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Möhnen „Ewig Jung“ überzeugten mit kurzweiligem Sitzungsprogramm

Andernacher Karneval in weiblicher Hand

Büttenreden der Extraklasse und mitreißende Tanzeinlagen sorgen für Stimmung in der Mittelrheinhalle

13.02.2020 - 09:18

Andernach. Herzlich lachende, närrisch gekleidete, schunkelnde und freundschaftlich mit Sekt anstoßende Wahrzeichen, gut gelaunte Bäckerjungen und emsig schwirrende Bienen steckten an: Das neue, cartoon-artige und von der Farbe lila dominierte Bühnenbild des Kölner Grafikers Rolf Späth versprach unbeschwerte Heiterkeit in der Mittelrheinhalle und hielt es. „Es ist schön, in diese Menschenmenge zu blicken“, rief Ingeborg Ludwig-Krämer, seit 2004 Obermöhn von „Ewig Jung“, den Närrinnen und einigen Narren im Saal zu.

Die Gäste hatten sich vor dem Sitzungsprogramm traditionell mit Kaffee und Kuchen für die Achterbahn der guten Laune gestärkt, wurden sie doch gleich zu Beginn gefordert. Ihrem Tollitätenpaar Prinz Albert I., „Der Küchenbulle mit Tatütata“ und Prinzessin Katja I. „Der Blue Star mit klingender Lyra“, dem Hofstaat sowie dem Festausschusspräsidenten bereiteten sie einen überwältigenden Empfang, wofür sich die närrische Reisegesellschaft mit ihrem Prinzenlied und einer Zugabe bedankte.


Die Jüngsten starten das Programm


Nicht Panik, sondern Freude kam auf, als sich ein Schwarm junger Bienen aus ihren Körben im Rheintor entfernt hatte und summend auf der Möhnenbühne tänzerisches Talent unter Beweis stellte. Die „Möhnenhüpfer“, die jüngsten der Kindertanzgruppe sind nicht mal drei Jahre alt aber verzückten ihre Zuschauer. Aus den Händen von Sitzungspräsidentin Eva Zinken erhielten Jolie Egert und Lena Panic den Kinder-Verdienstorden für ihre ausdauernde karnevalistische Leistung. „Andrea Berg“ alias Oliver Dittert parodierte dann in bewährter Art sein Markenzeichen und performte bekannte Titel aus der Schlagerwelt. Am Ende stand der Saal. Mit gewinnender Ausstrahlung, schnittig, leichtfüßig und mit Turnelementen überzeugte das Solomariechen der Rot-Weißen-Husaren, Katharina Versch mit ihrer Tanzdarbietung. Stehende Ovationen gab es für das preisgekrönte Nachwuchstalent der Stadtsoldaten, Johannes Fischer („Der Lurch“). Der stellte fest „Normal ist heut‘ so gut wie nix!“, und beklagte sich in Reimform über Helikopter-Eltern und Ungebildete, die glauben „Fuck you“ sei Goethes Vorname. Der freundlich-friedliche Gesichtsausdruck der tanzenden „Rothäute“ vertrieb jedoch jede Angst vor einem Angriff. Begeisterter Applaus für die sechs „Youngstars“ der Möhnen, die mit Rosen Mona Kossmann, die langjährige Trainerin des Möhnen-Nachwuchses, verabschiedeten. Ein spaßiger Rückblick auf die Neueröffnung von „Ons Schwemmbad“. Da waren sie alle dabei: Anspruchsvolle, lästernde und meckernde Badegäste, technische Störungen, die Stadtspitze, die darüber nachsann, die Freizeitanlage auf Olympianiveau zu bringen, der einweihende Pastor und, nicht zuletzt, der originale Schwimmmeister Ludwig „Planschi“ Wiemer, der von allen in den Ruhestand verabschiedet wurde. Die Sketchgruppe erfreute das Auditorium mit ihrem aktions- und humorvollen Spiel.


Stimmung auf dem Höhepunkt


„Zickezacke-Halligalli“ sie waren schon wieder da: Als die „Spruddler“ (Gerd und Fred Thelen) mit ihren Stimmung-Songs den Auftakt der zweiten Halbzeit signalisierten, wurde kräftig mitgesungen und geklatscht. Jemand, der sich wundert, dass man beim Brustschwimmen auch die Arme einsetzen sollte, hat es leicht, seinen Zuhörerinnen und Zuhörern Lachtränen in die Augen zu zaubern. „Birgit Butterweck“ (Birgit Freitag) amüsierte mit ihren zum Teil „speck“ -takulären Erzählungen aus der Umkleidekabine und mit dem Erlebnis einer Verkehrskontrolle. Stehenden Beifall gab es für die Geschäftsführerin der Möhnen. Ein Gardetanz mit akrobatischen Elementen ist eigentlich nichts Außergewöhnliches. Doch diesmal war es ein älteres und gewichtiges Tanzpaar der Bergmöhnen aus Oberlützingen und der Offizier und die Marie waren Männer. Der Saal tobte beim Auftritt von Mario von Elken und Gerson Freudenberg. Schon bei der Sitzung der Prinzengarde klagte „Utschebebbes“ über sein Leid mit Gattin Elvi(e)ra, für die er dem Herrgott dankt, aber sie auch gerne abgibt, wenn der sie lieber haben sollte. Dem Büttenass Jürgen Zerwas, offenbar nicht der „Herr im Haus“, fiel es leicht, einen Begeisterungssturm auszulösen.

Zu Melodien aus dem Computeranimationsfilm „Die Eiskönigin“ ertanzten sich die „Schööönsteher“ als Scheemänner in illuminierten Tüllröcken die Sympathie des Publikums. Als Garanten für generelles Lachmuskeltraining konnten auch in diesem Jahr wieder „Martha und Bertha“ (Elke Thon und Ute Bresgen) gewonnen werden. Die Möhnen aus Heimbach-WeisBei den Möhnemännern flog auch schon mal ein „Boy“ durch die Luft., bei denen „Happy“ und „Birthday“ inzwischen getrennte Wege gehen, bescherten besten Humor von der anderen Rheinseite, indem sie ihre Erlebnisse auf „Kukident-Kuttern“ und mit ihren männlichen UFOs- unheimlich faule Objekte- mitbrachten.

„Zugabe“ schallte es auch durch die Halle, als auf der Bühne 13 Möhnemänner, mit ihrem Tanz, gespickt mit gewagten Würfen, die neunziger Jahre aufleben ließen. Für die überwältigende Boygroup waren hunderte von Groupies sofort zur Stelle.

Die herzerfrischende kurzweilige Sitzung der Möhnen „Ewig Jung“, die musikalisch vom Stimmungsduo „Die Mickeys“ begleitet wurde, endete in Hochstimmung mit der lautstark-rhythmischen Guggemusikgruppe „Gasseputzer“.

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Kommentare
Jean Seligmann:
Das zwanghafte und angestrengte Bemühen, die AfD zu diskreditieren, produziert Widerspruch und Lächerlichkeit am laufenden Band.
Siegfried Kowallek:
Beim Komplex AfD, Spenden und Geheimnistuerei denke ich eher an die verdeckten Zahlungen von rund 132.000 Euro an die AfD-Politikerin Alice Weidel, bei denen die Bundestagsverwaltung wegen möglicher Verstöße gegen das Parteiengesetz Sanktionen gegen diese Partei prüft. Es stehen Strafzahlungen in dreifacher Höhe der Spenden aus der Schweiz im Raum, also rund 396.000 Euro. Jetzt will aber die AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen für einen guten Zweck spenden, was auf jeden Fall sympathisch ist im Gegensatz zu einer verdeckten Entgegennahme großer Spenden von jemandem, der etwas zu verbergen hat. Der angekündigte Verzicht auf eine medienöffentliche Bekanntgabe von Empfängern dieser Spenden befremdet mich jedoch aus zwei Gründen. Zum einen wirkt das heimliche Spenden an gemeinnützige Vereine oder Organisationen dadurch vergleichbar anrüchig wie etwa ein heimlicher Bordellbesuch, den man auch nur dann selbst öffentlich macht, wenn man erfolgreicher Kommunalpolitiker in Ochtendung ist. Zum anderen überzeugt die Begründung nicht, in der Vergangenheit sei vielerorts Druck auf Organisationen ausgeübt worden, die von der AfD eine Spende angenommen hätten. Wäre das der Fall gewesen, hätte diese Partei das doch auf jeden Fall laut und heftig angeprangert. Dieses Liebäugeln mit einem Opfermodus erinnert an den bisherigen geheimnistuerischen Umgang der AfD mit ihren Freitagsveranstaltungen im Kreis, deren Veranstaltungsort man nur auf Nachfrage mitgeteilt bekam. Dabei weiß nicht nur ich, in welcher Neuwieder Gaststätte diese Veranstaltungen stattfanden. Zudem stand deren Name sogar in einem ausgewogenen Artikel über eine AfD-Freitagsveranstaltung. Und als ich die letzte Veranstaltung dieser Partei vor den Corona-Einschränkungen in Oberbieber zum Thema „Wald und Wild“ besuchte, sah ich dort keinen einzigen Gegendemonstranten, obwohl die Partei den Veranstaltungsort zuvor sogar hinreichend öffentlich bekanntgegeben hatte. Siegfried Kowallek, Neuwied
S. Schmidt:
Das ganze Geschäftsmodell um einen „unnatürlichen“ Klimawandel beruht auf Modellberechnungen und den Verlautbarungen des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Nun hat die „University of Michigan“ in einer Pressemeldung vom 30.04.2020 die Katze aus dem Sack gelassen: Etliche der IPCC-Klimamodelle prognostizieren eine unrealistisch hohe Erwärmung für die Zukunft! Wie die „Berechnungen“ für die zu erwartenden „Corona-Opfer“ (es wurden bis zu 560.000 Tote prognostiziert), vollkommen falsch!
Heinrich Heine:
Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.
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