Regina und Matthias Tempel feierten in Dernau ihre Eiserne Hochzeit

Das Paar lernte sich bereits nach dem Krieg beim Brotkauf kennen

Eine Sicherheitsnadel hält bis heute die Jugendliebe zusammen

22.10.2019 - 10:01

Dernau. Das seltene Fest der Eisernen Hochzeit konnten jetzt in Dernau Regina und Matthias Tempel feiern. Das Ehepaar ist seit 18. September 1954 standesamtlich und dem 2. Oktober 1954 kirchlich verheiratet. Matthias Tempel ist gerade 88 Jahre alt geworden, Regina im August 86 Jahre. Die beiden haben eine Tochter und eine Enkelin. Der gebürtige Ersdorfer Matthias Tempel kam 1939 nach Dernau. Hier lebt Regina bereits seit dem Kindesalter. Kennengelernt haben sich die beiden schon recht früh, kurz nach dem Krieg - 1946 beim Brotkauf in Holzweiler. Dort konnte man damals ohne Märkchen Brot bekommen. Hierbei waren dann ganze Kinderschwärme im Einsatz. Dort lag dann auch der Auslöser für die lange Beziehung von Regina und Matthias. Als an Reginas Tasche ein Henkel abgerissen war, half Matthias mit einer Sicherheitsnadel weiter, und trug auch das Brot des jungen Mädchens Regina nach Dernau. „Von da an hatten wir uns etwas im Blick“ berichten beide noch heute übereinstimmend. Im Winter habe man regelmäßig gemeinsam geschlittert. Irgendwann hat es sich dann so ergeben, dass die beiden zusammen gekommen sind. Diese Jugendliebe hat bis heute gehalten, und noch jeden Morgen gibt sich das Paar ein Küsschen. Zwischendurch hatte Matthias die Sicherheitsnadel immer wieder beharrlich zurückgefordert. Dies war dann auch das Motto bei der Goldhochzeit. Tochter Ruth hatte dort mit vergoldeten Sicherheitsnadeln in allen Größen dekoriert.



Getrennte Klassen


Gemeinsam hatten beide die Volksschule in Dernau besucht. Damals waren noch Jungen und Mädchen sowohl in den Klassen als auch auf dem Schulhof getrennt. Nach Absolvierung der Volksschule half Regina im elterlichen Weinbaubetrieb aus. Die „Herbste“ (Weinertrag) waren damals oft schlecht. Danach arbeitete sie eine Zeit in der damaligen „Weinbaudomäne“ Marienthal/Walporzheim. Zu Haus kümmerte sich Regina daneben regelmäßig um ihre Oma. Nach der Hochzeit war sie noch einige Jahre bei der Firma „Rekofa“ in Walporzheim angestellt. Matthias Tempel begann 1947 bei der ortsansässigen Firma Wilhelm Fix eine Lehre als Betriebsschlosser. Danach arbeitete er bis zur Pensionierung 28 Jahre im früheren Regierungsbunker. Die Goldene Hochzeit wurde zu einem kleinen Dorffest, damals waren fast 300 Menschen am und im Haus. Die Eiserne Hochzeit feierten die Jubilare jetzt im Familien- und Freundeskreis, ebenso wie im Jahr 2014 die diamantene Hochzeit. Zu den Gratulanten gehörten auch Ortsbürgermeister Alfred Sebastian und die Verbandsbürgermeisterin, Cornelia Weigand. Neben Tochter und Enkelin war der Camping-Urlaub in West-Kapelle (Seeland) die größte Passion von Matthias und Regina. Dorthin fuhren sie 30 Jahre lang jeden Sommer und zu Pfingsten, zumeist zusammen mit 30 Leuten. Beide teilen ihre große Passion als Garten- und Blumenliebhaber. Den Nutzgarten schaffen die beiden bereits seit einigen Jahren nicht mehr. Geblieben sind die Blumenbeete am Rand des früheren Bauerngartens. Diese Fläche ist mittlerweile Rasen geworden. In dem kleinen Gartenhäuschen hat sich Matthias viele Jahre regelmäßig mit einigen Freunden getroffen. Durch ihre mobilen Rollstühle haben die beiden heute die Möglichkeit, weiter den Ort und auch die nähere Umgebung zu erkunden.

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Kommentare
Manfred Möser22:
Hier sollten lieber Bäume gepflanzt werden, die brauchen CO 2 und erzeuven noch Sauerstoff. ...
juergen mueller:
In (fast) perfekter Logistik haben die Deutschen schon immer einen Spitzenplatz eingenommen. Aber was nützt das alles, wenn es an einem Bestandteil fehlt, der diese Logistik erst zum Blühen bringt. Dieses deutsche "Perfekt" hat noch immer einen Haken, wie auch jetzt, gehabt. Aber das spricht man,...
juergen mueller:
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