SPD-Stadtratsfraktion Ransbach-Baumbach

Das Waldsterben verschont auch den Hölzeberg nicht

Das Waldsterben verschont auch den Hölzeberg nicht

Aufmerksame Besucher bei den fachlichen Ausführungen von Förster Eckhard Niebisch.Foto: SPD

04.01.2021 - 13:09

Ransbach-Baumbach. Zu einer Waldbegehung in den Stadtwald von Ransbach-Baumbach hatte die SPD-Fraktion im Stadtrat eingeladen. Erfreulich nahmen viele interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Verbandsgemeinde an dieser informativen Veranstaltung teil.


Anlass für die Begehung unter fachkundiger Leitung unseres Revierförsters Eckhard Niebisch war die alarmierende Meldung über 11 Millionen toter Bäume alleine in Rheinland-Pfalz seit 2018. Revierförster Niebisch führte die Teilnehmer nach der Begrüßung durch den SPD-Gemeindeverbandsvorsitzenden Peter Striege und mit Unterstützung des Vizepräsidenten des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz, Kurt Schüler, über den Hölzeberg. Die Schäden am Wald mussten nicht besonders erläutert werden, weil sie für jeden Waldbesucher mehr als deutlich sichtbar sind. Wo vor wenigen Jahren noch Wald war, ragen jetzt nur noch vereinzelt ein paar Baumstümpfe in den Himmel. Ansonsten freie Plätze und freie Sicht!

Förster Niebisch stellte fest, dass der Stadt Ransbach-Baumbach durch das geschädigte Holz ein wirtschaftlicher Schaden von über 1 Mio. Euro entstanden sei. 20.000 Festmeter mussten vermarktet werden; bei dem derzeitigen Überangebot des Schadholzes ein Verlust von 50 Euro je Festmeter.

Die Ursachen sind bekannt: Wassermangel wegen zu wenig Niederschlägen aufgrund des Klimawandels. 60 bis 70 Prozent der Fichten im Gemeindewald sind durch die Trockenheit betroffen. Die natürliche Abwehrfunktion der Bäume ist massiv gestört und der Borkenkäfer tut das seine. In den kommenden 20 bis 30 Jahren werden die heutigen Fichtenwälder im Westerwald nicht mehr vorhanden sein. Neben den Fichten sind auch die Buchenbestände auf dem Hölzeberg betroffen; 50 Prozent zeigen Krankheits- und Trockenheitssymptome, so Förster Niebisch. Der Sinn der Waldbegehung der SPD-Stadtratsfraktion war nicht in erster Linie die Feststellung des ohnehin für jeden leicht feststellbaren schlimmen Zustandes des heimischen Waldes, sondern die Frage, was kann dagegen getan werden.

Revierförster Niebisch erläuterte anschaulich, wie dem Waldsterben langfristig entgegen gewirkt werden könnte. Die entstandenen Windwurfflächen müssen in den kommenden Monaten systematisch aufgeforstet werden. So sind beispielsweise bereits eine ganze Reihe von Douglasien frisch gesetzt worden, die deutlich resistenter gegen die Trockenheit und den Borkenkäfer sind. Weiterhin ist eine vermehrte Aufforstung durch Ahorn, Buche und Esche vorgesehen in der Hoffnung, dass diese Baumarten dem Klimawandel trotzen.

Neben einer wohl überlegten Aufforstung ist auch eine schwerpunktmäßige Bejagung des Reh- und Rotwildes sowie des Schwarzwildes unumgänglich. Die Tierwelt und damit auch die Vogel- und Artenzusammensetzung wird sich in den kommenden Jahren gravierend verändern, so Kurt Schüler. Der Wald ist unverzichtbar für das Klima, den Erosions- und Wasserschutz, die Erholung und als Lieferant des ökologischen Rohstoffes Holz. Der Wald ist von unverzichtbarer Bedeutung für die Wildtiere und den Schutz der Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen insgesamt.

Pressemitteilung der

SPD-Stadtratsfraktion

Ransbach-Baumbach

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