Allgemeine Berichte | 24.05.2017

Neuwahlen bei der Jahreshauptversammlung der Baugewerks-Innung Cochem-Zell

„Handwerksjahr“ zur Nachwuchsgewinnung

Vielversprechende Ideen gab es bei der Jahreshauptversammlung der Baugewerks-Innung.  privat

Cochem-Zell. Eine sehr vielversprechende Idee, um junge Leute fürs Handwerk zu gewinnen, kommt aus den Reihen der Baugewerks-Innung Cochem-Zell. Ein „Handwerksjahr“, das ähnlich wie ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert werden könnte, wäre für manchen orientierungslosen Abiturienten eine Option, ist Obermeister Rainer Angsten sicher.

Der engagierte Kreishandwerksmeister aus Mittelstrimmig wurde auf der jüngsten Jahreshauptversammlung der Innung für weitere fünf Jahre als „Chef“ wiedergewählt. Als sein Stellvertreter und Fachgruppenleiter Dachdecker ebenfalls wiedergewählt wurde Dachdeckermeister Thomas Berenz aus Cochem.

Grußworte entrichtete Manfred Schnur, Landrat des Landkreises Cochem-Zell. Er stellte nicht nur die Wichtigkeit des Handwerks als Motor für die Wirtschaft heraus. Darüber hinaus betonte er die Bedeutung des Handwerks für Menschen, zu deren Lebensentwurf die Heimatnähe gehört. Wer sich in der Region durch Familie und Freunde verwurzelt sieht, ist oftmals nicht glücklich mit der heute insbesondere von Akademikern geforderten Flexibilität und Mobilität. Ein Handwerker kann, wenn er es möchte, davon ausgehen, in der Nähe seines Geburtsortes tätig werden zu können, und zwar dauerhaft. Das Eigenheim bauen, eine eigene Familie gründen – all dies muss nicht wegen beruflicher Unsicherheiten aufgeschoben werden.

Direkt nach der Schule Erfahrungen sammeln

Unsicher ist auch mancher junge Mensch nach dem Schulabschluss, so Rainer Angsten. Hier sieht er eine Möglichkeit anzusetzen, um Nachwuchskräfte fürs Handwerk zu gewinnen. Die Idee stammt von seinem Sohn David, einem Gymnasiallehrer. Wer nach der Schule noch nicht genau weiß, wo es beruflich hingehen soll, weicht gern auf ein Freiwilliges Soziales Jahr aus, um unverbindlich erste Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. „Wie wäre es da mit einem Handwerksjahr?“, schlägt Angsten vor. Interessenten könnten mehrere Betriebe nach Wahl durchlaufen und dabei verschiedene handwerkliche Tätigkeiten kennenlernen, mit der Option, auch für einige Wochen in einen handwerklichen Betrieb ins Ausland zu gehen.

Gleich nach der Schule schon handfeste Erfahrungen mithilfe eines Praktikums zu sammeln hält auch Thomas Berenz für sehr sinnvoll. Das gelte ebenso für junge Leute mit Hauptschulabschluss, die mangels eines konkreten Berufsziels allzu oft noch im Rahmen schulischer Maßnahmen „geparkt“ würden, anstatt hinaus ins Leben zu gehen.

Generell ist die Innung in Sachen Nachwuchsgewinnung rührig. „Wir Dachdecker nehmen jedes Jahr an der Ausbildungsmesse teil“, so Thomas Berenz. „Von uns gibt es dort nicht nur Informationen, darüber hinaus können die jungen Leute beim Bearbeiten von Schieferplatten gleich selbst aktiv werden.“ Hervorragende Arbeit leiste auch die Initiative „Zukunft Dachdecker“. Die Jugendorganisation des Landesinnungsverbandes möchte den Beruf des Dachdeckers insbesondere bei Jugendlichen bekannter machen und geht dabei mit großem Ideenreichtum vor. Gespräche auf Augenhöhe sind hier das Mittel der Wahl. Wer Interesse hat, kann sich auf der Facebook-Seite der Gruppe über alle Aktivitäten informieren.

Schließlich standen die Neuwahlen auf dem Plan. Ein herzlicher Dank von Innung und Kreishandwerkerschaft Mittelrhein für 25 Jahre Ehrenamt im Vorstand ging an Albert Schmitz, der wiedergewählt wurde. Als Lehrlingswart neu in den Vorstand gewählt wurde Peter Brand. Er löst Wolfgang Schmitz ab, dem für seine langjährige Mitarbeit herzlich gedankt wurde.

Vielversprechende Ideen gab es bei der Jahreshauptversammlung der Baugewerks-Innung. Foto: privat

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