Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Flüchtlings-Themenabend in Lehmen

Einzelschicksale machen Situation deutlich

Voll besetztes Pfarrheim bei der Informationsveranstaltung von Lehmensart

Einzelschicksale machen Situation deutlich

Die themenbezogene Ausstellung mit dem Titel „BITTE ÖFFNEN - Kisten des Könnens von Flüchtlingen“ zeigte auf, welche Fähigkeiten und Potenziale Flüchtlinge mitbringen oder sich schon in Deutschland erworben haben, um sich hier erfolgreich zu integrieren. Foto: privat

24.03.2015 - 15:23

Lehmen. Unter der Überschrift „Mein Nachbar kam mit dem Boot über’s Meer“ hatte die Kulturinitiative Lehmensart kürzlich gemeinsam mit der Fachkonferenz Asyl-Migration-Integration des Dekanates Maifeld-Untermosel ins Lehmener Pfarrheim eingeladen. Es war ein informativer facettenreicher Abend, der verschiedene Aspekte zur Thematik verdeutlichte. Werner Huffer-Kilian, Pastoralreferent und Vertreter der Asyl-Fachkonferenz des Dekanates erläuterte die Rahmenbedingungen für Flüchtlinge im Asylverfahren, deren Weg in unsere direkte Nachbarschaft und nannte Zahlen: 800 neue Flüchtlinge erwartet der Landkreis Mayen-Koblenz für das Jahr 2015, davon werden circa 80 Personen in der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel untergebracht werden. Froh und dankbar ist er für die Flüchtlingsbegleitung, die im Dekanat durch ehrenamtliches Engagement in einzelnen Gemeinden geleistet wird.

Zurzeit werden 132 Personen, die einzeln oder meist in Familien leben, von 30 Menschen regelmäßig unterstützt. Dass dieses Engagement wichtig und sinnvoll ist, machte der Bericht von Christa Schmidt und Wilfried Weinand vom Ökumenischen Arbeitskreis „Hilfe für Flüchtlinge“ deutlich. Sie begleiten schon seit vielen Jahren Flüchtlinge in den Gemeinden Rhens, Brey, Spay und Waldesch und sind dabei eng vernetzt mit den Migrationsdiensten der Sozialverbände wie Caritas oder AWO. Der Arbeitskreis kann auf eine Vielzahl von Erfahrungen zurückgreifen. Ihre Schilderungen machten deutlich, dass neben der Begleitung bei Behördengängen, Arztbesuchen, KiTa- und Schulanmeldungen, die aufgrund der Sprachschwierigkeiten besonders hilfreich sind, auch kleine Gesten im Alltag, ein freundliches Lächeln, ein kurzer Gruß, wichtige Bausteine einer gelingenden Integration dieser Menschen darstellen. Nachdenklich stimmte die Besucher ihre beispielhafte Erzählung über die jetzige Lebenssituation eines iranischen Flüchtlings, der als junger Mann in Deutschland erfolgreich studierte und wertgeschätzt wurde, nun jedoch nach vielen Jahren als Flüchtling zurückkehren musste und von den Leistungen des Job-Centers abhängig ist, da seine Ausbildung jetzt nicht entsprechend anerkannt wird. Welche bürokratischen Hindernisse und rechtlichen Regelungen die erfolgreiche Integration von Flüchtlingen verhindern oder erschweren, machten auch die persönlichen Schilderungen einer jungen Tschetschenin deutlich. Als 11-Jährige kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland und lebte hier bis vor Kurzem im Flüchtlingsstatus der „Duldung“. Im vergangenen Jahr hat sie das Gymnasium mit dem Abitur abgeschlossen. Dass die Flüchtlinge für sich selbst Verantwortung übernehmen und vor allem finanziell unabhängig sein möchten, wurde auch im Gespräch mit zwei syrischen Flüchtlingen deutlich, die seit gut zwei Jahren mit ihren Familien in Lehmen wohnen. Lehmensart ist es gelungen, den Blick auf die Lebenswelt der Menschen zu richten, die heute hier in Deutschland Schutz vor Verfolgung, Terror und Gewalt suchen. Durch die persönliche Fluchtgeschichte eines deutschen Vertriebenen, der nach dem 2. Weltkrieg irgendwann auch in Lehmen gestrandet war, wurde den anwesenden Gästen zusätzlich in Erinnerung gerufen, dass es viele Parallelen zur heutigen Situation der Flüchtlinge gibt. Stimmungsvoll wurde der Abend abgerundet durch die musikalischen Beiträge von Nicole Mercier aus Kalt. Mit eigenen Liedern, und auf der Gitarre begleitet von ihrem Kollegen Thomas Schilling, gelang es, ganz viel von dem Lebensgefühl der Flüchtlinge an die Zuhörer weiterzugeben und auch den Gedanken der Solidarität untereinander. Elisabeth Hein von der Kulturinitiative Lehmensart bedankte sich zum Schluss bei allen Aktiven, die zum Gelingen des Abends beigetragen hatten und hob dabei besonders die syrischen Flüchtlingsfamilien hervor, die durch traditionellen Tee und selbst gebackene Süßspeisen, die anwesenden Gäste verwöhnten. Wer weitere Informationen zur ehrenamtlichen Begleitungen von Flüchtlingen erhalten oder selbst aktiv werden möchte, kann sich gerne mit Werner Huffer-Kilian in Verbindung setzen: Dekanatsbüro Maifeld-Untermosel, Obertorstraße 8, 56294 Münstermaifeld, Tel. (0 26 05) 9 62 78 17, mobil: (01 70) 7 93 84 20, E-Mail huffer-kilian@t-online.de.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

Masterstudierende der Hochschule Koblenz erstellen Vorstudie für Gemeindezentrum

Ein Ort der Begegnung in Urmitz

Koblenz. Die Gemeinde Urmitz möchte einen neuen Ort des Zusammentreffens für ihre Bürgerinnen und Bürger schaffen: Auf zwei bebauten Bestandsgrundstücken inmitten des Ortes soll der Neubau eines Gemeindezentrums mit integrierten barrierefreien Wohneinheiten entstehen. Unterstützung bekommt die Kommune hierbei von Masterstudenten im Studiengang Bauingenieurwesen am Fachbereich bauen-kunst-werkstoffe... mehr...

Erich-Klausener-Gymnasium

72 Fünftklässler sind in See gestochen

Adenau. Die „Neuen“ sind am EKG in See gestochen. Kürzlich versammelten sich die neuen Fünftklässler mit ihren Familien in der katholischen Kirche Adenau. Mit ihnen waren auch die „Paten“ der neunten und zehnten Klassen anwesend, die gekommen waren, um ihre „Patenkinder“ für die neunjährige Seefahrt auf dem Meer EKG zu begrüßen. Sinnbildlich für diese Reise hatten die Religionslehrer Herr Brauns,... mehr...

Weitere Berichte
Das Bauhaus bewahren und fortschreiben

Eröffnung der Ausstellung „Asche oder Feuer“ in Maria Laach

Das Bauhaus bewahren und fortschreiben

Maria Laach. Pünktlich zum Klostermarkt am vergangenen Wochenende hatte die Keramikmanufaktur Maria Laach zu einer Fortsetzung der überaus erfolgreichen Ausstellung von 2018 über den Bauhaus-Keramiker und Laacher Mönch Pater Theodor Bogler (1897-1968) „Vom Bauhaus nach Maria Laach“ eingeladen. mehr...

Tag des offenen Denkmals

Verschiedene Führungen und ein Musik-Licht-Abend locken in den Saffiger Schlosspark

Tag des offenen Denkmals

Saffig. Zum Tag des offenen Denkmals am 8. September öffnen wieder tausende Denkmäler in Deutschland ihre Pforten. Eine Premiere für das Schlösschen der Barmherzigen Brüder Saffig: Die dortige Jubiläumsausstellung... mehr...

Wanderung zur
Permakultur und Kräutersegnung

Eine Aktion der Katholischen Frauengemeinschaft Nickenich

Wanderung zur Permakultur und Kräutersegnung

Nickenich. An Maria Himmelfahrt fand die traditionelle Wanderung der Katholischen Frauengemeinschaft Nickenich zur Permakultur nach Eich statt, um Kräutersträuße zu pflücken. Mit diesem Tag ist in der katholischen Kirche der Brauch der Kräuterweihe verbunden. mehr...

Politik
Die Wahl der
ehrenamtlichen Beigeordneten

CDU bildet Verwaltungsspitze in Kettig

Die Wahl der ehrenamtlichen Beigeordneten

Kettig. In der konstituierenden Sitzung der Ortsgemeinde Kettig wurden die ehrenamtlichen Beigeordneten der Ortsgemeinde durch die Ratsmitglieder neu gewählt. Jennifer Reski wurde zur ersten Beigeordneten der Ortsgemeinde Kettig gewählt. mehr...

Bürgerdialog der SPD Mayen

Wie steht es um die kinderärztliche Versorgung in Mayen?

Mayen. Die kinderärztliche Versorgung in Mayen ist Thema eines Bürgerdialogs der örtlichen SPD. Für Dienstag, 3. September um 18.30 Uhr sind Eltern in die Cafeteria des AWO-Seniorenheimes „Sterngarten“ in der Pfarrer-Winand-Straße zu einem Informationsaustausch eingeladen. mehr...

Burkiniverbot wird aufgehoben

Badeordnung der Stadt Koblenz wird geändert

Burkiniverbot wird aufgehoben

Koblenz. Das Burkiniverbot in Koblenz wird aufgehoben. Die Stadt Koblenz wird nicht gegen den Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes Rheinland-Pfalz, der das Verbot des Tragens von Burkinis in städtischen Schwimmbädern außer Kraft setzte, vorgehen. mehr...

Sport
Verleihung der
Silbernen Ehrennadel

Andrea Berschbach wurde vom Turngau Rhein-Ahr-Nette geehrt

Verleihung der Silbernen Ehrennadel

Kruft. Andrea Berschbach, die erste Vorsitzende des Turnvereins Kruft, wurde anlässlich des 48. Wandertages mit der „Silbernen Ehrennadel“ des Turngaus Rhein-Ahr-Nette geehrt. Die Ehrennadel und Urkunde erhielt sie als Anerkennung für ihre Verdienste um das Turnen. mehr...

Mit einem Lächeln
gegen den Regen reiten

Reitertag in der Reitanlage des RV Andernach e.V.

Mit einem Lächeln gegen den Regen reiten

Andernach. Um 8:30 Uhr begann der Reitertag mit der ersten Prüfung. Viele Teilnehmer waren angereist, um in der Dressur und im Springen eine begehrte Schleife zu ergattern. Anspruchsvolle Dressurprüfungen... mehr...

Nachwuchs erfolgreich
beim Bambini-Brohltallauf

TuS Kaisersesch, Abteilung Leichtathletik

Nachwuchs erfolgreich beim Bambini-Brohltallauf

Kaisersesch/Gamlen. Beim 10. Brohlbachtallauf in Gamlen, starteten auch wieder einige Nachwuchsläufer des TuS Kaisersesch. Im Jahrgang 2012 gewannen Katharina Ternes und Linus Riehl auf der 300m Strecke in ihrer Altersklasse. mehr...

Wirtschaft
Paulchen mit Frauchen Frau Mosmann belegen den ersten Platz

- Anzeige -Preisverleihung der Aktion „Rund um den Hund – Gesundheit für unsere besten Freunde“

Paulchen mit Frauchen Frau Mosmann belegen den ersten Platz

Andernach. In der Center-Apotheke fand in Zusammenarbeit mit der Firma Tierisch Gut – Tiernahrung und Hundesalon die Preisverleihung der diesjährigen Aktion „Rund um den Hund – Gesundheit für unsere besten Freunde“ statt. mehr...

Das Weingut steht unter neuer Führung

–Anzeige–Die Brüder Dr. Peter-Josef Zenzen und Heinz-Rudolf Zenzen wollen die lange Tradition im Kloster Ebernach fortsetzen

Das Weingut steht unter neuer Führung

Sehl. Seit Beginn des Jahres 2019 steht das Weingut Kloster Ebernach unter neuer Führung. Die Brüder Dr. Peter-Josef Zenzen und Heinz-Rudolf Zenzen haben es sich zum Ziel gesetzt, die lange Tradition des Ebernacher Weins erfolgreich fortzusetzen. mehr...

Beliebte Geschenk-Ideen und
röhrig-forum Event-Verlosungen

-AnzeigeHerbst-Hubschrauber-Rundflüge über die Heimat zugunsten FLY & HELP

Beliebte Geschenk-Ideen und röhrig-forum Event-Verlosungen

Treis-Karden. In der kommenden Woche am Freitag, 30.August .. starten die beliebten Herbst-Hubschrauber-Rundflüge über die Heimat, die man ab verschiedenen Orten der Region bereits ab 50 Euro im röhrig-bauzentrum, sowie unter www.hubschraubertag.de buchen kann. mehr...

 
Lesen Sie Jetzt:
Umfrage

Abschaffung des Solidaritätszuschlags außer für Gutverdiener - Was sagen Sie?

Finde ich gut
Nur wenn es für alle Einkommen gilt.
Halte ich nichts von.
Beibehalten und das Geld in die Umwelt stecken.
 
Kommentare
juergen mueller:
Herr Schupp,wie kommen Sie darauf,dass man gerade Sie in einen direkten Vergleich mit den "Dosen-Politikern" gestellt habe?Seien Sie doch einfach nur froh,dass Ihr Konterfei nicht auf einer Dose war.Das hätte die Berechtigung zu einer Anzeige sein können.Meine Oma hat immer gesagt:"Getroffene Hunde bellen".Ich an Ihrer Stelle hätte mir nicht entgehen lassen,den ersten Ball zu werfen - nicht auf den Mann mit dem Schnorres,denn der ist ja tot. Machen sie doch lieber ernsthafte Politik,als diese anderen zu empfehlen und schauen sich einmal "Verstehen Sie Spaß" an.
Antje Schulz:
Der Kommentar von K. Schmidt muß richtig gestellt werden. Die AfD hatte bei der Kreistagswahl nicht rund 350.000 Wähler, sondern rund 350.000 Stimmen. Jeder Wähler konnte bei Kreistagswahl bis zu 50 Stimmen vergeben. Im Bundesdurchschnitt liegt die AfD momentan bei etwa 13 Prozent. Da sind 7,4 Prozent für die AfD bei der Kreistagswahl Mayen-Koblenz nunmal weiter unter Schnitt. Das heißt, daß die Wähler im Landkreis Mayen-Koblenz mit der Arbeit der AfD nicht besonders zufrieden sind, jedenfalls weit weniger als im Bundesdurchschnitt. Und das liegt auch an der schlechten Arbeit von Uwe Junge.
K. Schmidt:
Das Argument, alle Wahlen in der Konstitution sind vorher abgesprochen, soll deshalb nicht ziehen, weil auch die meisten anderen Beschlüsse vorher abgesprochen und somit nur noch abzunicken sind? Und Junge soll man einfach nicht ernst zunehmen? Als Vorsitzender der drittstärksten Landtagsfraktion? Leute, genau so hält man dieses politische Krankheitssymptom am Leben, genau so wird man die Afd nicht wieder los. Bekämpft sie doch endlich mit vernünftiger Politik, nicht mit solch dilettantischen Quengeleien. Selbst die 350.000 Wähler bei der Kreistagswahl hat die AfD sich nicht selbst gewonnen, sondern die haben die anderen Parteien verloren. Warum versucht denn keiner, die zurück zu gewinnen? Das lässt sich so auf alle Ebenen übertragen. Man kann es nicht verstehen.
Antje Schulz:
Uwe Junge ist kein ernst zu nehmender Politiker.
Uwe Klasen:
Dazu zwei Zitate: "Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt." Immanuel Kant (1724-1804) ----- "Die Freiheit besteht darin, daß man alles das tun kann, was einem anderen nicht schadet." Matthias Claudius (1740-1815)
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.