Wirtschaft | 11.05.2018

Hospizarbeit in Koblenz

Schüler sprechen und schreiben über Krankheit und Sterben

Katja Masendorf und Heike Mouret beantworteten die Fragen der Schülerinnen und Schüler über die Hospizarbeit.privat

Koblenz. Seit Frühjahr 2010 gibt es an der Dr. Zimmermannschen Wirtschaftsschule in Koblenz die Projektreihe „Ethik an der Wirtschaftsschule“, in der sich junge Leute mit Fragen auseinandersetzen, die über betriebs- und volkswirtschaftliches Wissen, Sprachen oder Mediengestaltung hinausgehen. Als erstes Thema 2018 wählten Dipl.-Theol. Edwin Müller und Katrin Schulz, Lehrer und Lehrerin für Ethik und Religion, die Hospizarbeit in Koblenz aus.

In sechs Wochen mit jeweils zwei Unterrichtsstunden fassten Schülerinnen und Schüler der Klassen Rech 17 und HBF Med 17 der höheren Bildungsgänge Gedanken über Krankheit und Sterben zusammen, die sie auf Plakaten festhielten. Schwerpunkt war dabei die Hospizarbeit, die in Koblenz der 1991 gegründete Hospizverein mit hauptberuflichen und ehrenamtlichen Kräften wahrnimmt. Dieser Verein will es in erster Linie Menschen ermöglichen, zu Hause zu sterben, und vertraute Menschen um sich zu haben. Er bietet aber auch eine stationäre Aufnahme, wenn die ambulante Betreuung nicht mehr möglich ist. Das Einzugsgebiet des Koblenzer Hospizvereins umfasst etwa 150.000 Einwohner. Zum Abschluss des Projekts kamen Katja Masendorf, Fachkraft im 2006 eingerichteten ambulanten Kinder- und Jugendhospiz, und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Heike Mouret in die Schule, um den Schülerinnen und Schülern über ihre Arbeit zu berichten. Katja Masendorf, die seit zwölf Jahren im Hospiz tätig ist, äußerte sich froh darüber, dass junge Menschen bereit seien, offen über das Thema zu sprechen. Heike Mouret ist nach einer Ausbildung zur Hospizhelferin seit zehn Jahren ehrenamtlich dabei. Über ihre Arbeit sagte sie unter anderem, sie sei schwer, aber bereichernd.

In der Hospizarbeit fehlen Männer

Beide berichteten von Familien mit schwerstkranken Kindern, die oft Isolation erleben und Zuwendung brauchen, von der Notwendigkeit, Schmerzen zu lindern und die Angst vor Schmerzen zu nehmen. Mitunter sei das vermittelnde Gespräch nötig, wenn Kranke sich ihren Angehörigen verschließen, um sie nicht zu bedrücken. Am wichtigsten jedoch sei es, Zeit für Sterbende zu haben, ihnen zuzuhören und ihnen zu erzählen. Zur Arbeit der Helferinnen gehörten darüber hinaus die Begleitung der Angehörigen, die eine schwere Last tragen und deren Ehen oft zerbrechen, und die Trauerbegleitung. Was in der Hospizarbeit fehle, seien Männer, die für männliche Kranke wertvoll wären, die auf Hilfe angewiesen sind.

Auf die Frage, wie die Helferinnen selbst mit der Belastung fertig werden, hieß es, die Arbeit mache bisweilen sehr betroffen; insbesondere die Kinder, die sie betreut hätten, könnten sie nicht vergessen. Einer der Schüler, dessen Großmutter im Hospiz war, sagte an Katja Masendorf und Heike Mouret gerichtet: „Ich habe großen Respekt vor Ihnen und Ihren Kolleginnen; es ist ein schwerer Job, fast unbegreiflich, was Sie machen.“

Finanziert wird die Hospizarbeit durch Mitgliedsbeiträge, Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln und aus Spenden. Eine solche Spende in Höhe von 223,50 Euro hatten Schülerinnen und Schüler der Klassen BF1IM17 und die BF1WV17 mit einer Cafeteria bei der Jobbörse in der Schule erwirtschaftet, die der stellvertretende Schulleiter Dieter Halm jetzt überreichte.

Katja Masendorf und Heike Mouret beantworteten die Fragen der Schülerinnen und Schüler über die Hospizarbeit.Foto: privat

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