Altenahrer Weinmajestäten feierlich vor der Pfarrkirche proklamiert

Königin Lara Baggeler und Prinzessin Jana Ludwig wollen Ort wieder nach vorne bringen

Nach rekordverdächtigen drei Jahren Amtszeit reichten Weinkönigin Melanie Zeyen und ihre Prinzessinnen Jasmin Zeyen und Ella Dörste die Krone weiter

05.07.2022 - 12:11

Altenahr. Lara Baggeler wurde beim Auftakt des „Altenahrer Weinsommers“ offiziell zur neuen Weinkönigin von Altenahr gekrönt. Ihr zur Seite steht Jana Ludwig als Weinprinzessin. Das neue Weinmajestäten-Duo hat sich vorgenommen, gerade in der schwierigen Situation nach Corona und der Flutkatastrophe als Botschafterin des Weins aus ihrem Heimatort mit dazu beizutragen, dass sich Altenahr wieder aus eigener Kraft aus der misslichen Lage befreit. Aus diesem Grund nennt Weinkönigin Lara ihren Majestätenwein auch „Phoenix“, denn der trockene Spätburgunder aus dem Weingut Sermann soll der Plan symbolisieren, Altenahr wie einst Phönix aus der Asche in neuem Glanz wieder auferstehen zu lassen.

„Wir sind stolz, zwei junge Damen präsentieren zu dürfen, die grade jetzt in diesem besonderen Regentschaftsjahr ihren Heimatort vertreten und ein positives und optimistisches Zeichen für uns alle setzen möchten“, freute sich auch Eva Flügge, die Vorsitzende des Verkehrsvereins Weinort Altenahr. Die schlimme Katastrophe der Flut sei nicht vergessen, doch es müsse auch eine Zeit der Freude und der Geselligkeit geben, um wieder einmal ein paar Stunden abzuschalten und einfach den Moment zu genießen.


Nicht trotzdem, sondern genau deswegen


Erfreulicherweise sei das Weinmajestätsduo in der schwierigen Situation, in der die Gemeinde Altenahr sich derzeit befinde, von sich aus auf sie zugekommen mit den Worten: „Wir wollen das Amt nicht trotzdem, sondern genau deswegen antreten.“ Die Mittelahr sei noch immer eine grandiose Weinregion, und die Menschen seien stolz auf ihre Winzer und ihren Wein. „Wir haben eine tolle Kulturlandschaft und eine ebenso tolle Genusslandschaft zu bieten“, wusste Flügge und hofft, dass schon bald wieder die Touristen nach Altenahr kommen. Die neuen Weinmajestäten spiegelten jedenfalls den Anspruch Altenahrs wider, sich zeitgemäß, optimistisch, nachhaltig, modern und jung darzustellen.

Weinkönigin Lara Baggeler ist 20 Jahre alt und macht derzeit eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Ebenso wie ihre Prinzessin Jana Ludwig war sie 2017/18 Weinprinzessin an der Seite der damaligen Weinkönigin Tina Schmidt und kennt von daher schon ein wenig die Anforderungen an das Amt. In der fünften Jahreszeit ist sie in der Garde der Großen Roten Funken der KG Karnevalsfreunde Altenahr aktiv, trifft sich ansonsten gern mit „ihren Mädels“ und liebt das Reisen. Die Verbindung zum Wein kommt durch ihren Cousin Kenan Poric, der momentan eine Ausbildung zum Winzer macht und bereits ein paar eigene Rebstöcke betreut.

Prinzessin Jana Ludwig ist 22 Jahre alt und wohnte bis zur Flut in Altenburg, seither ist sie übergangsweise in Villip untergekommen, will aber im November wieder zurück an die Ahr ziehen. Sie macht eine Ausbildung zur Physiotherapeutin und hat auch schon als Aushilfe im „Hotel zur Post“ in Altenahr gejobbt. Auch sie tanzt bei den Großen Roten Funken der KG Karnevalsfreunde Altenahr, ist zudem Trainerin und Tänzerin der „Candy Girls“ aus Niederbachem. Außerdem reitet sie gerne auf ihrem Pflegepferd „Tenor“ und singt für ihr Leben gern. Bis vor Kurzem war sie Sängerin in einer Rockband und Mitglied im Kirchenchor, hat sogar schon bei Hochzeiten gesungen und will den Gesang nach ihrer Weinprinzessinnen-Karriere wieder in Angriff nehmen.


Den Tourismus wieder auf Vordermann bringen


„Wir wollen den Tourismus in Altenahr wieder auf Vordermann bringen und als Altenahrer Mädchen mit Leib und Seele dazu beitragen, wieder einen Schritt zurück in die Tradition und zugleich nach vorne auf dem Weg in die Normalität zu gehen“, beschreiben sie ihre Intention. „Und wir wollen den Menschen an der Ahr wieder ein wenig Hoffnung geben in einer schweren Zeit.“ Bei allem Leid habe die Flutkatastrophe schließlich auch etwas Positives hinterlassen, denn die Solidarität sei unglaublich groß und die Orte wieder enger zusammengewachsen.

Abschied nehmen mussten zuvor jedoch die scheidenden Weinmajestäten, die rekordverdächtige drei Jahre im Amt waren. Weinkönigin Melanie Zeyen war gemeinsam mit ihren beiden Prinzessinnen Yasmin Zeyen und Ella Dörste seit Juli 2019 im Amt und kann somit wohl die längste Regentschaft aller Zeiten vorweisen. „Die drei haben in einer schicksalhaften Zeit das Zepter und die Krone von Altenahr hochgehalten“, dankte Flügge dem scheidenden Trio für ihren beispiellosen Einsatz. Weinprinzessin Ella Dörste konnte allerdings wegen eines Auslandspraktikums nicht persönlich an ihrer Verabschiedung teilnehmen.


Festplatz vor der Altenahrer Pfarrkirche war gut besucht


Musikalisch umrahmt wurde die gelungene Inthronisierung der neuen Altenahr der Weinmajestäten vom Blasorchester Altenahr unter der Leitung von István Szebegyinszki. Die Bierzeltgarnituren und Stehtische auf der Terrasse vor der Altenahrer Pfarrkirche waren bis zum letzten Platz gefüllt, Flügge dankte besonders dem Hotel Ruland für die Bereitschaft, seinen Parkplatz für die Veranstaltung zu Verfügung zu stellen. Ein reichhaltiges Angebot an erlesenen Sekten und edlen Weinen des Weingut Sermann sorgte für Genuss pur bei den Gästen, zu denen auch als Bürgermeister Achim Haag ebenso wie der Verbandsgemeinde-Beigeordnete Georg Knieps und die Orts-Beigeordnete Kerstin Müller sowie Altenahrs Ortsvorsteherin Anke Hupperich gehörten. Sowohl der neugewählte Bürgermeister Dominik Gieler wie auch Ortsbürgermeister Rüdiger Fuhrmann mussten leider krankheitsbedingt passen. Dazu bot der Gastronomiestand des „Hotels zur Post“ der Familie Lang kulinarische Leckereien aus der Region.

Auch am Sonntag herrschte reger Betrieb auf dem ungewohnten Festplatz, denn die neuen Weinmajestäten eröffneten den zweiten Veranstaltungstag und nahmen im Laufe des Nachmittages die Gratulanten der Ortsvereine entgegen. Mit einem großartigen Platzkonzert sorgte derweil das Altenahrer Blasorchester mit vielfältigen musikalischen Variationen für Kurzweil und gute Laune.

JOST

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Franz-Josef Dehenn:
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aus Oberwinter:
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K. Schmidt:
Warum wird in dem Bericht so oft auf Corona hingewiesen? Oberwinter hat über 3.700 Einwohner, plus Potential aus den Nachbarorten. Wenn dann ein Verein dort nur 15 Mitglieder hat, hat das mit Corona doch nix zu tun. Es gibt Traditionsvereine, die zeitgemäß fortbestehen können. Schützenvereine gehören...
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