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Prunksitzung des Stadtsoldatenkorps 1896 e.V.

Von Wintersportlern, „Schwaadlappen“ und „Stippeföttche“

Heribert „Molly“ Zins führte als Kommandant und Sitzungspräsident durch das Programm

23.01.2013 - 10:55

Andernach. „Stadtsoldaten, stillgestanden!“ Gerade hatte sich das uniformierte Corps mitsamt Elferrat unter der Marschführung des Spielmannszuges seinen Weg durch die klatschende Menge auf die Bühne der Mittelrheinhalle gebahnt, als Kommandant Heribert „Molly“ Zins zur Imperativ überging. Einen Augenblick später stand die rot-gelbe Kompanie in Reih und Glied, die Gewehre in Position und bereit für das nächste Kommando ihres Oberbefehlshabers: „Und jetzt wird gewibbelt“! Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen, rieben die Uniformierten in leichter Kniebeuge ihre Hinterteile aneinander. Der Saal amüsierte sich köstlich. Und ließ sich von Sitzungspräsident „Molly“ auf das Herzlichste zur Prunksitzung des Stadtsoldatenkorps 1896 e.V. begrüßen.

Dass der karnevalistische Traditionsverein jedoch einiges mehr zu bieten hat, als „Stippeföttche“ und persiflierendes Soldatentum ist weitläufig bekannt und wurde am vergangenen Wochenende einmal mehr unter Beweis gestellt: Deutlich mehr Bewegungsdrang als die „Wibbelgruppe“ legte das Kinderballett unter der Leitung von Tanja Peters und Jana Druschke an den Tag. Von der Darbietung genauso angetan wie das Publikum prognostizierte Kommandant Zins, vielleicht das baldige Tanzpaar gesehen zu haben. Die Zukunft auf der Vereinsbühne steht den Nachwuchstänzern in jedem Fall offen. Dies trifft auch auf Andrea Peters alias „Et Blondche“ zu, die in diesem Jahr getreu dem Motto „Ski Heil“ als Wintersportlerin auftrat, mit ihrem jugendlichem Charme aber bereits als erfahrene „Eisbrecherin“ daherkommt und laut Zins über „Nerven wie Drahtseile“ verfügt. Den „Nerv des Publikums“ traf daraufhin Prinz Waldemar I., dem mit seiner Lieblichkeit Uschi I. ein triumphaler Einzug bei seinem „Heimatkorps“ beschert wurde. Prinzenpaar und Gefolge genossen das „Bad in der jubelnden Menge“, das Wort „fantastisch“ kam dabei nicht nur Festausschusspräsident Lutz Schnitzendöbel ganz leicht von den Lippen. Seine Tollität dankte mit Stolz erfüllter Stimme und einer Liebesbekundung für Gattin Uschi, deren Wangen sich stadtsoldatenrot färbten. Es wurde gesungen, geschunkelt und getanzt.


Lachsalven zündeten


Staatspleiten, Toleranzdebatten und so manch „lockerer Schnüss“ des Politalltags widmeten die „Altstadtrebellen“ ihren hintergründigen Gesangsvortrag, für den Aaron Friedland, Stefan Fischer, Heribert Zins und „Prinz“ Waldemar Thiele verantwortlich zeichneten. Verantwortung in Sachen Paartanz übernahmen daraufhin Regimentstochter Marijke Lahnstein und Tanzoffizier Yves Przybylla, die voller Ausdruckskraft in den Vereinsfarben gekleidet Frohsinn verbreiteten. Zu Klängen von „Cotton Eye Joe“ ritt das 14-köpfige Jugendballett trainiert von Rabea Friedland und Elena Lüdke durch die karnevalistische Prärie. Derart entzückend, dass eine Zugabe gewünscht wurde. Was dann folgte, verdiente das Prädikat „Knüller“: Sitzungs-Dauerbrenner Markus Topp hatte sich mit Susanne Bell, „Bella“ genannt, zusammengetan, um nicht nur Ernährungsempfehlungen aus dem Hause Dr. Oetker auszusprechen, sondern um zahlreiche Lachsalven zu entzünden. Die Zuhörer erfuhren nicht nur, warum sich ändernder Biergenuss Kinderlosigkeit hervorruft, sondern auch, wie man binnen zwanzig Minuten puren Spaß verkörpern kann. Kaum hatten sich beide vom Publikum verabschiedet, zündete die erste Rakete des Abends gen Hallendecke.

Dass vier Köchinnen keinen Brei verderben können, bewiesen die „Kleevkurschte“ Andrea Paulmann, Erika Schwickert, Martina Eiden und Vera Schneider-Zerwas, ehe die Regimentstänzer unter der Regie von Ute Zins und Jürgen Pera „Militärisches für Anfänger“ präsentierten und sich dank orientalischem Einfluss aus der Reserve locken ließen. Noch vor der Pause parodierten „Spitz und Spitz“ (Mättes Sabel mit Johannes Asbach) das „Gut-und-Böse der Westerwelle“ und sonstiges „hohles Geschwafel“ der Tagespolitik. Akrobatisch gelang es der Turnerriege von Matthias Busenkell und Basti Hausberger, Schwung und Elan in die zweite Halbzeit zu transportieren, die mit Michael „Kresse“ Krebs als raketenzündender „Schwaadlappe“ und seinen Ausführungen über Gips und Dachlatten weiter Fahrt aufnahm. Den nun folgenden tänzerischen „Doppelpack“ eröffnete das seit 15 Jahren bestehende gemischte Gardeballett trainiert von Katrin Wolf und Birgit Peters, ehe die Männertanzgruppe temperamentvoll den Wilden Westen eroberte. Aus deren Reihen gab Steffi Giesa ihren Abschied als Trainerin bekannt.

Abschied nehmen von den Stadtsoldaten hieß es derweil noch lange nicht: Denn mit dem Showauftritt des Spielmannszuges unter der sicheren Leitung von Sandra Bell näherte man sich zwar allmählich dem Ende des Sitzungsreigens, doch waren die vorgetragenen Stücke mehr als hörenswert. Hörens- und sehenswert waren dann schlussendlich Begleitmusik und Choreografie des Damenballetts, das ebenfalls trainiert von Steffi Giesa einen glitzernd-glänzenden Eindruck hinterließ. So hatten die Stadtsoldaten bis ins Finale hinein ihr Bestes gegeben und das närrische Herz an rechten Fleck getragen. „Stillgestanden“ hatte es am Wochenende zu keiner Sekunde! RAU

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Kommentare
Gabriele Friedrich:
[ Zitat ] Abschließend war es für die Mayener Sozialdemokraten eine Selbstverständlichkeit, die Aberkennung der „Ehrenbürgerschaft“ von A. Hitler mit zu beschließen [ Zitat Ende ] Herzlichen Glückwunsch an die SPD und die Stadt Mayen. Nach 75 Jahren! hat man einem Mörder und Volksthyrannen die Ehrenbürgerschaft aberkannt. Und wie lange dauert es, bis die Mayener eine Kritik annehmen und einmal drüber nachdenken? Wie lange braucht es denn, eine Stadt kaputt zu machen, Kopfsteinpflaster wie in Kaisers Zeiten durch die gesamte City zu tackern, das sich jeder Gehbehinderte den Hals bricht und sich mit dem Rollator die restlichen Knochen bricht ? Warum ist Mayen immer noch so rückständig? Mayen bietet immer noch keinen Service, keinerlei Kommunikation und keine Einkaufsmöglichkeit für alte Menschen. Sollen wir raus aus der Stadt- wie im Mittelalter ? Flanieren in Mayen? Geht nicht mehr, und was wollt ihr dann mit einem Hotel? Erstmal die Ruinen abreißen und die Eigentümer in die Pflicht
K. Schmidt:
Mit anderen Worten: Die 5 AfD-Stadtratsmitglieder bilden gegenüber den anderen 43 die absolute Mehrheit. Denn so wie sie abstimmen, darf schließlich kein echter Demokrat abstimmen. ergo: Politisches Kasperletheater, allerdümmster Art. Und wiedermal Stärkung einer Partei, die doch angeblich niemand stark haben will.
Helmut Gelhardt:
Wer sich in die Hände der Rechtsreaktionäre, hier der AfD, begibt, kommt politisch in deren Händen um. Das hätte gegolten für die Papaya-Koalition unter der Führung des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Neuwieder Stadtrat, Herrn Martin Hahn, der vor dem 'Abwahlverfahren Mang' bewusst in Kauf genommen hat, Bürgermeister Mang, SPD, mit Hilfe der AfD zu stürzen. Und das gilt gleichermaßen jetzt für Herrn Bürgermeister Mang, der es jedenfalls im Ergebnis hingenommen hat, dass seine Abwahl nur mit der Enthaltung der AfD verhindert wurde. Die Schändlichkeit der maß- und zügellosen Treibjagd gegen Mang durch in erster Linie sich christliche Demokraten nennende Personen im Neuwieder Stadtrat bleibt bestehen! Das sich als Bürgermeister Stützen-lassen durch die rechtsreaktionäre AfD ist für Herrn Mang als Sozialdemokrat absolut undenkbar! Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Für Herrn Martin Hahn nicht.Und für Herrn Mang nicht. Am Abwahl-Abend hat die AfD obsiegt. Das ist niemals hinnehmbar!
Achim Kämpflein:
Wow - was für ein Verbrechen! Hat die Polizei nichts bedeutsameres zu berichten, als sich mit einer solchen Pressemeldung lächerlich zu machen?
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