Bengener Heimatmuseum eröffnet

Zeugnisse der Geschichte Bengen aus den verschiedensten Epochen gesammelt

Norbert Hoffzimmer beschäftigt sich seit 25 Jahren mit der Historie seines Heimatortes

Zeugnisse der Geschichte Bengen aus
den verschiedensten Epochen gesammelt

Der Bengener Hobby-Heimatforscher Norbert Hoffzimmer (Dritter v.li.) eröffnete jetzt das Bengener Dorfmuseum gleich neben dem Dorfplatz. Zahlreiche Bengener interessierten sich bei der Eröffnung für die Sammlung.Foto: -VJ-

07.05.2013 - 08:50

Bengen. Unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung eröffnete der Bengener Hobby-Heimatforscher Norbert Hoffzimmer jetzt das inoffizielle „Bengener Heimat-Museum“ direkt am Dorfplatz. Zahlreiche Bengener nutzten die Gelegenheit des gleichzeitigen Maibaum-Aufstellens, um das Museum zum ersten Mal zu besichtigen, und nicht wenige fanden sich auf alten Schulbildern wieder. Einige Besucher kündigten an, alte Geschäftsunterlagen und Haus-Zeichnungen, aber auch Bilder aus dem Dorfgeschehen, von Hochzeiten, Kommunion etc., für das Dorfmuseum zu Verfügung zu stellen. Sogar aus Frankreich erwartet Hoffzimmer noch eine „Lieferung“ per E-Mail. Vieles von dem, was ab sofort im Museum zu sehen ist, ist schon seit mehr als 15 Jahren im Internet unter www.Grafschaft-Bengen.de einsehbar.


Es begann mit der Ortschronik


Angefangen hatte alles 1988, als Hoffzimmers Opa Matthias Hommes beim Fensterputzen das Glas-Wappen der Gemeinde Ringen zu Bruch ging. Hommes wollte daraufhin ein neues Glas-Wappen haben, diesmal aber von seinem Heimatort Bengen. Problem: Es gab noch gar kein Wappen von Bengen. Also wurde Enkel Norbert Hoffzimmer damit betraut, ein solches zu entwerfen.

Der gelernte Masseur und Fußpfleger lieh sich beim damaligen Ortsvorsteher Paul Nolden die Dorf-Chronik, um Daten für das Wappen zu recherchieren. Um die Arbeit zu erleichtern, wurde die Chronik, die die Jahre 1904 bis 1988 umfasste, komplett kopiert, sie ist nun ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Dabei stellte Hoffzimmer fest, dass ab 1945 keine Einträge mehr gemacht wurden, und dass ab 1974 nur noch Zeitungs-Artikel eingeklebt worden waren. „Da entstand bei mir die Idee, selbst Zeitungsberichte zu sammeln von und über Bengen und seine Bewohner und damit die Chronik kontinuierlich weiterzuführen“, erklärte der „Museumsdirektor“. Wünschenswert sei es, wenn sich jemand finden würde, der die altdeutsche Sütterlin-Schrift noch lesen kann, um die Chronik in lesbarer Schrift abschreiben und anschließend den Inhalt zu veröffentlichen.


Auch in grauer Vorzeit bewohnt


Auch in grauer Vorzeit war die Gegend um das heutige Bengen wohl schon bewohnt, die sich anhand einiger archäologischer Funde mutmaßen lässt. So wurde 2006 wurde ein 12.000 Jahre alter Stoßzahn eines weiblichen Wollhaar-Mammuts aus der Eiszeit zwei Kilometer westlich von Bengen gefunden. In der Bengener Kiesgrube kann außerdem ein graues, poliertes Steinbeil von 13 Zentimetern Länge aus der jüngeren Steinzeit um 4000 vor Chr. ans Tageslicht. In der Bengener Bogenstraße soll ein altes Wohnhaus aus der Kelten-Zeit um 1200 bis 750 vor Christus gestanden haben. Etwa im Jahr 27 vor Chr. hinterließen die Römer im damaligen „Bingehove“ Keramik und Töpfe mit Tiermotiven, von denen 1973 beim Bau der Brückenfeiler für die Autobahn einige alten Scherben sichergestellt wurde. Diese Funde aus der Römerzeit befinden sich derzeit im Landes-Museum in Koblenz in der Festung Ehrenbreitstein, wo sie aber nicht ausgestellt werden. Hoffzimmer hofft, wenigstens einige davon für sein Bengener Heimatmuseum als Leihgabe erhalten zu können. Schon vor 1925 seien südöstlich von Bengen vor dem Waldstück „Wolfskaul“ römische Mauer-Reste, gestempelte Dachziegel und römische Scherben sowie Reste einer römischen Wasserleitung „Auf´m Bohnenland“ gefunden worden. Bereits 1865 wurden südlich der Straße nach Kirchdaun Reste einer römischen Wasserleitung gefunden, die wahrscheinlich eine römische Anlage im heutigen Gimmigen versorgte.


1106 erstmals schriftlich erwähnt


Aus der fränkischen Zeit nach 451 n. Chr. liegt in der Bachaue im Garten des Gasthofes Rieck ein etwa 20 Meter breiter Turmhügel, den Hoffzimmer eher als Motte (kleine Burg) denn als Grabhügel ansieht. Die erste schriftliche Erwähnung Bengens stammt aus dem Jahre 1106, zu dieser Zeit wohnte nahe bei Meinscozen (Mayschoß) ein reicher Ministerialer des Grafen Adalbert von Saphenberch (Saffenburg) mit Namen Embrico von der frommen Niederlassung Klosterrath (bei Aachen). Dieser Ministeriale besaß Zinslehen zu Lantershofen und zu Hemmigeshoven (Hemmessen) unter Bengehoven einen Wingert an der Ahr. Um 1560 war Bengen sogar ein Dingstuhl (Gericht) der Grafschaft Neuenahr. Wer die Arbeit im Bengener Dorfmuseum unterstützen möchte, beispielsweise mit einer Spende, kann sich per E-Mail mit Norbert Hoffzimmer in Verbindung setzen: Norbert@Grafschaft-Bengen.de.

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