fressbereich. Aber nicht nur den Bullen geht es gut. Auch die ca. 85 Milchkühe und das restliche Jungvieh genießen den Weidegang. Neben den Vorzügen in Sachen Tierwohl berichtete Annette Aller von den Mehrwerten der Bio-Landwirtschaft für die Umwelt. Möglichst in Kreisläufen zu wirtschaften, z.B. nur eine begrenzte Anzahl an Tieren auf dem Hof zu halten, sodass der Betrieb das Futter möglichst selbst erwirtschaften kann sowie der Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel, schonen die Artenvielfalt und das Grundwasser. Auch wenn Rinder häufig als „Klimakiller“ bezeichnet werden, sind sie aus dem Westerwald nicht wegzudenken, da sie unser Grünland gut nutzen. Nicht alle Landwirtschaftsflächen eignen sich für den Anbau von Getreide, Gemüse und Obst. Daher waren sich Teilnehmer und Referenten der Veranstaltung einig: Das Ziel ist eine ausgewogene Speiseplanzusammenstellung, nach den Empfehlungen der DGE-Qualitätsstandards für Kitas und Schulen, mit wenigen aber hochwertigen, möglichst regional erzeugten tierischen Produkten ist.

Wie dies wirtschaftlich machbar ist, welche Möglichkeiten es zur Umstellung auf Bio-Lebensmittel und damit die Förderung der Bio-Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz gibt, zeigte Karolin Wolf vom Fachzentrum Ernährung Rheinland-Pfalz auf. Sie ist für die Steigerung des Einsatzes von Bio-Lebensmitteln in Kitas und Schulen zuständig. Der klassische Weg, zunächst Produkte bei denen der Preis nur geringfügig höher ist als aus konventioneller Produktion zu wählen, ist bereits häufig erprobt und in der Regel von Erfolg gekrönt. Aber es gibt auch Beispiele, bei denen aus Gründen des Tierwohls bewusst auf den Einsatz tierischer Produkte in Bio-Qualität gesetzt wird. Wer in Kita und Schule einmal die Woche ein Fleischgericht, einmal eine Speise mit Fisch und ansonsten schmackhafte, vollwertige vegetarische Gerichte anbietet, gut plant und saisonal kocht, leistet einen wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Gesundheit. Damit dies bei Kindern, Jugendlichen und Eltern gut ankommt, ist die Kommunikation zwischen Küche, Caterer, Pädagogen und dem Träger der Einrichtung eine fortwährende Aufgabe. Der „Bildungsort Mahlzeit“ kann mit Projekten, im Unterricht oder Kitaalltag, aber vor allem beim Essen gelebt werden. Bei Kaffee und einem Stück Kuchen wurde die Veranstaltung mit einem Austausch unter den Teilnehmern zu möglichen Lieferanten beendet.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Stellenmarkt
Weitere Berichte

Der Mann soll ein Mädchen an verschiedenen Körperteilen sowie im Intimbereich berührt haben.

Foto-Fahndung: Wer kennt diesen Mann?

Bonn. Die Bonner Polizei hat auf richterlichen Beschluss Fotos eines bislang Unbekannten veröffentlicht. Er soll am 30.05.2022 in der Stadtbahnlinie 18, die von Bornheim in Richtung Bonn fuhr, ein Mädchen mehrfach an verschiedenen Körperteilen sowie im Intimbereich berührt haben. Da die bisherigen kriminalpolizeilichen Ermittlungen nicht zur Identifizierung des Tatverdächtigen geführt haben, bittet die Polizei nun um Hinweise. mehr...

Die betreffende Achterbahn bleibt zunächst geschlossen und soll durch den TÜV geprüft werden

Nach tödlichem Unfall: Klotti-Park hat wieder geöffnet

Klotten. Seit heute, 9. August, hat der Klotti-Park in Klotten im Kreis Cochem-Zell wieder für Besucher geöffnet. Am Samstag kam es im Park zu einem tragischen Unglück: Eine 57-Jährige Parkbesucherin starb nach einem Sturz aus einer Achterbahn. Die Ermittlungen des Unfallhergangs durch die Behörden dauern noch an. Die Untersuchungen vor Ort seien allerdings mittlerweile beendet und die vom Unfall... mehr...

Das Fahrzeug der überholenden Autofahrerin überschlug sich mehrfach -

Überholvorgang misslingt: Schwerer Unfall auf A 48 bei Koblenz

Koblenz. Am Dienstag, 9. August, gegen 13.45 Uhr kam es auf der A 48 Fahrtrichtung Trier zwischen der Ausfahrt Koblenz-Nord und dem Autobahnkreuz Koblenz zu einem Alleinunfall. Die 45-jähriger Pkw-Fahrerin kam nach einem Überholvorgang vom linken Fahrstreifen in Richtung des Grünstreifens von der Fahrbahn ab. Dabei kollidierte sie mit der Schutzplanke und überschlug sich mehrfach. Der Pkw kam auf dem Fahrzeugdach im Grünstreifen zum Stillstand. mehr...

 
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
LESETIPPS
GelesenNeueste
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 

Firma eintragen und Reichweite erhöhen!
Kommentare
Friedrich:
Und warum waren die Türen nicht verschlossen von innen ? ...
Franz-Josef Dehenn:
Dieser Vandalismus im Neuwieder-ZOO geht mal gar nicht. Warum hat die Person das nur gemacht ? Ich kann nur hoffen, das man die Person bekommt und diese eine saftige Strafe bekommt. ...
juergen mueller:
Eine Möglichkeit, unserer Gesellschaft Kultur wieder etwas näher zu bringen. Ich glaube, dass wir einen Kulturverlust in unserer Gesellschaft haben. Die Dinge, die uns umgeben, nehmen wir als selbstverständlich wahr und haben uns abgewöhnt, Fragen daran zu stellen. Alleine auf die Frage: "Interessierst...
Service