Allgemeine Berichte | 29.06.2017

„Western von gestern“ hielt wieder Einzug in Mayen-Hausen

Mit Schwarzpulver und Blei dem Büffel zu Leibe gerückt

Die erfolgreichsten Westernschützen des Rifleman-Schießens.  Mike Flinsch

Mayen-Hausen. Wahrscheinlich kennen noch fast alle die allseits beliebte Fernsehsendung „Western von gestern“ aus dem Vorabendprogramm des ZDF von Ende der 70er- bis Mitte der 80er-Jahre.

Aber dass der Wilde Westen jetzt nach längerer Pause wieder in Mayen-Hausen zu finden war, ist doch eher ein ungewöhnliches Ereignis. Kurz nach Sonnenaufgang des 24. Juni fragten sich die einen oder anderen Bewohner der schönen Ortschaft, ob sie vergessen hatten, sich das Sommerfest des ortsansässigen Karnevalsvereins im Kalender einzutragen. Denn durch die Hausener Straßen zogen bereits einige Trapper und eine geringe Anzahl an Indianern. Was hier wirkte wie eine Fußgruppe aus dem Rosenmontagsumzug, waren in Wirklichkeit einige Schützen der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Mayen-Hausen 1904 e.V., die sich auf den Weg zum Westernschießen auf dem Schützenplatz machten.

Das Westernschießen erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit, so sind über das Jahr verteilt viele Veranstaltungen im deutschen Raum zu finden, bei denen die Hausener Trapper keine unbeschriebenen Blätter sind und sich großer Bekanntheit erfreuen dürfen.

Bei diesen Veranstaltungen werden die Gemeinschaft und das „Wir-Gefühl“ durch das Lagerleben in Tipis, Kochen im Dutch Oven usw. auch überregional besonders gepflegt.

Scheiben- und Büffelschießen

In Mayen-Hausen sollte sich durch das Absolvieren von sechs verschiedenen Disziplinen entscheiden, wer zum „Rifleman 2017“ gekürt wird. Bei bestem Wetter trafen sich Jesse James, Fuzzy Jones, Doc Holliday, John Wayne und der Lone Ranger sowie andere Berühmtheiten zum Westernduell auf dem Schießstand gegenüber der Hausener Sportanlage zum Scheiben- und Büffelschießen. Es galt, je fünf Schuss auf die Zielscheiben in Form eines Elches, Adlers, einer Whiskyflasche, eines Rinds und einen Dosendeckel abzugeben, und das mit einem zeitgemäßen Vorderladergewehr mit offener Visierung (Kimme und Korn) in authentischer Kleidung. Im Gegensatz zu modernen Sportwaffen hat der Schütze bei Vorderladerwaffen starken Einfluss auf die Flugbahn der Bleikugeln durch die entsprechende Wahl von Schwarzpulver (Menge und Sorte), Schusspflaster, Bleikugel und viele weitere Faktoren. Dadurch kann der Schütze die Genauigkeit seiner Waffe enorm erhöhen und die Chancen auf eine erfolgreiche Teilnahme steigern.

Aufgrund dieser Tatsache konnten die Schützen nachempfinden, wie die Menschen im Wilden Westen sich vorbereiten mussten, um bei der Jagd erfolgreich zu sein.

Im Anschluss an das Scheibenschießen wurde versucht, den Westernbüffel (Baumstamm hinter einer Büffelsilhouette) zu erlegen. Dieser Büffel erwies sich jedoch als zu zäh für die Trapper, selbst nach rund 300 Schuss, die allesamt trafen, wurde der Büffel nur leicht beschädigt.

Der Tierschutz siegte

Das lag mitunter an der Handwerkskunst des 2. Brudermeisters Stefan Hennerici, der sowohl den Büffel gebaut, als auch die Organisation des Westernschießens übernommen hatte. Daher entschloss man sich aus Tierschutzgründen dazu, den Westernbüffel zu verschonen und zum gemütlichen Teil des Nachmittags in den Saloon einzukehren.

Zuvor sollte es dem 2. Brudermeister Stefan Hennerici jedoch eine Ehre sein, den Wyatt Earp unter den anwesenden Schützen zu ehren: erster Platz Stefan Hennerici (198 Ringe) Rifleman, zweiter Platz Werner Brauer (192 Ringe), dritter Platz Horst Näkel (175 Ringe). Den besten Schuss auf die Ehrenscheibe erzielte ebenfalls der 2. Brudermeister Stefan Hennerici.

Im Anschluss an die Ehrungen wurde die Sicherheit an den Sportgeräten festgestellt und die Gewehre beim Marshal abgegeben, damit man sich zur geselligen Runde im Saloon einfinden konnte. So konnten die Schützenbrüder den restlichen Nachmittag bei Grillfleisch, Kaltgetränken sowie strahlendem Sonnenschein ausklingen lassen und verabschieden sich mit dem Wahlspruch der Trapper: „Keep your powder dry.“

Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Mayen-Hausen 1904 e.V. ist der Sitz des Schwarzpulver-Schießleistungszentrums der Deutschen Schießsport Union e.V (DSU). Wer Interesse hat an historischem Schwarzpulverschießen, besucht bitte die Homepage www.schützen-mayen-hausen.de oder spricht die Schützenbrüder direkt an.

2. Brudermeister Stefan Hennerici (l.) und 2. Schießmeister Mike Flinsch.

2. Brudermeister Stefan Hennerici (l.) und 2. Schießmeister Mike Flinsch.

Der zu zähe Büffel und sein Erbauer.

Der zu zähe Büffel und sein Erbauer.

Die erfolgreichsten Westernschützen des Rifleman-Schießens. Fotos: Mike Flinsch

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